Fed: Straffere Geldpolitik erst zum Jahreswechsel?

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Gestern fand wieder einmal eine Sitzung der US-Notenbank (Fed) statt. Das ist stets ein wichtiges Ereignis für die Märkte, da es nach einer solchen Sitzung zu kräftigen Kursbewegungen kommen an.

Die meisten Beobachter erwarteten, dass die US-Notenbank noch keine Anstalten machen dürfte, ihre milliardenschweren Anleihenkäufe zu reduzieren. Obwohl die Inflation bereits beunruhigend hoch ist und die US-Wirtschaft boomt, wollte die Fed erst eine Entspannung auf dem US-Arbeitsmarkt abwarten, bevor sie ihre Geldpolitik verändert.

So kam es dann auch. Die Fed drehte gestern weder an der Zinsschraube noch kündigte sie eine Veränderung ihrer monatlichen Anleihenkäufe i.H.v. 120 Mrd. USD an. Aber: Sie veränderte ihren Ausblick.

US-Notenbank bewegt sich – aber zu langsam

Inzwischen sehen die US-Notenbanker die Wirtschaft auf dem Weg in Richtung einer etwas weniger großzügigen Geldpolitik. Die Wirtschaft habe sich zuletzt auf die Ziele der Zentralbank zubewegt. Der weitere Fortschritt werde auf den kommenden Zinssitzungen bewertet. Die Fed strebt Vollbeschäftigung und stabile Preise an.

Von stabilen Preisen kann bei über 5% Inflation (Tendenz weiter steigend) keine Rede sein. Und am US-Arbeitsmarkt gibt es Probleme, die die Notenbank nicht beeinflussen kann (etwa einen Mangel an Arbeitskräften im Niedriglohnbereich durch zu üppige staatliche Hilfen).

Fed: Straffere Geldpolitik erst zum Jahreswechsel?

Die Zentralbanker geben damit dennoch erstmals einen Hinweis auf perspektivisch geringere Wertpapierkäufe. Sie bereiten die Märkte als gewohnt behutsam (manche sagen auch: zögerlich) auf ein „Tapering“, also ein Zurückfahren der geldpolitischen Unterstützung, vor. Das dürfte wahrscheinlich um die Jahreswende herum geschehen.

Interessant ist nun die Reaktion der verschiedenen Märkte auf die gestrige Fed-Sitzung. Es tat sich nämlich unterm Strich nicht viel. Man hätte erwarten können, dass Aktien und Gold mit der Aussicht auf eine straffere Dollar-Geldpolitik korrigieren und dass der Dollar seinerseits beflügelt wird. Aber da sich der Notenbankausblick im Rahmen der Markterwartungen bewegte (die bereits eingepreist sind), gab es hier keinen Anpassungsbedarf.

So dürfte die vor einigen Tagen gestarteten Konsolidierungsbewegungen bei den drei genannten Basiswerten zunächst fortgesetzt werden, bis neue Impulse entstehen. Diese dürften nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn in den kommenden Tagen kommen neue Inflationsrate aus Europa. Ich erwarte auch hier schockierende Werte, die wiederum den Goldpreis beflügeln dürften. Zu träge Notenbanken sind eine Garantie für eine ausufernde Inflation, was wiederum den Goldpreis beflügeln dürfte.