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Wahnsinn: + 4.815 % an einem Tag mit dieser Kryptowährung

Dass Kryptowährungen zu den hochspekulativen Investments gehören, wissen wir nicht erst seit gestern. Dass Tagesschwankungen extrem sein können, wissen wir auch. Die Entwicklung dieser Währung stellt allerdings alles, was wir bislang gesehen haben, in den Schatten.

Der Kurs von E-coin ist an nur einem einzigen Tag um mehr als 4.800 Prozent in die Höhe geschossen. Noch am Abend kostete eine Einheit 5,90 Dollar. Am nächsten Morgen begann dann der Wahnsinns-Anstieg. Erst relativ moderat und am Nachmittag dann immer extremer. Bis zum Abend stieg der Kurs dann in der Spitze bis auf 290 Dollar. Ein Plus von 4.815 Prozent.

Freude war nur von kurzer Dauer

Wer zu den Glücklichen gehörte, die die digitale Währung auf dem Konto oder in der Krypto-Wallet hatten, musste sich mit dem Verkauf allerdings beeilen. Denn noch schneller als es bergauf ging, ging es auch wieder runter. Plötzlich wurde der Stecker gezogen und E-coin rauschte wie ein Stein in den Keller. Endstation war da, wo die Rallye begann. Nämlich bei drei Dollar. Damit war die unfassbare Achterbahnfahrt beendet.

Anleger in Scharen offenbar abgezockt?

Was sich spaßig anhört, könnte aber offenbar einen bitterernsten Hintergrund haben. Denn bei der Berg- und Talfahrt könnten viele Anleger betrogen worden sein. Und massive Verluste erlitten haben. Denn derzeit wird darüber spekuliert, ob die Aktie absichtlich durch Käufe nach oben getrieben wurde, um weitere Anleger anzulocken.

Daraus ist dann eine Aufwärtsspirale geworden und auf dem Höhepunkt wurde von den Initiatoren der ganzen Angelegenheit dann der Verkaufsknopf gedrückt. Was dazu geführt hat, dass die Notierung abstürzte.

Diese Methode ist nicht neu und hat den Namen „Pump and Dump“. Was dafür spricht, ist, dass die offizielle Seite www.e-coin.com vom Netz genommen wurde und nicht erreichbar ist. Außerdem haben die Schweizer Behörden die Kryptowährung vor einiger Zeit verboten. Wegen des Verdachts auf Betrug. Sollte sich das bestätigen, wäre es eine der größten Betrugsgeschichten in der noch recht jungen Geschichte der Kryptowährungen.

Augen auf beim Kryptokauf

Der Fall führt erneut vor Augen, wie wild das ganze Segment mittlerweile geworden ist. Gab es vor einiger Zeit nur ein paar Dutzend Kryptowährungen, so sind es heute mittlerweile mehr als 1.500. Fast täglich kommen Neue hinzu. Da der Markt völlig unreguliert ist, ist es schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen. Anlegern, die auf Nummer sicher gehen wollen, ist aber auf jeden Fall zu raten, nur auf die ganz großen Währungen zu setzen und nur auf den großen und etablierten Plattformen zu handeln.

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Schlachtfeld Kryptomarkt

Trotz der jüngsten Erholung sind alle Kryptowährungen in den letzten Wochen massiv unter die Räder gekommen. Der Kurs des Bitcoin war zwischenzeitlich unter die Marke von 6.000 Dollar gefallen. Noch im Dezember kostete eine Einheit fast 20.000 Dollar. Ein Minus von 70 Prozent.

Mindestens genauso brutal sind die zwischenzeitlichen Verluste bei anderen Kryptowährungen: Litecoin (- 75 %), Ethereum (- 58 %) und Bitcoin Cash (- 78 %). Der Wert aller gehandelten Kryptowährungen ist seit Anfang des Jahres um 450 Milliarden Dollar gefallen. Damit wurde fast eine halbe Billion verbrannt.

Ob das bereits der große Ausverkauf war, ähnelt dem Blick in die Glaskugel. Und die Meinungen gehen extrem weit auseinander. Letztendlich wird sehr viel davon abhängen, wie stark und wie engmaschig der Markt zukünftig reguliert werden wird. Da eine einheitlich weltweite Regulierung aber nahezu unmöglich ist, dürfte sich Bitcoin vermutlich länger halten, als vielen möglicherweise lieb ist.

 

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Über den Autor
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Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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