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Warum ich für deutsche Aktien skeptisch bleibe

In meinem gestrigen Beitrag gab ich mich optimistisch für Aktien, weil ein Ende der Pandemie in greifbare Nähe rücken könnte. Mein Optimismus gilt jedoch in erster Linie für Länder, die das Potenzial dieser positiven Entwicklung erkennen. Diese befinden sich (bis auf wenige Ausnahmen) auß0erhalb Europas.

Warum ich für deutsche Aktien skeptisch bleibe

Was europäische und insbesondere deutsche Aktien angeht, so bleibe ich hier weiterhin skeptisch. Aus zwei Gründen.

Grund eins ist die standhafte Weigerung der Europäischen Zentralbank (EZB), etwas gegen die starke Inflation zu unternehmen. Dadurch zehrt die hohe Inflation den größten Teil der Gewinnzuwächse der Unternehmen auf – und damit jegliches Kurspotenzial.

Kursgewinne brauchen die fundamentale Grundlage der “realen Gewinnzuwächse”. Diese entfällt aber durch die zu hohe Inflation.

Ein Beispiel: Wenn ein Unternehmen im Jahr +10% mehr Gewinn macht, die Inflation aber auch 10 % beträgt, bleibt am Ende nichts übrig vom angeblichen Gewinnzuwachs. Dieser kam nämlich nur dadurch zustande, dass die Preise generell gestiegen sind. Und nicht, dass das Unternehmen besser gewirtschaftet hätte. Die Börse wird eine solche „Leistung“ nicht mit Kursgewinnen belohnen. Zumindest nicht im langen Rennen.

Coronapolitik wird selbst zum Risiko

Der andere Grund für meine Skepsis bezüglich europäischer und besonders deutscher Aktien ist in einer nur noch als hysterisch und starr zu bezeichnenden Corona-Politik zu finden.

Ein erschreckendes Beispiel dafür ist die zuletzt in Deutschland beschlossene “einrichtungsbezogene Impfpflicht” ab Mitte März. Die zu etwas führen könnte, was Corona in zwei Jahren nicht geschafft hat: dem tatsächlichen Zusammenbruch des deutschen Gesundheitswesens, wenn in Kürze tausende Intensiv-/Pfleger, Ärzte, Zahnärzte, Hebammen. Mitarbeiter von Rettungsdiensten etc. einem faktischen Berufsverbot unterliegen, weil sie nicht oder nicht oft genug geimpft sind. Mit einer Impfung, die offenbar keine sterile Immunität bewirkt.

Es ist mir völlig schleierhaft, wie man solch einen verantwortungslosen und kurzsichtigen Irrsinn beschließen kann, zumal es bereits sehr negative Erfahrungen aus anderen Ländern (z.B. USA) mit solchen Maßnahmen gibt, wo ganze Klinken schließen mussten.

Aber das ist noch nicht einmal das Schlimmste. Mit der bestehenden Quarantänepflicht für Kontaktpersonen von positiv Getesteten droht Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern im Zuge der Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante auch noch eine schwere Versorgungskrise bei Lebensmitteln und anderen Waren. Zumindest dann, wenn hier kein Umdenken einsetzt.

Deshalb bleiben US-Aktien die bessere Wahl für Sie

Es besteht durchaus die Gefahr, dass die deutsche Politik noch eine Weile irrationale Beschränkungen mit gravierenden Folgen für die gesamte Wirtschaft einführt, während der Rest der Welt allmählich zur Normalität zurückkehrt. Hier sehe ich besonders für deutsche Aktien aus der zweiten und dritten Reihe mit geringeren Chancen auf großzügige Staatshilfen anhaltende Risiken.

Zum Glück können wir uns weiterhin auf dem US-Markt tummeln, wo derartige Risiken nur sehr begrenzt bestehen. Trotz eines dramatischen Anstieges der dortigen Fallzahlen (zuletzt mehr als 1 Million pro Tag!) sah die US-Regierung zuletzt keine Gründe für einen erneuten Lockdown wegen der Omikron-Variante des Coronavirus. Das ist es, was für uns Börsianer vor allem zählt: freies Wirtschaften.

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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