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Türkei: Es gibt tiefgreifende Probleme beim Ex-Börsen-Darling

Die Augen der Welt blicken nach den schrecklichen Terroranschlägen von Istanbul auf die Türkei.

Hier beschäftigen wir uns jedoch nicht mit der politischen Seite, sondern betrachten die Türkei aus dem Blickwinkel der Börse.

Die überragende Börsenstimmung lässt sich mit einem einzigen Satz zusammenfassen: „Das ist gar nicht gut.“

Eigentlich stimmen die Makro-Daten und die übergeordnete Story der Türkei absolut.

Nicht ohne Grund hat Jim O`Neill, der Erfinder des berühmten (wenn auch inzwischen veralteten) BRIC-Konzepts, hinter verschlossenen Türen erklärt, dass man in dem BRIC-Konzept vielleicht Russland durch die Türkei ersetzen sollte – also BICT statt BRIC.

Nach den jüngsten politischen Entwicklungen bin ich mir jedoch nicht mehr so sicher, ob O`Neill das immer noch so sieht.

Denn auf der politischen Ebene entwickelt sich die Türkei immer mehr zu „Russland 2.0″. Wirtschaftlich hat die Türkei jedoch in der Tat wesentlich mehr zu bieten und bessere Perspektiven als das ehemalige Zarenreich.

Doch die exzellenten Entwicklungsmöglichkeiten der Türkei sind gefährdet, wenn Erdogan seine Macht weiter ausbaut und es zu russische Machtverhältnisse in der Türkei kommt – mit einem Staatspräsidenten, der eine antidemokratische und Marktwirtschafts-gefährdende Politik verfolgt.

Dann werden sich immer mehr internationale Investoren aus der Türkei zurückziehen – so wie sie es in Russland bereits getan haben.

Zudem besteht die Gefahr, dass an den Börsen auch für den türkischen Aktienmarkt ein deutlich höheres Länderrisiko als neue Norm etabliert. Beide Szenarien würden deutlich fallende Kurse am türkischen Aktienmarkt nach sich ziehen.

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Über den Autor Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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