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Shooting Star: Umkehrpunkt voraus

Der Shooting Star ist ein bärisches Signal und zeigt einen Umkehrpunkt an. War es beim Hammer ein Abwärtstrend, der vorangehen muss, so ist es hier ein Aufwärtstrend, der sich mit dem Erscheinen des Shooting Stars (die umrandete Kerze) umkehrt. Es muss eine möglichst lange und intakte Aufwärtsbewegung vorangehen, sonst gibt es auch nichts umzukehren.

Bei einem Tageschart kann man den Shooting Star etwa so interpretieren (sehen Sie sich dazu auch das Bild an):

Shooting Star Formation

Die Gewinne, die die bisherige Trendbewegung bestätigen, werden an diesem Tag zum Ende des Handelstages abgegeben. Das hohe Kursniveau ließ sich nicht verteidigen! Es scheint, als ob den Bullen allmählich die Kraft ausgehen würde. Wird die Shooting Star-Kerze am Folgetag bestätigt, erhöht dies die Trefferwahrscheinlichkeit enorm und die weitere Entwicklung könnte dann so aussehen, wie es die letzten Kerzen des Chartausschnitts aufzeigen.

Shooting Star: Erkennungsmerkmale

Shooting Star Formation in einer weiteren Darstellung

Der Shooting Star weist einen kleinen Kerzenkörper und einen langen Docht auf. In der Regel besitzt diese Kerze eine sehr kleine oder überhaupt keine Lunte. Der kleine Kerzenkörper zeigt, dass sich ein Tauziehen zwischen Bullen und Bären abspielt. Während die Bullen im Verlauf des Aufwärtstrends die Kontrolle übernommen hatten, ist das Kräfteverhältnis zwischen Bullen und Bären nun ausgeglichen.

Der Shooting Star kann ausschließlich am potenziellen Höchstpunkt eines Marktes auftreten. Es ist möglich, dass Sie diese Kerze im Rahmen eines Tagescharts auf eine Trendumkehr bei einem kurzfristigen Aufwärtstrend hinweist.

Da ein typischer Aufwärtstrend normalerweise zwischen sechs und 15 Tage dauert, sollte ein Swing-Trader auf der Hut sein, wenn der kurzfristige Aufwärtstrend vollentwickelt ist. Wenn der Shooting Star nach einer Kerze mit einem langen Kerzenkörper erscheint, ist dies ein besonders deutliches Warnzeichen, da er zeigt, dass das gegenwärtige Kursniveau nicht beibehalten werden kann.

Am Tag, an dem der Shooting Star entsteht, sollte der Markt eine Aufwärtskurslücke entwickeln (obwohl diese Kurslücke bei Aktien viel seltener anzutreffen ist als bei Rohstoffen).

Der Aktienkurs sollte im Laufe des Tages stark ansteigen, sodass es den Anschein hat, dass die Bullen den Markt vollkommen unter Kontrolle haben. Im weiteren Verlauf des Handelstages folgen mitunter Glattstellungsverkäufe, die der Gewinnmitnahme dienen. Der Schlusskurs der Aktie zeigt nur geringe Kursveränderungen gegenüber dem Eröffnungskurs, was der kleine Kerzenkörper zum Ausdruck bringt.

Ein praktisches Beispiel

Der Halbleiter-Index (SOXX), der die Wertentwicklung der sogenannten Chip-Aktien abbildet, veranschaulicht in aller Deutlichkeit, warum es so wichtig ist, auf den Shooting Star zu achten.

Shooting Star Formation im Halbleiter-Index SOXX im Juli 2005

Quelle: StockCharts.com, Abbildung: Semiconducor Index – Philadelphia ()

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Der Index bildete Ende April bei 376,64 mit den übrigen Nasdaq-Werten einen Boden. An diesem Tag brach der Index während des Handelstages aus der Unterstützung bei 380 aus, vollzog dann jedoch eine rasante Rallye und schloss innerhalb der letzten Kursspanne. Beachten Sie die einem Hammer vergleichbare Kerze (die aber einen kleinen Docht hatte und somit nicht als Hammer bezeichnet werden kann) mit der langen Lunte.

Danach schoss der Index innerhalb von 24 Handelstagen um fast 64 Punkte beziehungsweise etwa 17 Prozent in die Höhe, und zwar bis zum Kurswert von 440 Punkten, wo er zusammen mit dem Nasdaq auf seinen Widerstand stieß. Der SOXX-Index versuchte insgesamt sechsmal einen Ausbruch aus diesem Widerstandsbereich von 440, was aber nicht gelang.

Schließlich kam es zu einem Kursrückgang unter den Kurswert von 420, und anschließend begann eine weitere Rallye, die den Index wieder zu seinem Widerstandsbereich führte.

Ende Juni gelang dem SOXX-Index während des Handelstages ein Ausbruch über den Kurswert von 440, und dabei näherte er sich kurz seinem wichtigen Widerstandsbereich (was nicht auf dem Chart zu sehen ist) beim Kursniveau von 450, wo er vor November 2004 und im März 2005 zweimal stehen blieb.

Es bildete sich ein Shooting Star. Beachten Sie den langen Docht, der das obere Bollinger-Band durchbrach und den kleinen Kerzenkörper. Der Index hatte einen wichtigen Widerstand getestet, scheiterte jedoch bei seinem Ausbruchversuch.

Am nächsten Handelstag gab es massive Glattstellungsverkäufe, sodass der Kerzenkörper der Shooting-Star-Kerze ganz durch die schwarze Kerze umhüllt wurde. Daraufhin zog sich der Index zur Unterstützung beim Kursbereich von 418 zurück. Trader, die den Shooting Star nicht beachtet hatten, mussten die Korrekturbewegung und den damit verbundenen Kursverfall der Aktie unnötigerweise aussitzen.

Wenn Sie den Shooting Star im Chart identifizieren können, verfügen Sie über ein wichtiges Hilfsmittel, um frühzeitig zu erkennen, wenn eine Kursumkehr bevorsteht. Diese Kerze wird Sie vor dem Ende eines kurzfristigen Aufwärtstrends warnen, bevor Sie durch die trendfolgenden Indikatoren wie zum Beispiel den Gleitenden Durchschnitt oder den MACD darauf aufmerksam gemacht werden. Wenn Sie den Shooting Star ignorieren, müssen Sie damit rechnen, in die Fallstricke des Aktienmarktes zu geraten.

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Über den Autor
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Till Kleinlein

Till Kleinlein ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wurde bereits sehr früh vom Börsenvirus infiziert.

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