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Die Entwicklung der modernen Währungen

Ausgehend von der Frühgeschichte des Geldes waren wir zuletzt also bei der Entstehung der Nationalwährungen angelangt. Bis zur Entwicklung des heutigen modernen Währungssystems in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts war es noch ein weiter Weg, der mit vielen Problemen und Krisen gepflastert war.

Goldene Zeiten: der Goldstandard

Bis 1914 basierte der Wert der Währungen auf hinterlegtem Gold. Dabei unterscheidet man zwischen dem Goldhinterlegungsstandard und dem Goldstandard. Beim Goldhinterlegungsstandard ist der gesamte Wert des ausgegebenen Geldes in Gold hinterlegt.

Beim Goldstandard wir nur ein bestimmter Prozentsatz des Geldes in Gold hinterlegt. Bei beiden Systemen ist im Prinzip jederzeit ein Umtausch des Geldes in Gold zu einem festen Umtauschverhältnis möglich, da das Papiergeld nur eine Art Schuldschein für das Gold ist.

Der Vorteil dieses Systems ist, dass es feste Wechselkurse der verschiedenen Währungen erzeugt, denn alle beruhen ja auf dem Wert des hinterlegten Goldes. Inflation gibt es praktisch nicht, denn die Menge des Goldes kann nicht beliebig erhöht werden.

Den Nachteil will ich aber auch nicht verschweigen, die Goldstandards sind wirtschaftlich unflexibel. Damit kann nicht auf die Wirtschaftsentwicklung reagiert werden, indem die Geldmenge je nach Bedarf erhöht oder vermindert wird.

Krieg und Inflation: der Zusammenbruch des Goldstandards

Die Goldstandards wurden im Prinzip durch die hohen Kosten des Ersten Weltkriegs zerstört. Denn einige Länder druckten in ihrer Not zur Finanzierung höhere Geldsummen, als durch das Gold gedeckt war. Damit entstand im Lauf der Jahre eine massive Inflation, die in den zwanziger Jahren auch erhebliche außenwirtschaftliche Probleme mit sich brachte und schlußendlich zur Weltwirtschaftskrise führte.

Bis 1944 hielten die Irrungen und Wirrungen an. Einzelne Länder hatten versucht, wieder Goldstandards einzuführen, andere reagierten mit strengen Ausfuhrbeschränkungen. Der Handel mit Devisen war in dieser Zeit deutlich erschwert, teilweise fast unmöglich. Die Ein- und Ausfuhr von Währungen war teilweise nur noch unter strenger staatlicher Kontrolle möglich.

Bretton Woods

Mit dem Abkommen von Bretton Woods 1944 und der Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde unter Führung der USA ein neues Währungssystem entworfen, das auch wiedeer auf der Grundlage des Goldstandards basierte. Dabei wurde der US-Dollar zur Weltleitwährung, denn die USA hatten die Pflicht, diesen zu einem festen Kurs (35 US-Dollar je Unze) in Gold zu tauschen.

Alle anderen Währungen standen in einem stabilen Wechselkursverhältnis zum US-Dollar. Die beteiligten Staaten hatten die Pflicht, ihre Währung in einer Bandbreite von 0,75% um den vereinbarten Paritätskurs zu stabilisieren, indem sie bei Abweichungen Deviseninterventionen durchführten.

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Über den Autor Daniela Knauer

Daniela Knauer, Jahrgang 1962 aus Stuttgart, studierte Medienberatung und Wissenschaftsjournalismus in Berlin. Ab Mitte der 1990er Jahre ist sie freie Traderin.

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