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Börsencrash – wann liegt wirklich ein Crash vor?

Ein Börsencrash kann sich grundsätzlich immer ereignen. Nach meiner Beurteilung ist dies der ganz großen Mehrheit der Investoren nicht bewusst, daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle ein paar Aspekte aufzeigen, aus denen heraus ein Crash entstehen kann.

Was ist eigentlich ein Börsencrash?

Zunächst erst einmal zur Definition dieses Phänomens. Allgemeine Lesart ist, dass ein Crash nur dann vorliegt, wenn Aktienindizes mehr als 10 % an einem einzigen Handelstag verlieren. Doch sinnvollerweise sollte man die Definition insoweit erweitern, dass ein Crash einfach einen extrem starken Kursverlust in sehr kurzer Zeit bedeutet.

So würde ich einen Kurseinbruch eines Index um mehr als 20 % in einer Woche oder alternativ von über 30 % in einem Monat ebenfalls als Crash (für Ihre Geldanlage) bezeichnen. Scharfe Korrekturen von 10 % in ein, zwei Wochen oder Abwärtstrends wie z.B. die Baisse 2000 – 2003 werden fälschlicherweise ebenfalls als Börsencrash bezeichnet, sind es aber nicht.

Denn ein zweiter entscheidender Punkt für einen „echten“ Crash ist, dass der Kurseinbruch so schnell vonstatten geht und so umfassend ist, dass die Anleger mehrheitlich keine Chance haben, hierauf rechtzeitig zu reagieren und dadurch markante Verluste erleiden. Ersteres ist bei einer Baisse nicht gegeben, zweites wäre bei einer 10%-Korrektur nicht der Fall, denn ein solcher Rücksetzer ist normal und kommt immer wieder vor.

Ein Crash an der Börse entsteht nicht zwingend durch ein externes Ereignis

Das sind die entscheidenden Eckpunkte: Schnelligkeit, Überraschungsmoment und Abschläge über 10 % an einem Tag oder aber zumindest 30 % in einem Monat. Alleine diese Voraussetzungen unterstreichen, dass ein echter Börsencrash nur sehr selten auftritt. Selbst der sehr scharfe Kursrutsch von 1998, in dessen Verlauf der Dax 40 % abgab, war eigentlich kein Crash, da dieser Abstieg sich über zehn Wochen hinzog.

In der Vergangenheit ist beispielsweise das Jahr 1987 zu nennen. Damals verlor der Dax am 17. Oktober knapp 10 % und insgesamt binnen drei Wochen um die 35 %. Da dieses Phänomen also sehr selten auftritt, fühlen sich viele Investoren einigermaßen sicher. Und wenn ein Crash auftritt, dann muss etwas Außergewöhnliches passiert sein, so die allgemeine Ansicht.

Daher konzentrieren sich die meisten Investoren in kritischen Situationen auf die Nachrichtenlage, um einzuschätzen, ob ein Börsencrash droht oder nicht. Doch damit blicken sie in die falsche Richtung! Die negativen Rahmenbedingungen, die letztlich in einen Crash münden, sind meist schon seit Wochen vorhanden. Das war 1929 so, das war 1987 und sogar 1998 so. Was einen Crash möglich macht, sind dergleichen negative Fakten, das ist richtig. Aber was ihn letztlich auslöst, ist eine reine Kettenreaktion, die anderen Faktoren entspringt.

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Über den Autor Investor Verlag

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