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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 30.07.-06.08.2018: US-Handelsstreit belastet Rohstoffpreise

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche deutlich abgesackt, allerdings verlief die Entwicklung höchst volatil.

Für Druck auf die Preise sorgte insbesondere ein Anstieg der Ölproduktion durch die OPEC. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge hat die OPEC im Juli ihre Produktion gegenüber dem Vormonat um 300.000 Barrel Rohöl pro Tag gesteigert. Der Großteil des Anstiegs entfiel auf Saudi-Arabien. Dort legte die Produktion um 230.000 Barrel pro Tag auf 10,65 Millionen Barrel pro Tag zu. Damit fördert der größte OPEC-Produzent nun wieder fast so viel Rohöl wie im Rekord-Sommer 2016 und auch mehr als zu Beginn des Produktionskürzungsabkommens.

Auch in Russland wurde die Produktionskürzung inzwischen fast vollständig wieder rückgängig gemacht. Daten des russischen Energieministeriums zufolge ist die russische Rohölproduktion um Juli um 1,3% gegenüber dem Vormonat auf 11,215 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Das höchste Produktionsniveau seit Zerfall der Sowjetunion liegt nur knapp darüber bei 11,25 Millionen Barrel pro Tag.

Einer Reuters-Umfrage zufolge produziert die OPEC inzwischen sogar rund 1 Million Barrel pro Tag mehr als der Internationalen Energieagentur zufolge durchschnittlich im nächsten Jahr benötigt wird.

Ebenfalls belastend wirken Nachfragesorgen aufgrund des sich weiter zuspitzenden Handelsstreits zwischen den USA und China. Die Fortsetzung des Handelskonflikts könnte ernsthafte Konsequenzen für das Wirtschaftswachstum beider Nationen nach sich ziehen. Und schon jetzt zeigt sich, dass auch die asiatische Ölnachfrage anfällig ist. So hat Saudi-Arabien seine offiziellen Verkaufspreise für asiatische Abnehmer im September um 70 US-Cents gesenkt. Der Preisaufschlag auf Arab Light gegenüber Oman/Dubai liegt damit nur noch bei 1,20 USD je Barrel.

Und auch in den USA macht ein erneuter Anstieg der Rohölbestände deutlich, dass eine robuste Nachfrage anders aussieht.

Brent zur Lieferung im Oktober handelt aktuell bei 73,42 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Oktober notiert aktuell bei 67,49 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Ölpreise dürften weiterhin volatil bleiben. Die Produktionsanhebungen und kurzfristige Nachfragesorgen mögen aktuell der Anstieg der Ölpreise nach oben begrenzen. Doch Tatsache ist, dass die vielen Risiken für die Angebotslage längst nicht beseitigt sind. Fällt bald der Iran aufgrund der US-Sanktionen aus, dürfte dies den Ölpreisen wieder Auftrieb verschaffen, zumal inzwischen die freien Förderkapazitäten in Russland und Saudi-Arabien größtenteils ausgeschöpft sind.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis stand auch in der vergangenen Woche weiter unter Druck. Die Gründe dafür sind eher zu erahnen. Ein stärkerer US-Dollar und kontinuierliche ETF-Abflüsse vor allem in den USA sind Faktoren die den Goldpreis belasten.

Insbesondere trägt zur Preisschwäche aber der enorme Pessimismus der Spekulanten bei. Diese hatten laut CFTC-Statistik bereits in der Woche bis zum 24. Juli eine rekordhohe Netto-Short-Position aufgebaut. Diese dürfte in der Zwischenzeit wohl weiter gestiegen sein.

Gold handelt aktuell bei 1.213,30 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Weiterhin bleibt die schwache Preisentwicklung bei Gold für Beobachter rätselhaft. Die massiven Leerverkäufe der Spekulanten können dabei nämlich nur zum Teil als Erklärung dienen. Denn die Spekulanten sind traditionell Trendverfolger, d.h. sie verfolgen derzeit lediglich einen durch andere/andere Faktoren losgetretenen Abwärtstrend. Am wahrscheinlichsten ist, dass derzeit eine große/finanzstarke Partei auf staatlicher Ebene im Goldmarkt interveniert.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetalle standen in der vergangenen Woche übergeordnet unter Druck. Grund dafür ist der eskalierende Handelsstreit ausgehend von den USA mit China.

Inzwischen wächst die Besorgnis dass dieser massive Auswirkungen auf das Konjunkturwachstum der beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben könnte. In China steht deshalb der Aktienmarkt bereits seit einiger Zeit unter Druck. Der CSI 300 Index hat seit März bereits um 25% abgegeben.

Da werden – wie im Falle von Kupfer – sogar angebotsspezifische Entwicklungen in den Hintergrund gedrängt. Zwar konnte der Kupferpreis zum Ende der Woche wieder etwas aufholen, doch angesichts der Schwere der Ereignisse in Chile ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.

Denn erneut werden die Arbeiter der weltgrößten Kupfermine Escondida in Chile wohl in einen Streik treten, nachdem sie das letzte Angebot des Minenbetreibers letzte Woche mehrheitlich abgelehnt haben. Im vergangenen Jahr währte der Streik in Escondida 44 Tage und engte den Kupfermarkt massiv ein. Escondida produziert rund 5% des weltweiten Kupfers.

Kupfer handelt aktuell bei 2,76 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

SMA-Solar-Technology-Aktie deutlich im MinusDie SMA-Solar-Technology-Aktie befand sich weiterhin im Abwärtsgang und musste gestern aufs Neue Verluste verzeichnen. Die SMA-Solar-Technology-Aktie machte am Mittwoch verglichen mit dem Vortag deutliche Verluste von 5,11 %. Vorgestern konnte die… › mehr lesen

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Es bleibt zu hoffen, dass der aggressive Protektionismus der USA bald ein Ende findet und sich die Märkte wieder auf ihre Fundamentalfaktoren konzentrieren können. Insgesamt dürften die Metallpreise aber so lange das US-Debakel weitergeht übergeordnet unter Druck stehen.

Agrarrohstoffe: Chicago-Weizen

Der Preis pro Scheffel Chicago-Weizen ist in der letzten Woche weiter gestiegen und erreichte ein 12-Monats-Hoch bei 5,60 US-Dollar. Hernach kam es zum Ende der Woche zu leichten Gewinnmitnahmen.

Nach wie vor sind es Hitze und Trockenheit die dem Getreide zu schaffen machen. Wie Consultancy Strategie Grains berichtet, hat das Analysehaus seine Erwartungen für die Weichweizenernte der Europäischen Union erneut nach unten revidiert. Mittlerweile liegen die Prognosen bei unter 130 Millionen Tonnen, was der niedrigsten Weichweizenernte der EU seit 2012 entspräche.

Daneben meldete Russland, der weltweit größte Weizenexporteur, einen Rückgang der Weizenerträge auf ein 3-Jahres-Tief.

Und auch aus den USA gibt es Meldungen über rückläufige Ertragsaussichten für Hartweizen in Nord und Süd Dakota.

Chicago-Weizen zur Lieferung im September handelt aktuell bei 5,56 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.

Chicago-Weizen in USD/Scheffel in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Weizen dürfte vorerst gut unterstützt bleiben.

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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