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Börse und Leinenführung

Börsenlegende Andre Kostolany sagte einst, dass es sich „mit der Wirtschaft und der Börse verhält, wie mit dem Mann und seinem Hund beim Spaziergang. Der Mann läuft langsam und gleichmäßig weiter. Der Hund läuft vor und zurück. Aber beide bewegen sich in die gleiche Richtung. Der Mann ist die Wirtschaft, der Hund die Börse.“

Als Hundebesitzer und Börsianer kann ich diesem Vergleich zustimmen, auch wenn unser Hund Fritzi meist vornewegläuft und selten hinter seinem Herrchen zu finden ist. Dieses Bild  wiederum passte zuletzt aber ohnehin noch viel besser zur aktuellen Marktlage.

Die Aktienmärkte gingen steil, denn mit der überraschenden US-Wahl erhoffen sich die Börsianer eine florierende US-Wirtschaft. Das Trump-Versprechen „Make America Great Again“ hat die Wall Street und den US-Dollar gestärkt.

Kommt das Hündchen zurück?

Nun ist bekannt, dass es den Amerikanern an einem noch nie gefehlt hat: Dem Selbstbewusstsein. Der eine oder andere Marktteilnehmer könnte sich im laufenden Jahr aber fragen, ob Trump seine Versprechen überhaupt einlösen kann.

Waren die Vorschusslorbeeren vielleicht doch typisch amerikanisch sehr überzogen? Dann kommt der vorauseilende Markt wieder zurück – das Hündchen kommt zurück zum Herrchen. Wann dies eintrifft, ist nicht vorherzusagen.

Dass es passiert, ist aber sehr wahrscheinlich. Die letzten US-Konjunkturdaten waren jedenfalls nicht mehr so überzeugend. Und lange kann sich der Markt, geblendet vom Trump-Effekt, nicht von der Ist-Situation abnabeln.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Der USA geht es nicht so schlecht, aber eben auch bei weitem nicht so gut, wie aktuell gerne dargestellt wird.

An der langen Leine voraus

Wie schon immer hängen wir am Rockzipfel der Wall Street. Der Einfluss der USA ist zwar nicht mehr so stark  wie er einmal war, aber der europäische Finanzplatz hat sich noch lange nicht vom großen Bruder abnabeln können.

Wenn die Wall Street einen Schnupfen bekommt, wird dieser daher weiterhin zu einer fiesen Grippe hierzulande ausarten. Denn wir haben nun einmal nicht das unerschütterliche Selbstbewusstsein der Amerikaner und viele Marktteilnehmer agieren grundsätzlich überaus ängstlich.

Dies ist weder gut oder schlecht zu werten: Für uns Trader ist nur wichtig, diese Gegebenheiten zu registrieren und unsere Schlüsse daraus zu ziehen. Dann kann der Trader auch von diesen Ur-Ängsten der Börsianer profitieren.

Wenn es so weit ist, werde ich Ihnen davon berichten. Noch läuft der Hund aber an einer langen Leine dem Markt voraus, denn Trump hat das Stöckchen weit  geworfen.

Was macht unser Trade?

Wenig Neues am Devisenmarkt. Die Restposition des EUR/USD-Long-Trades ist daher noch am Start, der nachgezogene Stopp musste also noch nicht dran glauben. Bald muss es aber über 1,06/ 1,0625 gehen, sonst sind die kleinen Hoffnungsschimmer der Euro-Anhänger schnell wieder verflogen.

  • Tagestendenz EUR/USD: seitwärts/ aufwärts
  • Widerstände: 1,06, 1,0625, 1,07/1,0710, 1,08
  • Unterstützungen: 1,0520/1,05, 1,0480, 1,04, 1,0365, 1,03, 1,02
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Über den Autor Till Kleinlein

Till Kleinlein ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wurde bereits sehr früh vom Börsenvirus infiziert.

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