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Meine Prognose: Trump wird die Wahl „überraschend“ gewinnen

Die Börsen zeigte sich gestern in höchster Verzückung als die Nachricht kam, dass FBI-Chef Comey die demokratische Präsidentschafts-Kandidatin Clinton in der E-Mail-Affäre entlastet hat. Nach Lesart der Märkte bedeutet dies Rückenwind für Clinton und womöglich einen Wahlsieg.

S&P 500 Tageschart

Die Börsen dürften aber – genau wie damals beim Brexit – mit voller Wucht in die falsche Richtung rennen und erneut auf dem falschen Fuß erwischt werden. Denn die Wahl wird voraussichtlich „ganz überraschend“ Trump gewinnen. Der S&P 500 lief bezeichnenderweise genau bis an eine zuvor gebrochene Unterstützung zurück.

Ich habe gegen den Mainstream den Brexit richtig vorhergesagt. Ich werde bei Trump sicher nicht total falsch liegen.

Werfen wir einen Blick auf die jüngsten Wahlumfragen, dann wird das klar:

Bei den landesweiten Umfragen herrscht zwar ein Patt:

  • IBD/TIPP Daily Tracking: Trump 44 %, Clinton 44 %.
  • ABC/Washington: Clinton 47 %, Trump 44 %.
  • Daily Rasmussen: Tracking Clinton 44 %, Trump 44 %.
  • LA Times/USC: Trump: 47 %, Clinton 43 %.

Aber die Wahl wird in den großen Battleground States, wie zum Beispiel in Florida oder North Carolina, entschieden. Auch da auf den ersten Blick wieder ein Patt:

  • Opinion Savvy (Florida): Clinton 49 %, Trump 45 %
  • Fox 13/Opinion Savvy (Florida): Clinton 49 %, Trump 45 %
  • Gravi (Florida): Clinton 49 %, Trump 45 %
  • Quinnipiac (North Carolina): Clinton 47 %, Trump 44 %
  • WRAL-TV/SurveyUSA (North Carolina): Trump 51 %, Clinton 44 %
  • Elon Poll (North Carolina) Clinton 44 %, Trump 44 %
  • Trafalgar Group-Umfrage (Florida): Trump 50 %, Clinton 46 %.

Punkt 1:

Wie schon zuvor beim Brexit sehen wir bei den Umfragen allerdings ein Phänomen: Die Medien haben im Vorfeld der Wahl ein bestimmtes Ergebnis gelinde gesagt bevorzugt behandelt (damals: No Brexit, heute: Clinton), einen gegenteiligen Wahlausgang hingegen stigmatisiert.

Das führt dazu, dass die Befragten in Richtung einer „sozialen Erwünschtheit“ antworten, was die Ergebnisse der Umfragen diesmal zugunsten von Clinton verzerrt.

Die Aussagekraft ist damit im Eimer. Trump dürfte in Wirklichkeit in den Wahlen rund 5 Prozent besser abschneiden. Die tendenziösen Mainstream-Medien schießen sich wie schon beim Brexit erneut ein Eigentor und werden dadurch noch das letzte bisschen Glaubwürdigkeit verlieren.

Punkt 2:

Trump-Wähler sind fanatischer. Sie werden als Protest-Wähler auf jeden Fall wählen gehen. Clinton-Wähler bleiben eher zu Hause, wenn das Kind schreit, das Wetter schlecht ist, was auch immer. Man nennt das „geringere Wählerintensität“. Auch das wird die Wahlergebnisse zugunsten von Trump ausfallen lassen.

Wenn Sie mehr über diese Effekte erfahren möchten, schauen Sie sich dieses Video (engl.) an.

http://investmentwatchblog.com/trump-landslide-election-forecast-from-dr-gerard-lameiro-focus-today/

Der US-Wahlexperte Dr. Gerard Lameiro erwartet sogar einen erdrutschartigen Wahlsieg von Trump. Er rechnet darüber hinaus mit einem weiteren grundlegenden Erneuerungsprozess der beiden großen Parteien in den USA. Darüber hinaus mit einem massiven Bedeutungsverlust der Mainstream-Medien, die ihre vorgebliche Neutralität über Bord geworfen haben. Aber das kennen wir ja von daheim.

Doch entscheidend ist schlussendlich nicht das Wahlergebnis, sondern die Reaktion der Märkte darauf. Sollte Trump die Wahl gewinnen, dann frage ich mich, was die Börsen eigentlich einpreisen wollen. Wo noch nicht einmal Trump selbst seine Politik der nächsten vier Jahre kennt. Wir haben es hier mit einer Art „Wundertüte“ zu tun.

Bei Clinton ist alles klar: Mehr Schulden, mehr Umverteilung, mehr Staat. Und eine Präsidentin, die sich wegen fortgesetzter Ermittlungsverfahren (es ist ja nicht nur eines wegen der Emails anhängig!) gar nicht um die Amtsgeschäfte kümmern kann. Bleibt ihr wenigstens keine Zeit für Krieg mit Russland.

Und das soll jetzt Grund zum Börsenjubel sein? Schauen wir mal, wie lange das anhält… Das Schlimmste, was den Börsen noch passieren könnte, ist ein knapper Wahlsieg, der von der unterlegenen Partei angezweifelt wird. Verbunden mit Nachauszählung und monatelanger Hängepartie a là Al Gore seinerzeit – puhh… Aber ich denke, das wird nicht passieren.

Einen unschlagbaren Vorteil haben die Börsen jetzt: Der Pessimismus ist aktuell wieder sehr hoch. Theoretisch sind das gute Voraussetzungen für eine Rally. Praktisch auch, denn wir haben die saisonal stärkste Zeit des Jahres für Aktien.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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