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Japan: Das sieht gar nicht gut aus

Wenn Börsianer derzeit nach Asien schauen, haben Sie weder das typisch südostasiatische Lächeln auf den Lippen noch Hunger auf japanisches Sushi oder ein Thai-Curry.

Das Börsen-Beben in China hat auch die umliegenden asiatischen Börsen erwischt. So hat der japanische Nikkei 225 Index im laufenden Jahr bereits über -6% verloren.

Das dürfte noch nicht alles gewesen sein. Die Charttechnik des Nikkei hat sich massiv verschlechtet. Der wichtige mittelfristige Aufwärtstrend (seit Herbst 2012 gültig), der zu einem Anstieg von über +120% in den vergangenne 3 Jahren führte, ist in 2016 bereits gebrochen worden!

Wir sehen im Nikkei Index bereits seit August 2015 tiefere Hochs und tiefere Tiefs – die klassischen Zeichen einer Baisse und weiter fallender Kurse. Von dem aktuellen Kursniveau hat der Nikkei ein weiteres Abwärtspotential von mindestens -10%. Es sieht ganz so aus, als ob die schöne Börsenparty in Japan vorbei ist.

Auch viele der südostasiatischen Börsen stehen derzeit nicht viel besser aus. Die thailändische Börse befindet sich bereits seit Februar 2015 in einem Bärenmarkt. Der dortige Leitindex SET hat im vergangenen Jahr fast -20% verloren. Dies liegt jedoch an der Sondersituation im Land des Lächelns.

Börsianer sorgen sich um die politische Situation im Land, seit das Militär dort de facto die Macht übernommen hat.

Ich war im Dezember für mehrere Wochen in Thailand und kann diese Ängste nach meinen Gesprächen und Beobachtungen nicht bestätigen. Thailand hat andere Probleme, aber die Sorgen der Börsianer um die Politik sind bisher unbegründet. Trotzdem gibt es spannendere Märkte in Asien.

Vietnam: Der Tiger ist zurück

Thailand – für viele Deutsche ist dieses Land ein Urlaubsparadies und einer der schönsten Flecken der Erde. Ich kann das nur bestätigen. Doch Thailand-Investoren hatten in den vergangenen 12 Monaten wenig Grund zur Freude. Die thailändische Börse befindet sich in einem mittelfristigen Abwärtstrend.

Dies ist das Ergebnis einer ganzen Mischung von Gründen: Die Börsenbewertungen in Thailand sind durch die Hausse der vergangenen Jahre überdurchschnittlich hoch angestiegen. Auf der anderen Seite wächst die thailändische Wirtschaft aber schon lange nicht mehr mit Wachstumsraten von +6% oder mehr.

Schlafwandeln in IowaFakten sind besser als Träume, sagte Churchill. Vielleicht. Aber Träume sind viel attraktiver. Und bei weitem gefährlicher. › mehr lesen

Mischt man nun noch die Unsicherheit über die politische Situation in Thailand hinzu, und es ist verständlich, warum Anleger im vergangenen Jahr lieber mal Gewinne mitgenommen haben.

Die übergeordnete Thailand-Story, davon konnte ich mich bei meinem Besuch in Bangkok überzeugen, ist intakt: Die thailändische Mittelschicht wächst. Der Tourismus ist weiterhin robust. Die Bau-Branche boomt.

Aber: Aufgrund der hohen Börsenbewertungen und der sich verschlechterten Börsenstimmung ist bei Thailand die Luft erst mal raus. Anders sieht es beim Nachbarn Vietnam aus. Auch dieses Land habe ich auf meiner Reise im Dezember besucht.

Und meine zahlreichen Gespräche mit meinen Kontakten in die vietnamesische Investmentbanking-Szene bestätigten erneut: Vietnam hat den Turnaround geschafft.

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Über den Autor
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Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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