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Die Geschichte der Terminbörse

Terminkontrakte zu Zeiten der Antike

Die Anfänge der modernen Terminbörse reichen zurück bis weit in die Antike. Erste frühzeitliche Termingeschäfte tätigten Phönizier und Römer angesichts einer immer unsichereren Welt. Diese Termingeschäfte waren Seeversicherungen auf Schiffsladungen und auf andere wichtige Handelsgüter.

Zunehmende Unsicherheiten über die Zukunft, schwankende Marktpreise und ein stetig wachsender Welthandel, mit typischen saisonalen Preiszyklen, mündeten dann schließlich in der Schaffung organisierter Zukunftsmärkte.

Strukturierter Handel an Terminbörsen

Die erste Terminbörse, die den geregelten Handel mit Terminkontrakten (Futures) möglich machte, führte anfänglich den Namen „Dojima-Reismarkt“ und entstand Ende des 17. Jahrhunderts auf japanischem Boden in Osaka. Gehandelt wurde dort seinerzeit in erster Linie mit Terminprodukten auf Reis und Seide. Der einzige augenfällige Unterschied zu den gegenwärtig existierenden Terminbörsen für Warenterminkontrakte (Commodities) bestand darin, dass eine physische Lieferung nicht vorgesehen war.

Alle übrigen wesentlichen Strukturmerkmale von Termingeschäften einschließlich des Vorhandenseins einer Clearing-Stelle waren aber in der Frühzeit des Terminhandels schon entwickelt. Weitere historische Beispiele für erste Ansätze eines geregelten Terminhandels findet sich auch in der Tulpenzwiebel-Spekulation in Holland von 1634 bis 1638 sowie Mitte des 16. Jahrhunderts in London mit der Bildung der „Royal Exchange“ und der späteren „London Commodity Exchange“.

Doch nicht nur börsliche Termingeschäfte der alten Mode wurden zu jener Zeit vor Ort abgewickelt, auch florierte in dieser Zeitspanne die Spekulation mit Anteilen an staatlichen Kolonial-Schifffahrtsunternehmungen, wie z.B. der im Überseehandel tätigen Britisch- Ostindische-Kompagnie oder auch der Mississippi-Gesellschaft.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verhalf in den Vereinigten Staaten erst der schwungvolle Handel mit landwirtschaftlichen Produkten sowie das gewaltige Fortschreiten der industriellen Produktion im Mittleren Westen – und dort aufgrund der geographisch günstigen Lage mit Handelsschwerpunkt in der Region um Chicago – zur Gründung und später dann zu einem weiteren Ausbau von Warenterminbörsen („Commodity Exchanges“).

Ihr Zweck bestand vornehmlich darin, Schäden abzuwehren, die von unkalkulierbaren Preisschwingungen in den Agrarmärkten ausgingen. Ähnliche Entwicklungen ließen sich zu jener Zeit auch im Raum New York City beobachten, wo von 1870 an erste Futures- Kontrakte an den Terminbörsen „New York Produce Exchange“ und „New York Cotton Exchange“ notiert sowie lebhaft gehandelt wurden.

Finanzterminkontrakte („Financial Futures“) sind zu dieser Zeit noch gänzlich unbekannt. Erst als im Mai 1972 auf der Grundlage von damals zunächst sieben der wichtigsten Währungen der Welt Devisen-Futures am International Monetary Market (IMM) in Chicago das Licht der Welt erblickten, markierte dies den Wendepunkt hin zur Ära der Financial Futures.

Zahlreiche weitere Terminbörsen sind seither entstanden. Als die wichtigsten Futures- Börsen der Welt gelten heutzutage die 1898 gegründete Chicago Mercantile Exchange (kurz CME; „The Merc“), die ausschließlich im elektronischen Handel mit europäischen Finanzderivaten („Financial Futures“) zur Deutsche Börse AG und Schweizer Börse gehörende Eurex AG und der Chicago Board of Trade, kurz CBOT; von dort aus nahm der geregelte Handel mit Terminkontrakten auf ausgewählte Agrarprodukte im Jahre 1848 in den USA seinen Ursprung.

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Über den Autor Kay Menzer

Kay Menzer ist bereits seit 1996 aktiver Aktieninvestor. In den Eurex und US-Futurehandel stieg er im Jahr 2003 ein.

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