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Können Trumps Investitionspläne US-Wirtschaft beflügeln?

Ich muss zugeben, ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich heute Morgen den Fernseher einschaltete und mir so langsam dämmerte, was da eigentlich in der Wahlnacht in Übersee passiert war: Das, womit zumindest hierzulande wohl die Wenigsten gerechnet haben dürften.

Nachdem die Wahlnacht über Stunden eine extreme Zitterpartie war, ist die Sensation nun perfekt: Donald Trump hat überraschend und entgegen der allermeisten Umfragen die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen.

Gestern habe ich Ihnen im Aktien Daily noch geschrieben, dass wir spätestens seit dem Brexit-Votum wissen, dass man Umfrageergebnissen nicht bedingungslos vertrauen darf. Und so ist es auch diesmal gekommen. Trump konnte die besonders umkämpften Staaten Florida, North Carolina, Ohio sowie Wisconsin für sich entscheiden und wird damit am 20. Januar als der 45. Präsident in das Weiße Haus einziehen.

Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen

DemokratinHillary Clinton gewann von den sogenannten Swing States (Wechselwählerstaaten) lediglich Nevada, Virginia und Colorado. Ihre Niederlage dürfte das Ende ihrer politischen Karriere bedeuten. Vor allem in mehreren Bundesstaaten im sogenannten Rostgürtel der USA, einer einst florierenden und inzwischen vom wirtschaftlichen Abschwung geprägten Industrieregion, konnte die Demokratin nicht überzeugen.

Die Sorge vor einem Sieg von Donald Trump war vor der Wahl groß gewesen, auch in Deutschland. Trump hatte mit populistischen Parolen Wahlkampf gemacht. Er wetterte immer wieder gegen Einwanderung, internationale Handelsabkommen und Globalisierung und machte diese für den Verlust von Arbeitsplätzen in den USA verantwortlich. Seine Stimmungsmache hat die Wähler offensichtlich stärker angesprochen, als es Meinungsforscher vorausgesehen hatten.

Was für uns und für Sie nun wichtig ist: Trump hat das Rennen für sich entschieden – deshalb gilt es jetzt, sich nun auf die veränderten Gegebenheiten einzustellen, wenn Sie dies nicht im Vorfeld bereits getan haben. Wie immer gilt auch jetzt gemäß unserer altbekannten Börsenregel: Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Was getan werden muss, wird getan – nicht mehr und nicht weniger.

Von Verkaufspanik keine Spur

Ein Zwischenfazit an diesem Mittwoch: Die auf breiter Flur erwartete Verkaufspanik an den Aktienmärkten blieb aus. Der Wahlsieg des als unberechenbar geltenden Republikaners hat am deutschen Aktienmarkt nur kurzzeitig für größere Verluste gesorgt. Zum Handelsstart fiel der Leitindex DAX noch um knapp 3% auf 10.174 Punkte. Nach den ersten beiden Handelsstunden lag das Börsenbarometer schon wieder bei 10.408 Zählern. Gegen 13 Uhr bei 10.321 Punkten. Eine insgesamt sehr moderate Reaktion der Marktteilnehmer.

An was erinnert uns dies? Richtig, an das Sprichwort „Politische Börsen haben kurze Beine“. Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar sagte: „Die Erfahrung mit der jüngeren Börsengeschichte zeigt, dass einzelne Begebenheiten keinen anhaltenden Einfluss auf den DAX haben.“

Trumps Investitionspläne dürften US-Wirtschaft beflügeln

An der Börse zählt bekanntlich nur der Blick nach vorn. Lassen sie uns also gemeinsam einen Blick darauf werfen, was uns nun mit dem neuen US-Präsidenten bevorsteht und vor allem darauf, wie Sie sich als Privatanleger jetzt am besten positionieren.

Zunächst einmal, die Angst vor Donald Trump ist aus unserer Sicht übertrieben. Vergessen Sie sämtliche Wahlkampfparolen, in der Realität muss er sich mit dem Kongress und dem Senat auseinandersetzen. Dass man ohne diese obersten Gremien nichts erreichen kann, hat der noch amtierende US-Präsident Barack Obama in den letzten Jahren schmerzhaft zu spüren bekommen.

Wir hatten bereits im Vorfeld darüber berichtet, das Trumps Wahlkampfprogramm durchaus auch etliche positive Pläne enthielt. Nur darüber wurde in der doch recht einseitigen Medienberichterstattung hierzulande kaum berichtet. So möchte Trump massiv in die marode amerikanische Infrastruktur investieren. Allein dieses Vorhaben hat das Potenzial, die US-Wirtschaft und damit auch den amerikanischen Aktienmarkt nachhaltig und deutlich zu beflügeln.

Außerdem: Wussten Sie eigentlich, dass Trump ein Millionen-Depot gespickt mit Aktien hält gegen die er während des Wahlkampfs so gewettert hat? Seine größte Position ist übrigens Apple, gefolgt von Alphabet (Google). Wie sagt man so schön “Hunde die bellen, beißen nicht“. Seien Sie also sicher, dass er dem Aktien-Markt gut gewogen ist. Immerhin ist er Unternehmer durch und durch und wer schießt sich schon gerne ins eigene Bein.

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Über den Autor Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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