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EZB gibt den Kampf auf: Anleger müssen darauf jetzt reagieren

Die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank am Donnerstag war nicht nur ein Schlag ins Gesicht aller Sparer, sondern auch eine Kapitulation. Die unkonventionellen Maßnahmen der vergangenen Jahre werden auch dauerhaft ein Teil der Geldpolitik der EZB sein, so der scheidende EZB-Vize Constancio. Mit anderen Worten: Die Zinsen bleiben im Keller, die Geldvernichtung geht weiter und der Kampf gegen faule Kredite, Überschuldung und marode Staaten ist längst aufgegeben.

EZB hat manipuliert wie keine andere Zentralbank

Die EZB sitzt mittlerweile auf einer gigantischen Bilanzsumme von über 4,5 Billionen Euro, die durchaus als tickende Zeitbombe bezeichnet werden kann. Gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung der Euro-Zone, liegt der Anteil inzwischen bei sage und schreibe 40 Prozent. Tendenz steigend. In den USA liegt der Anteil der Bilanzsumme der Fed an der Wirtschaftsleistung bei lediglich 20 Prozent. Die EZB hat damit in den letzten Jahren viel aggressiver in den Markt eingegriffen als jede andere Notenbank der Welt.

Im Portfolio befinden sich nicht nur Staatsanleihen, sondern auch massenweise Unternehmensanleihen. Zum Teil mit katastrophalen Bonitätsbewertungen. Der Hintergrund der Aufkäufe ist ganz einfach. Zahlreiche Länder und Unternehmen bekommen frisches Geld am freien Kapitalmarkt nur zu hohen Zinsen.

Weil sie sich hohe Zinsen aber nicht leisten können, werden die Schuldscheine an die EZB verkauft. Die EZB hält damit die Zinsen künstlich niedrig und rettet Teile des Systems vor dem Kollaps. Ein Spiel, das schon seit Jahren funktioniert. Oder besser gesagt, funktionieren muss.

Abhängigkeit vom billigen Geld

Die EZB bekommt jetzt die Quittung für ihre desaströse Geldpolitik. Sie sitzt im Loch, das sie sich selber gegraben hat, und kommt nicht wieder raus. Verschlafen wurde eine frühere Rückkehr zur Normalität und eine einschneidende und mitunter schmerzhafte Bereinigung des Systems. Sie hat selber die Droge „billiges Geld“ in Umlauf gebracht. Und es nicht geschafft, die Dosierungen Schritt für Schritt zu verringern. Das System braucht die Droge, sonst droht der Kollaps.

Geldschleusen könnten bald wieder voll aufgedreht werden

Dass die Dosierungen sogar bald wieder erhöht werden müssen, machen die jüngsten besorgniserregenden Konjunkturdaten deutlich. In vielen Ländern kühlt sich die Stimmung innerhalb der Wirtschaft dramatisch ab. In Deutschland ist der Ifo-Geschäftsklimaindex zum fünften Mal in Folge eingebrochen.

In Frankreich und Italien zeigen die Kurven ebenfalls nach unten. In Europa ist die Party vorbei, auch wenn es viele noch nicht wahrhaben wollen. Sollte aus einer kleinen Konjunkturdelle plötzlich ein Abschwung oder ein Konjunktureinbruch werden, wird die EZB erneut alle Geldschleusen öffnen und die unkonventionellen Maßnahmen sofort wieder hochfahren.

Sparer werden damit gleich von zwei Seiten in die Zange genommen. Zum einen vernichten Inflation und negative Realzinsen das Ersparte und die Kaufkraft nimmt ab. Zum anderen vernichtet die finanzielle Repression tonnenweise Kapital. Weil die EZB mit ihrer Geldpolitik den Banken das Leben schwermacht, drehen die Geldinstitute schon seit Langem kräftig an der Gebührenschraube. Höhere Kontoführungsgebühren, Negativzinsen auf Guthaben sind nur einige Dinge, mit denen uns die Banken ins Portemonnaie greifen.

Der „Point Of No Return“ wurde überschritten

Eine Rückkehr zu einer normalen Geldpolitik ist für die EZB kaum mehr möglich. Freie Märkte, die rein auf Angebot und Nachfrage beruhen, gibt es nicht mehr. Eine dringend notwendige Bereinigung des Systems hat es nie gegeben und kann es nicht geben. Die Zinsen müssen im Keller bleiben, alles andere ist nicht machbar. Egal was passiert, egal was es kostet. Ein Ausstieg ist nicht mehr möglich.

Anleger müssen ihre Strategie unbedingt anpassen

Die hohe Verschuldung, das schwache Wirtschaftswachstum zahlreicher EU-Länder und ein marodes Bankensystem, das immer noch auf faulen Krediten von rund 750 Milliarden Euro sitzt, machen deutlich höhere Zinsen und ein Ausstieg der EZB unmöglich. Das System kann nur durch die EZB am Leben erhalten werden. Und die hat keine Idee, wie sie die Situation in den Griff bekommen und das Rad zurückdrehen kann. Die EZB hat vor dem Monster, das sie selber großgezogen hat, kapituliert.

Sparer und Anleger sind deshalb gezwungen, ihre Anlagestrategien anzupassen. Mit sicheren Zinspapieren lässt sich kein Geld mehr verdienen.

 


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Thomas Schwarzer

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