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Der G7-Preisschacher in Japan

Turnusmäßig werden sich am Freitag alle wichtigen Finanzminister und Notenbankchefs in Sendai-Japan treffen. Russland wird dabei nach wie vor aufgrund der politischen Spannungen außen vorgelassen.

Verhandelt wird vor allem über die Währungen

Im Prinzip geht es bei dem Treffen darum festzulegen, welche Währung schwächer oder stärker werden soll. Volkswirtschaften werden nur noch über die Währungen gesteuert, nicht mehr über das Zinsniveau. Die Zinsen sind weltweit mehr oder weniger bei 0 %. Deshalb fällt dieses Steuerungsinstrument gegenwärtig aus.

Das ist den Wirtschaftsministern und den Notenbankchefs aber sehr willkommen, weil es die Sache übersichtlicher macht. Zudem muss bedacht werden, dass die Wirtschaftspolitik so immer mehr von den Notenbanken bestimmt werden kann. Der Staat kann sich mit niedrigen Zinsen günstiger refinanzieren. Aber unsere Renten sind in Gefahr

Den Schwarzen Peter haben die Sparer und Lebensversicherer. Kein Mensch ist mehr in der Lage, mit einer konservativen Geldanlage sein Alter abzusichern. Dass das so ist, bestimmt nicht mehr der Staat, sondern ein Mann in Frankfurt namens Mario Draghi.

So ist es auch mit anderen Notenbanken. Letzten Endes könnten wir unseren Wirtschaftsminister einsparen. Dieser ist eh nur noch bedingt und regional tätig. Eine Niedrigzinspolitik ist im Prinzip nicht schlimm. So etwas gab es in der Geschichte häufig, aber noch nie so lange. Und wenn man den Aussagen Mario Dragi’s glauben darf, dann wird diese noch andauern.

Klar: Private Interessen hinter den Notenbanken

Das wird zur systematischen Verarmung der Bevölkerung führen. Die logische Konsequenz ist in den Medien schon hinreichend erläutert worden. Nun stellt sich die Frage, wer in einer Demokratie jemanden wie Mario Draghi einsetzt und kontrolliert. Spätestens an dieser Stelle wird es dunkel….

Die Notenbanken dieser Welt sind, bis auf 8, in privaten Händen. Das sollte einem zu denken geben. Sie sollen vom Staat unabhängig sein, daher sind diese privat organisiert. Die Demokratie wird eingebaut, indem ein staatliches Gremium den Chef bestimmt. Aber die Eigentümer geben die Richtung vor und nicht der Vorsitzende.

Aber zurück zum G7-Treffen. Wir leben in einer globalen Wirtschaftsordnung und mittlerweile möchte jeder seine Güter weltweit verkaufen. Das geht nur gut, wenn die eigene Währung günstig ist. Glücklicherweise gibt es bei dem G7-Treffen meist eine Einsicht. Dem Schwächeren soll geholfen werden. Dieser braucht die schwächste Währung. Nicht umsonst findet das Treffen in Japan statt.

Einer bestimmt …

Aber…, die USA kommen wirtschaftlich auch nicht wirklich aus den Kinderschuhen heraus. Noch dazu steht TTIP vor der Tür. Da ist ein starker US-Dollar alles andere als konstruktiv. Es ist also die Kunst gefragt, das richtige Timing und die richtige Balance in der globalen Welt zu finden.

Da sind natürlich Querulanten wie Russland nicht erwünscht. Am Ende bestimmt doch wieder die Supermacht USA und alle werden sich nach der Decke strecken müssen. So wie wir die Sache einschätzen, wird der US-Dollar erst einmal auf dem aktuellen Niveau belassen werden. Es werden sich auf mittelfristige Sicht keine größeren Veränderungen ergeben, weil das derzeit einfach nicht gewünscht ist.

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Über den Autor Daniel Fehring

Daniel Fehring entdeckte schon in frühen Jahren seine große Leidenschaft für die Finanzwelt und hat das Traden als Börsenhändler von der Pieke auf gelernt.

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