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China: Die Angst geht um!

Was ist da in China los? – diese Frage wird mir derzeit noch häufiger gestellt als meine Meinung zu den Horror-Ereignissen am Kölner Hauptbahnhof (denn ich lebe ja in Köln, wenn ich in Deutschland bin).

Die chinesischen Festlandsbörsen befinden sich im freien Fall. In der 1. Handelswoche des neuen Jahres verlor die Börse in Shanghai fast -10 %.

Die staatlichen Interventionen verpuffen nahezu wirkungslos. Die Verunsicherung unter internationalen und chinesischen Anlegern wird immer größer. Und jeder erfahrene Börsianer weiß: Unsicherheit ist die schlimmste Situation an der Börse. Börsianer können mit schlechten Nachrichten leben.

Denn dann kennt man zumindest die Fakten und kann nach einem kurzfristigen Kursrutsch auf dieser Basis neue Bewertungen für Aktien oder Aktienmärkte ansetzen.

Aber wenn Unsicherheit herrscht, gibt es kein Fundament für Analysen – dann reagieren nur Emotionen. Und Emotionen führen fast immer zu schlechten Anlageentscheidungen.

Da die Börse immer die Zukunft handelt, ist offensichtlich, dass sich Investoren große Sorgen um die Wirtschaftsentwicklung in China machen. Das ist auch die Erklärung, warum der DAX so massiv unter Druck gekommen ist.

Denn Deutschland ist nun mal der Exportweltmeister und China ist ein extrem wichtiger Absatzmarkt – vor allem für die wichtige deutsche Automobil-Industrie. Dies ist auch der Grund, warum die US-Märkte auch nicht so stark gefallen sind wie der deutsche Aktienmarkt.

China: Die Chance in der Krise

Wenn es um die Wirtschaftsprobleme in China geht, gibt es unter Ökonomen derzeit zwei Theorien zur Wirtschaftsentwicklung im Reich der Mitte: Die Optimisten sagen, dass die Wachstumsverlangsamung ein ganz normaler Nebeneffekt des Wandels von einer Export- und Investitions-getriebenen Volkswirtschaft zu einer Binnenmarkt-Volkswirtschaft sei.

Danach würde die Wachstums-Schwäche in einem „Soft Landing“-Szenario noch 2 bis 4 Jahre andauern, bevor der Wandel erfolgreich vollzogen sei.

Die Pessimisten erwarten für China hingegen ein „Hard Landing“ mit einer platzenden Kreditblase – und einem daraus entstehenden Dominoeffekt für die exportlastingen Volkswirtschaften in Ostasien (Japan, Südkorea, Taiwan). Auch Südostasien würde von dieser „Asienkrise 2.0″ nicht verschont bleiben.

Ich gehöre eher zum zweiten. Lager. Es gibt in China eine reale Gefahr einer Kettenreaktion für faule Kredite, die auf verschiedene Sektoren der Wirtschaft überspringen könnte. Ähnlich wie bei der Finanzkrise 2008/09 – nur eben in größeren Dimensionen.

Aber man darf nicht vergessen: In China gibt es keine freien Märkte – und das ist in diese Fall sogar positiv.

Die chinesische Regierung hat die Macht und auch die Währungsreserven, um eine Finanzkrise, deren Folgen rund um den Globus reichen würden, einzudämmen. Der 1. Schritt wird sein, dass der Staat die faulen Kredite aus den Banken nehmen und in die eigenen Bücher umleiten wird.

Ich mache weiterhin ein großen Bogen um den breiten chinesischen Aktienmarkt – so wie wir es bei Taipan seit Jahren tun. Doch man darf nicht vergessen, dass es auch in China Branchen gibt, die selbst in einem Umfeld mit einem niedrigeren Wirtschaftswachstum überdurchschnittlich stark wachsen werden.

Dazu gehören z.B. Solar, Bildung oder Gesundheit. Bei Taipan werden wir spannende Aktien aus solchen Branchen in den kommenden Wochen und Monaten genau beobachten. Denn hier werden sich irgendwann sehr spannende Chancen bieten.

 


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Über den Autor
Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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