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Börse: Wer hat Recht? Buffet oder Malone?

Wir verfolgen zurzeit eine sehr interessante Entwicklung an den Märkten. Für manche Anleger scheint dies eine immense Chancen darzustellen… für andere Ärger.

Meine amerikanischen Kollegen und ich haben uns für Sie einmal durch Warren Buffetts neueste öffentliche Berichte gewühlt. Was sehr interessant ist und was wir uns an dieser Stelle einmal näher ansehen werden, ist Buffetts Umgang mit seinen Medienbeteiligungen.

In den vorangehenden Quartalen hatte Buffett seinen Daumen fest auf seiner Beteiligung bei Media General (NYSE: MEG) – dem Betreiber von 70 lokalen TV-Sendern. Aber jetzt verkauft er. Berkshire lud rund eine Millionen Aktien der Firma ab (d.h. rund 25% ihres Anteils). Noch auffälliger war jedoch Buffetts Umgang mit seinen acht Millionen Aktien von Viacom (Nasdaq: VIA), einem Medienschwergewicht. Hier zog Buffett komplett den Stöpsel und stieß die ganze Position ab.

Damit ist klar, dass Buffett aus dem chaotischen Spiel der Medienbranche aussteigen will.

Und das macht Sinn. Das Orakel aus Omaha hat lange immer wieder den Ansatz betont, dass er das besitzen möchte, was er kennt. Er will verlässliche Marken… wie Coca-Cola (NYSE: KO) und Johnson & Johnson (NYSE: JNJ).

Er will keine „Störenfriede“ oder Firmen, deren Geschäft von derartigen „Störenfrieden“ abhängt.

Der Unterschied zwischen Melone und Buffett

Aber John Malone möchte genau das. Während Malone sicher nicht Buffetts Geld hat, liegt Malone – der größte Landbesitzer der USA – sicher nicht ganz so weit hinter Buffett.

Und dabei bieten die individuellen Investmentstile von Malone und Buffett einen interessanten Kontrast gegeneinander – besonders wenn es darum geht, in weniger stetige Geschäftsmodelle zu investieren.

Während Buffett sich aus dem Spektakel im Mediensektor zurückzieht, springt Malone geradezu hinein. Seine Liberty Global (Nasdaq: LBTYA) verleibte sich gerade eine der ältesten Firmen Großbritanniens ein, Cable & Wireless.

Es ist ein mutiger Schritt – nahezu komplett am anderen Ende des Spektrums, wenn man es mit Buffetts Philosophie vergleicht. Selbst führende Insider bei Cable & Wireless geben zu, dass die Firma die letzten Jahrzehnte mit einer Krise nach der anderen zu tun hatte.

Aber Malone ist bereit, dieses Risiko einzugehen.

Leute, die Malone kennen (ich habe mit ihm in der Vergangenheit schon das ein oder andere mal gefischt), wissen jedoch, dass er das Mediengeschäft exzellent versteht. Er half beim Start des Disney Channel und machte ein enormes Vermögen mit seinem Anteil an Sirius XM (Nasdaq: SIRI). Der Deal jetzt stellte sicher, dass er eine Leitung hat, um die Inhalte zu Millionen seiner Kunden zu bringen.

Aber er ist ein zupackender Investor. Meist krempelt er sogar alles um. Buffett hingegen geht mehr nach den Zahlen.

Der eine macht den Deal aktiv klar, der andere wartet darauf, dass Vater Zeit letztlich das Geschäft für ihn macht.

Malone hat dabei keine Angst vor dem Risiko (sein kürzlicher Schritt beweist dies), denn er weiß, dass das Ergebnis eben oft das Risiko wert ist. Buffett hingegen bevorzugt den gemäßigten, verlässlichen Zugang. Eine kleine Anmerkung kann ich mir hier jedoch nicht verkneifen: Nachdem Buffett einmal einen Anteil an Coca-Cola für mehrere Jahrzehnte gehalten hatte, verlor er auf der Position so viel wie wohl nur selten zuvor.

Unseren amerikanischen Lesern schrieben wir bereits die Woche als Fazit:

Letztlich hat alles damit zu tun, wie Sie Risiko und potentziellen Gewinn kontrollieren. Wenn Sie wirklich eine Firma kennen, ihr Geschäftsmodell und das Umfeld, in dem sie operiert, so ist Ihr Risiko klein. Sie wissen genau, was auf Sie zukommt. Aber wenn sich die Firma entwickelt, dann gibt es viele Unbekannte… das Risiko ist letztlich deutlich höher.

Wie Buffett sagt, ist es nicht gut durchdacht in etwas zu investieren, dass man nicht versteht, wenn es viele andere Chancen zur gleichen Zeit mit viel weniger Risiko gibt.

Wir können ganz klar sagen, dass Malone seine Industrie kennt wie kaum ein anderer. Aber selbst er gibt zu, dass es viel Risiko in der Branche gibt. Und ganz sicher wird er adäquat entlohnt, wenn die Dinge so laufen, wie er sich das vorstellt.

Aber wir halten Buffett für auf dem geradlinigeren Weg… den Weg, den alle außer der wirklich besten Nischeninvestoren gehen sollten.

Er investiert zusammen mit seinem verlässlichsten Partner auf dem Planeten – Zahlen.

Buffett ist die Verkörperung des fundamentalen, Wert orientierten Anlegers. Seine Philosophie sollte ein Grundstein Ihrer Investmentstrategie sein.

Sie ist bewährt und führt zum Erfolg.

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