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Zinkmarkt bleibt im Defizit – höhere Preise voraus

Kurzfristig steht der Zinkpreis unter Druck, doch mittelfristig sorgt das Defizit im Zinkmarkt für Unterstützung.

Zinkpreis langfristig im Aufwärtstrend

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Der Zinkpreis gibt seit Mitte April ab, doch sei Jahresbeginn ist der Preis nach wie vor um 10% gestiegen. Und seit dem Tief von Ende 2015 hat der Preis bis dato um sagenhafte 89% zugelegt. Das ist ein langfristiger Aufwärtstrend, der noch lange nicht gebrochen ist.

Dafür gibt es auch einen guten Grund:

Der Zinkmarkt befindet sich seit Jahren in einem Defizit

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Quelle der Daten: ILZSG

Und auch für dieses Jahr erwartet die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) ein weiteres Defizit von 121.000 Tonnen.

Das obwohl die Nachfrage nur marginal und die globale Minenproduktion sogar um über 6% zulegen soll.

Zinkraffinerien kommen mit der Zinkproduktion nicht hinterher

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass im Zinkmarkt schon seit Jahren ein primäres Defizit besteht. Das bedeutet, dass die globale Minenproduktion deutlich unter der Nachfrage liegt. Die Lücke wird in der Regel durch Recycling gefüllt.

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Dies ist aber seit 2016, wie Sie in der Grafik oben sehen können, nicht mehr der Fall. Seit 2016 übersteigt die Nachfrage das tatsächliche Angebot an verarbeitetem Zink um 270.000 bis knapp 450.000 Tonnen.

Der Grund dafür sind die weltweiten Zinkraffinerien. Vor allem in China kam es in den letzten Jahren zu einer ganzen Reihe an Schließungen von Zinkraffinerien aufgrund vom Umweltbedenken.

Aber auch in anderen Teilen der Welt sieht es nicht gerade rosig aus. In Europa steht beispielsweise seit Oktober 2018 Russlands Vladikavkaz-Raffinerie still.

Diese Probleme der globalen Zinkraffinerien lassen sich nicht von heute auf morgen beheben.

Deshalb wird es eben auch in diesem Jahr zu einem Defizit im globalen Zinkmarkt kommen.

Fazit

Kurzfristig steht der Zinkpreis noch unter Druck aufgrund des Handelsstreits, wobei geringe Lagerbestände dafür sorgen, dass der Preis gut nach unten abgestützt bleibt. Aber mittelfristig werden die Probleme der globalen Zinkraffinerien dem Zinkpreis zu einer Erholung verhelfen. Langfristig könnte sich das Bild dann wieder ändern, wenn neue Raffineriekapazitäten aufgebaut werden.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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