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Nichts für Anfänger: Day-Trading mit CFDs

In letzter Zeit erhalte ich zahlreiche Fragen die eher in Richtung Kurzfrist-Trading oder gar Day-Trading abzielen. Daher möchte ich heute noch einmal zum Thema „CFD – Contract für Difference“ ein paar Worte verlieren. Ganz wichtig:

Bevor Sie mit dem CFD-Handel anfangen, sollten Sie schon genügend Erfahrungen dem Kauf und Verkauf von Aktien SOWIE Derivaten gemacht haben. Die Betonung liegt auf „genügend“ (und damit meine ich nicht „etwas“ oder „einige“). Am besten ist es, wenn Sie sogar bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben, im Sinne von Verlusten. Klar, das klingt etwas paradox und Sie fragen sich sicherlich: Wieso denn schlechte Erfahrungen? Und wieso Verluste? Ganz einfach:

Wenn Sie CFDs handeln, werden Sie früher oder später eine Position mit Verlust glatt stellen müssen. Und es wird nicht bei einer Verlust-Position bleiben, sondern Sie werden im Laufe der Zeit zahlreicheVerluste hinnehmen – je nach Ihrer Handelsaktivität. Das ist vollkommen normal und es gibt keinen Trader auf dieser Welt, der noch nie Verluste gemacht hat.

Pflicht bei CFDs: Stopp-Strategien

Ich möchte Ihnen keine Angst machen, im Gegenteil. Ich möchte nur unterstreichen, dass beim CFD-Trading Risiko- und Money-Management einfach unerlässlich ist. Bereits bevor Sie eine Position eingehen (zum Beispiel „long im Dax“ oder „short im Dollar“), sollten Sie sich im Klaren darüber sein, wann Sie wieder aus der Position aussteigen, falls es schief läuft. Bei dieser Form des Tradens ist das Setzen von Stopps in der Regel noch wichtiger als beim konservativen Aktienhandel. Wenn Sie dies verinnerlicht haben, nenne ich Ihnen ein paar Vorteile beim CFD-Trading:

  • Sie können in beide Richtungen traden. Beim CFD-Trading können Sie also sowohl auf steigende, als auch auf fallende Kurse setzen.
  • Sie haben eine große Auswahl an Basiswerten. Mit CFDs können Sie weltweit agieren. Die Schnittstelle zu den globalen Finanzmärkten ist Ihr CFD-Broker – egal ob Sie deutsche Nebenwerte, Rohöl in den USA, europäische Anleihen oder japanische Aktien handeln wollen.
  • Relativ geringe Transaktionskosten (je nach „Einsatz“ günstiger als bei anderen Derivaten)
  • Günstige Analyse-Software. Viele CFD-Broker stellen Ihren Kunden zu günstigen Konditionen oder sogar gratis Kursdaten und hervorragende Börsensoftware zur Verfügung. Für den normalen Anleger wäre das vor ein paar Jahren noch völlig undenkbar gewesen. Solche Systeme standen nur den Vollprofis zur Verfügung. Dank Internet – und schlussendlich dem immer populärer werdenden CFD-Trading – ist dies aktuell wie gesagt äußerst günstig möglich.

Ein weiterer, sehr wichtiger Vorteil:

Klare Preisbildung

Bei Optionen, Optionsscheinen und auch bei Zertifikaten müssen Sie verschiedene, oftmals komplizierte Faktoren berücksichtigen. Bei CFDs ist das wesentlich klarer: Sie hinterlegen eine Margin (=Sicherheitssumme) und bestimmen in einer bestimmten Bandbreite selbst, in welcher Höhe Sie von einer Kursbewegung – im positiven Falle – profitieren wollen. Sie können also selbst (mit etwas Übung) einstellen, welchen Hebel Sie bei Ihrer Spekulation einstellen wollen. Ein Beispiel:

Wenn Sie sich sagen: „Allianz wird heute um 1% steigen. Davon will ich überproportional profitieren“, dann können Sie den Hebel so wählen, dass Sie zum Beispiel das Zehnfache (also Hebel 10) erwirtschaften. Wenn Allianz dann tatsächlich um 1% steigt, dann haben Sie auf Ihren Einsatz 10% gewonnen. Steigt Allianz gar um 2%, dann haben Sie 20% mit Ihrem Einsatz „gemacht“.

Vorsicht! Vorsicht! Vorsicht!

Lassen Sie sich nicht zu schnell verlocken! Wenn Allianz an diesem Tag um 1% fällt, dann verlieren Sie natürlich – bei dieser Einstellung – entsprechend 10% Ihres Einsatzes. Der Hebel wirkt also auch in die Gegenrichtung. Und wenn es dann wirklich dumm läuft und Allianz fällt an diesem Tag um 5% und Sie traden mit Hebel 10, wie viel sind Sie dann von Ihrem Einsatz los? Richtig. 50 Prozent. Die Hälfte Ihres Einsatzes wäre dann futsch. Sie verstehen jetzt sicherlich, warum Erfahrung, Übung und insbesondere Stopp-Strategien bei dieser Art von Trading unerlässlich sind.

PS: Einen Nachteil muss ich noch nennen: Ohne Strategie werden Sie beim CFD-Trading schneller und mehr Geld verlieren, als Sie sich jetzt vorstellen können.

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Über den Autor Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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Alte Kommentare
  • Zorro schrieb am 21.02.2014, 22:27 Uhr

    Lieber Tom Firley, hätten Sie ihren Lesern empfohlen, mindestens 10 CFD Demokonten zu schreddern, bevor man auch nur einen Euro Echtgeld verheizt, wäre allen mehr geholfen gewesen! Wer nach einem Jahr intensiven CFD-Monopoly immer noch kein Plus erwirtschaften kann mit seiner Taktik oder seinem Börsenwissen, sollte einfach die Finger vom Derivatehandel lassen, oder weiter üben! Der größte Haken beim erfolgreichen Trading ist: "Es als Nebenbeschäftigung zu sehen!" Erfolgreiche Trader leben oft wie im Tunnel, arbeiten 10 bis 15 Stunden am Tag, vernetzt in Foren, Communities, jagen Informationen hinterher, sind versiert in Charttechnik, Elliott-Waves, besitzen Rechner mit 3 oder 6 Monitoren, (lächerlich, wer versucht auf einem ipad zu Traden) ...und bevor sie an eine Stop-Strategie denken, denken sie zuerst an kalendare Wirtschaftstermine, Volatilität, die Positionsgröße und die daraus entstehenden Folgen! Dann an den Stop! Was wäre ich froh, wenn der Investor-Verlag, in all seinen Berichten, Informationen und Videos, das "Revolver & Boulevard-Niveau" weglassen könnte - das wäre schöner wie DAX bei 10.000 ;-) Gruß Zorro

    • Tom Firley antwortete am 22.02.2014, 07:24 Uhr

      Hallo Zorro, herzlichen Dank für diese Darstellung. Ihre eingangs genannte Vorgehensweise (1 Jahr testen, dann entscheiden)halte ich für sehr sinnvoll. Viele Grüße Tom Firley

  • Haupt schrieb am 22.02.2014, 16:37 Uhr

    Herr Firley, erklären Sie mir bitte noch einmal, was CDF´s sind. ich muss einen Ihrer Beiträge übersehen haben. Grüsse.