MenüMenü

Was sind Futures?

Antik und doch nicht angestaubt – die Entwicklung des Handels mit Futures geht bis in das antike Griechenland zurück. Heute sind Futures abgeschlossene Terminkontrakte. Käufer und Verkäufer eines Terminkontraktes stehen sich nicht direkt gegenüber.

Vertragspartner ist die Terminbörse, die beide gegenläufigen Positionen zusammenführt. Im Gegensatz zu Optionen handelt es sich bei Futures um eine für Käufer und Verkäufer bindende Vertragsart: Verkäufer verpflichten sich zur Lieferung und Käufer zur Abnahme eines vorab definierten Basiswerts.

In historischen Vorformen dienten Terminkontrakte für Bauern beispielsweise dazu, sich vorab gegen Preisverfall abzusichern. Käufer verpflichteten sich vorab, zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt eine bestimmte Menge zu einem festen Preis abzunehmen. Damals wie heute sind Futures im produzierenden Gewerbe aber auch auf dem Finanzmarkt als solches nicht wegzudenken. Sie beinhalten die Verpflichtung:

Futures: Verpflichtungen der Parteien

Funktionsweise von Futures

Das in der Bezeichnung enthaltene Futur ist bei Terminkontrakten wörtlich zu nehmen. Futur bedeutet auf englisch Zukunft. Käufer legen sich vertraglich fest, einen definierten Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen bzw. zu verkaufen. Den Preis legen sie ebenfalls vorab fest. Bei Vertragsabschluss müssen beide Parteien eine Vorschusszahlung entrichten. Diese nennt sich Initial Margin – eine Art Pfand.

Die Laufzeit von Futures ist begrenzt. Das Auslaufdatum nennt man Verfallsdatum. Mit dieser Fälligkeit wird das Future bewertet. Es wird entweder ein Gewinn gutgeschrieben oder bei Verlust belastet. Allerdings halten Anleger nur wenig Futures bis zu diesem Datum. Ein Großteil neutralisiert sich durch ein Gegengeschäft vorzeitig.

Ebenfalls selten ist die Variante, dass am Ende der Laufzeit, sofern der Future bis zum Ende gehalten wurde, nicht der Barausgleich steht, sondern die tatsächliche Lieferung des Basiswertes erfolgen soll. Basiswert von Futures sind beispielsweise Aktien, Anleihen, Währungen, oder Rohstoffe. Je nach Basiswert des Futures unterscheidet man zwischen Finanz-Terminkontrakten und Waren-Terminkontrakten.

Vor- und Nachteile von Futures

Wie erwähnt sind Futures für beide Parteien verpflichtend. Entwickelt sich der Kurs entgegen den Erwartungen, müssen Anleger eventuelle Nachzahlungen mit einkalkulieren, sollte die Initial Margin durch die unvorteilhafte Kursentwicklung aufgezehrt sein.

Da sich die Kurse von Futures ständig ändern können, sollten Anleger ein Stop-Loss-Limit ansetzen. Ist ein solches Limit vorhanden, gilt: Erreicht der Kurs eine bestimmte Ober- oder Untergrenze, schließt sich die Position.

Daneben weisen Futures folgende Vorteile auf

  • Die Vertragsbedingungen sind genau, standardisiert und transparent
  • Futures können sowohl „short“ als auch „long“ gehandelt werden. Damit ergeben sich für Anleger vielfältige Möglichkeiten
  • Der Vertragspartner im juristischen Sinne ist die Terminbörse, die für die Erfüllung gerade steht. Damit verringert sich das Kontrahentenrisiko (Risiko, dass der Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann)

Futures: long positoin short position

Arten des Future-Handels

  • Long-Futures: Anleger kaufen Futures mit der Erwartung, dass die Kurse steigen.
  • Short-Futures: Bei dieser Strategie setzen Anleger darauf, dass die Kurse fallen.

Um den Handel zu schließen, machen Anleger bei beiden Strategien ein Gegengeschäft. Long-Anleger verkaufen die Futures, Short-Anleger kaufen die Position. Durch die Differenz von Kauf- und Verkaufspreis ergibt sich in beiden Fällen der Gewinn beziehungsweise eventueller Verlust.

Die wichtigsten Bestandteile einer Transaktion im Dow Jones-Future:

Die wichtigsten Bestandteile einer Transaktion im Dow Jones-Future

bestandteile einer transaktion im Dow Jones

Kontrakt-Monate

Aktienindex-Futures werden in vierteljährlichen Verfallsterminzyklen – März, Juni, September und Dezember – gehandelt. Zur eindeutigen Kennzeichnung der verschiedenen Terminmonate findet an den internationalen Terminbörsen eine spezielle Symbolik Anwendung.

kontrakt monate

Die Länge des zeitlichen Abstands zwischen den einzelnen Terminen erfolgt nach Kriterien, die sich in erster Linie an den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Marktinteressenten orientieren. Es notiert immer durchgehend eine feste Anzahl von Terminen nebeneinander. Beim S&P500- und Nasdaq100 E-mini-Future sind es fünf, beim Dow Jones-Future vier und beim Dax-Future drei Kontrakte.

Die Lebensspanne eines Dow Jones-Futures beträgt maximal zwölf Monate. Mit der Struktur der Termine liegt die Höchstdauer der Laufzeit fest. Jeder Futures ist handelbar bis zum planmäßigen Ende seiner Restlaufzeit, dem Fälligkeitstermin (Verfallstermin).

Lesen Sie weitere Wissensartikel zum Thema Futures:

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Investor Verlag

Das Team von Investor-Verlag.de informiert Sie fundiert über die aktuellen Entwicklungen auf den weltweiten Finanzmärkten - egal ob über Aktien, Devisen oder Rohstoffe.

Regelmäßig Analysen über Derivate erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Investor Verlag. Über 344.000 Leser können nicht irren.