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Neuer Schock-Moment für die Märkte am Montag?

Achten Sie heute besonders auf die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Sie dürften sehr stark ausfallen. Was den Markt beflügeln kann, weil es als Indiz für die zurückgewonnene Stärke der US-Wirtschaft interpretiert werden kann (wenn man die Tatsache ausblendet, dass dahinter nur Quantität, nicht Qualität beim Jobaufbau steht).

Die Zahlen könnten aber ebenso gut die Kurse drücken, weil die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinsanhebung durch die US-Notenbank dramatisch steigt. Wilde Bewegungen im Umfeld der Datenveröffentlichung sind wie immer garantiert.

Ein gutes Indiz für die heutigen Zahlen waren die ADP-Daten vom Mittwoch, die nur den US-Privatsektor erfassen. Demzufolge haben die US-Unternehmen im November deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Nämlich 216.000, nachdem Analysten im Konsens nur mit 161.000 neuen Stellen gerechnet hatten (nach 119.000 im Vormonat, revidiert von 147.000).

Es ist also keine große Kunst, heute Nachmittag ebenfalls starke Arbeitsmarktdaten zu erwarten. Der Markt dürfte diesen Umstand sogar bereits eingepreist haben, so dass Kursbewegungen direkt nach den Daten nur kurzlebig sein dürften. Neue Trends werden wir voraussichtlich nur dann sehen, wenn die Daten anders ausfallen als erwartet.

Erneuter US-Zinsschritt im Dezember ist bereist eingepreist

Insbesondere der US-Dollar dürfte nicht mehr stark profitieren, nachdem er im Vorfeld deutlich angestiegen war und die halbe Welt inzwischen auf einen weiteren Anstieg wettet. Eine solche Einseitigkeit geht selten lange gut an den Börsen.

Eine Zinsanhebung im Dezember durch die US-Notenbank ist ebenfalls so gut wie sicher (Wahrscheinlichkeit aktuell über 90%). Sie kann als eingepreist gelten. Sowohl bei US-Dollar, Gold als auch bei US-Aktien. Eine nachhaltige Marktbewegung aufgrund dieses Ereignisses dürfte es daher nur geben, wenn der Zinsschritt entweder ausbleibt oder stärker ausfällt als erwartet. Beides ist extrem unwahrscheinlich.

Italien-Referendum am Sonntag: Sargnagel für Euro und DAX?

Von welcher Seite her droht dem Markt dann also die Gefahr einer unliebsamen Überraschung? Es könnte das Verfassungsreferendum in Italien sein, welches am Sonntag stattfindet. Verliert der amtierende Präsident Renzi die Abstimmung, was wahrscheinlich ist, ha er bereits seinen Rücktritt angekündigt. Dann stehen zu Jahresbeginn 2017 in Italien Neuwahlen mit ungewissem Ausgang an. Sogar die Euro-Mitgliedschaft Italiens steht dann auf dem Spiel.

Italien könnte sogar zum „Grexit 2.0“ werden. Wenn bereits das kleine Griechenland auf Euro und DAX drückte, könnte sich Italien zu einer echten Tretmine entwickeln und beide regelrecht zur Implosion bringen. Zumal die Unsicherheit über viele Monate anhalten dürfte (Wahltermin, Wahlprognosen, Wahlausgang, mögliche Koalitionen, Taktiererei usw.). DAX und Euro würde ich daher erst einmal nicht mehr anfassen.

Für Gold-Anleger könnte dies jedoch eine Sternstunde werden. Nachdem keiner mehr das gelbe Metall haben will, welches erst im Sommer noch zu Rekordpreisen gehandelt wurde (was hat sich eigentlich in der Finanzwelt seitdem zu Besseren gewandelt?), könnte es jetzt ein Comeback feiern. Die Stimmung ist am Boden, die Minenwerte fallen trotz weiter fallender Goldpreise nicht mehr. Klare Indizien für eine baldige Preiserholung.

EUR/USD Wochenchart, dahinter Goldpreis in Euro

Gold ist die ultimative Versicherung gegen den Euro-Zerfall

Gold ist übrigens die ultimative Versicherung gegen die Wertzerstörung durch den kollabierenden Euro, der von vorn herein als Totgeburt angelegt wurde. Aktuell schickt sich der Euro an, seine Mehrjahrestiefs zu unterschreiten und in Richtung Parität zum US-Dollar zu fallen.

Sicher: Sie könnten auch US-Dollars kaufen. Doch dann kämen Sie vom Regen in die Traufe, wenn es bei der am höchsten verschuldeten Währung der Welt eines Tages zum Schwur kommt.

Mit Gold waren Sie in den letzten 10.000 Jahren stets besser bedient als mit jeder Papierwährung. Alle sind nämlich früher oder später ausnahmslos den Bach runtergegangen. Während der Euro zum US-Dollar in den letzten drei Jahren 25 Prozent verloren hat, konnte der Goldpreis in Euro gerechnet in der Spitze um 33 Prozent zulegen.

Damit ist Gold eine prima Versicherung gegen den Euro-Zerfall und zudem eine wichtige Diversifikation für Ihr Vermögen, welches ganz sicher nicht nur aus Aktien oder gar Cash (Euros!) und Immobilien bestehen sollte.

 

 

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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