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Eigenkapitalrentabilität: Darum ist sie für Anleger so wichtig

Für Anleger ist die Eigenkapitalrentabilität eines Unternehmens von Bedeutung, weil diese Kennzahl Auskunft darüber gibt, ob ein Unternehmen wirtschaftlich haushaltet. Je effektiver die Firma mit Eigenkapital umzugehen weiß, desto lukrativer wird in den meisten Fällen eine Unternehmensbeteiligung sein.

Aus diesem Grund ist die Eigenkapitalrentabilität ein wichtiger Faktor der Fundamentalanalyse. Denn so können Privatanleger auf einen Blick vergleichen, welches Unternehmen am wirtschaftlichsten arbeitet.

Die Formel der Eigenkapitalrentabilität

Die Berechnung der Kennzahl ist recht überschaubar. Es werden lediglich zwei Werte benötigt: der Gewinn bzw. Jahresüberschuss und das Eigenkapital.

Gewinn / Eigenkapital * 100 % = Eigenkapitalrentabilität in Prozent

Eigenkapitalrentabilität und seine Bedeutung in der Wirtschaft

Grundsätzlich gilt: Je höher die Eigenkapitalrentabilität, desto attraktiver ist das Unternehmen für Investoren. Allerdings sei davor gewarnt, hier Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Verschiedene Unternehmen aus völlig unterschiedlichen Wirtschaftssektoren sollten dabei nicht über einen Kamm geschert werden.

Vielmehr können Anleger verschiedene Sektoren analysieren und sich dabei jeweils rentable Unternehmen herauspicken. Denn es kann durchaus in einer Branche ganz üblich sein, dass viele attraktive Aktiengesellschaften trotzdem eine niedrige Rentabilität aufweisen.

Bestes Beispiel für eine hohe Eigenkapitalrentabilität sind die Sektoren Konsum, Gesundheit und Informationstechnologie. Wenn ein Unternehmen hier keine guten Werte aufweist, sollten Anleger einen großen Bogen darum machen. Anders sieht es in der Energiebranche aus und natürlich bei Banken bzw. Finanzdienstleistern. Hier ist die Eigenkapitalrentabilität chronisch schlecht. Hier gilt es, andere Werte, wie Dividenden oder Quartalszahlen, höher zu bewerten.

Wichtiger Faktor bei der Berechnung

Wer sich die Mühe macht und nicht online nach der Eigenkapitalrentabilität von bestimmten Unternehmen sucht, sondern den Wert selbst berechnet, der muss auf einen Punkt besonders achten: Das Eigenkapital ist nämlich nicht immer gleich aufgelistet und deshalb sind die Ergebnisse manchmal unterschiedlich.

Ausstehende Einlagen sollten hierbei bereinigt sein. Dagegen können die stillen Reserven des Unternehmens zum Eigenkapital in der Bilanz addiert werden.

Ähnlich ist es beim Gewinn. Der Jahresüberschuss wird für die Berechnung verwendet. Ein eventuelles außerplanmäßiges Ergebnis muss wiederum abgezogen werden. Werden beide Punkte beachtet, kommt am Ende die korrekte Eigenkapitalrentabilität heraus.

Beispiel für Berechnung der Eigenkapitalrentabilität

Firma Müller hat 2015 ein bereinigtes Eigenkapital von 2 Mio. €. Der Gewinn lag im selben Jahr bei 300.000 €. Die Berechnung lautet demnach: 300.000 € / 2.000.000 € = 15 %

Zum Vergleich hat Firma Schmidt im selben Jahr 5 Mio. € Eigenkapital bei einem Gewinn von 1 Mio. €. Laut Rechnung kämen hier heraus: 1.000.000 € / 5.000.000 € = 20 %. Allerdings wird bekannt, dass im Gewinn ein außerplanmäßiges Ergebnis von 275.000 € verbucht wurden.

Somit ist der tatsächliche Gewinn für die Berechnung nur 725.000 €. Die neue Rechnung sieht folgendermaßen aus: 725.000 € / 5.000.000 € = 14,5 %.

Firma Schmidt liegt damit bei der Eigenkapitalrentabilität eng bei Firma Müller und nicht deutlich besser, wie vorher gedacht. Hier wird deutlich, welche Bedeutung die richtigen Unternehmenszahlen bei der Kalkulation haben.

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Alte Kommentare
  • joha schrieb am 17.10.2012, 11:36 Uhr

    ist dieser indikator das gleiche wie die ebit-marge?