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US-Zentralbanker sieht Preisstabilität in Gefahr

Nach einem Bericht des Wall Street Journals nimmt der breite Preisdruck in den USA zu, auch wenn die speziell von der Pandemie ausgelöste Inflation sich wieder langsam abschwäche.

US-Zentralbanker sieht Preisstabilität in Gefahr

Die renommierte Zeitung zitiert Brent Meyer, ein Ökonom bei der Atlanta Fed, dass nach einem alternativen Inflations-Barometer die Preisstabilität in Gefahr sei und derzeit eine scharfe Beschleunigung der Inflation stattfinde.

Damit wäre auch das Lieblingsmärchen der Zentralbanken widerlegt, dass es sich bei dem rasanten Anstieg des Preisdrucks lediglich um ein vorübergehendes Phänomen aufgrund pandemiebedingter und statistischer Sondereffekte handle.

In Kürze könnte die starke Inflation sogar dem Aktienmarkt gefährlich werden. Das hatten wir schon einmal. In den 1970er Jahren.

Warum für die Aktienkurse nur reales Wachstum zählt

Für die Aktienkursentwicklung zählt nur reales Wachstum. Kann ein Unternehmen 10 % Wachstum ausweisen, aber die Inflation beträgt ebenfalls 10 %, so liegt kein reales Wachstum vor und die Kurse können (theoretisch) nicht steigen. Das scheinbare Wachstum würde ja lediglich durch den allgemeinen Preisauftrieb Zustandekommen. Das mögen die Börsen nicht.

Hier zählt nur reales Wachstum. In den 1970er Jahren hatten wir zwar ein hohes nominales Wachstum, aber auch eine hohe Inflation. Die Folge war, dass das reale Wachstum sehr gering war – und zwei Jahre lang sogar negativ.

Der Aktienmarkt folgte dem realen Gewinnwachstum. In den 1970er Jahren ging es bei den Aktien von einem Bärenmarkt zum nächsten. Nur für Gold und Goldminen waren die Zeiten wirklich glänzend.

Wachstum schwächt sich in 2022 dramatisch ab

Aktuell sehen wir für dieses Jahr noch positives reales Gewinnwachstum. Im kommenden Jahr wird das jedoch schwieriger. Im Moment rechnen Analysten für den S&P 500 mit einem nominalen Wachstum von 10 % im kommenden Jahr. Das klingt auf den ersten Blick gut. Doch hatten wir ein Wachstum von 60 % in diesem Jahr. Wir sehen also einen regelrechten Wachstumseinbruch.

Wenn wir von diesen 10% Wachstum noch die zu erwartende Inflation in etwa gleicher Höhe abziehen (reales Wachstum!), dann stagnieren die Gewinne der Unternehmen 2022 im Vergleich zu 2021 geradezu. Und dann wird es auch für die Aktienkurse schwierig. Seien Sie vorbereitet!

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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