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Basiswissen Charttechnik: Der Aufwärtstrend

Die wohl wichtigste Disziplin innerhalb der Charttechnik ist die Trenderkennung.

Selbst der Börsianer, der die Chartanalyse für Kaffeesatzleserei hält (diese Spezies soll es in der Tat immer noch geben…), wird dem folgenden Spruch beipflichten: „The trend is your friend!“. Auf Deutsch heißt dies Der Trend ist Dein Freund und bedeutet ganz einfach: Handeln Sie immer in Trendrichtung.

Einfacher gesagt als getan. Denn leider bewegen sich die Kurse meist alles andere als vollkommen gradlinig in eine Richtung. Und bei den allermeisten mittel- bis langfristigen Analysen ist es besser, die Augen etwas zuzukneifen und die charttechnische Lage wie durch eine unscharfe Brille zu betrachten. Beginnen wir mit der Bestimmung von Aufwärtstrends:

Höhere Tiefs, höhere Hochs

Ein Aufwärtstrend besteht ganz einfach aus einer Reihe höherer Tiefs und (möglichst) höherer Hochs. Betrachten wir dies im Chartbild am Beispiel des weltweit wohl wichtigsten Börsen-Index. Es ist der marktbreite amerikanische Standard & Poors 500 oder kurz S&P 500.

Sie sehen hier einen Chartausschnitt aus den Jahren 1994 bis 2000 als Tages-Chart. Wie unschwer zu erkennen, ist diese einzigartige Aufwärtsphase geprägt von steigenden Tiefpunkten (höheren Tiefs, schwarze Linien) und ebenso steigenden Hochpunkten (höhere Hochs, grüne Linien).

Denken Sie „unscharf“

Wie Sie aber ebenso erkennen, dürfte es schwer fallen, die jeweiligen Tief und Hochpunkte durch eine Linie miteinander zu verbinden.

Daher ein Tipp: Denken Sie unscharf. Ein nützliches Hilfsmittel bei einer längerfristigen Betrachtung – wie in diesem Fall – ist die Umstellung auf den Wochen-Chart.

Mit der Darstellung des S&P 500 als Wochenchart „filtern“ Sie die Darstellung.

Somit dürft e es wesentlich leichter fallen, den eingezeichneten Aufwärtstrend nachzuvollziehen. Verbinden Sie einfach die relevanten Tiefpunkte, so dass möglichst viele Punkte auf die Linie treffen.

Sie wissen, dass die Chartanalyse keine exakte Wissenschaft darstellen kann. Nicht umsonst heißt es (ich wiedergole mich): 10 Charttechniker, 10 Meinungen, bzw. Interpretationen. Durch das Einzeichnen eines Aufwärtstrends mit (logischerweise) Daten aus der Vergangenheit möchten Sie die folgenden Fragen beantworten:

1. Bewegen wir uns in einem Aufwärtstrend?

2. Ist dieser Aufwärtstrend in Gefahr?

3. „Ab wann“ würde es brisant?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, geht es an die Feinjustierung einer möglichen Investition oder Spekulation. Hierfür benötigen Sie weitere Hilfsmittel wie zum Beispiel das Erkennen von Chart-Formationen und Technische Analyse. Mehr hierzu in späteren Lektionen. Hier eine kleine Aufgabe:

Sie sehen hier den Verlauf des S&P 500 von Anfang 2009 bis zum Frühjahr 2012. Drucken Sie folgenden Chart einfach aus und zeichnen Sie eine langfristige Aufwärtstrendlinie ein.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass in einem Chart mehrere Trends eingezeichnet werden. Wichtig ist, dass Sie durch die Anzahl der Linien nicht den Überblick verlieren …

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Über den Autor Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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