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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 29.10.-05.11.2018: Goldpreis schließt über 100-Tage-Linie

Die Ölpreise sind auch in der vergangenen Woche weiter gesunken. Grund dafür sind vor allem Nachfragesorgen. Der von den USA ausgelöste Handelskonflikt mit China führt zu großen Sorgen, obgleich die realen Daten zur Nachfrage im September noch robust ausgefallen waren.

Auch der Rückgang an den Aktienmärkten drückt auf die Ölpreise, da er zum einen die Stimmung belastet, zum anderen aber auch Positionen im Öl geschlossen werden zur Deckung der Verluste in den Aktienmärkten.

Fundamental betrachtet ist es aktuell aber eher die Angebotsseite, welche Druck auf die Preise ausübt. In den USA steigen beispielsweise die Rohöllagerbestände schon seit Wochen beständig an.

Und die OPEC erhöht ihre Produktion. Laut Reuters ist die OPEC-Ölproduktion im Oktober um fast 400.000 auf 33,31 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Insbesondere Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Libyen haben ihre Produktion deutlich ausgeweitet. Zwar gab es zugleich auch weiterhin Produktionsrückgänge im Iran und in Venezuela, doch diese fielen nun nicht mehr nennenswert ins Gewicht.

Gemäß der Schätzung der IEA für den Bedarf an OPEC-Öl ergibt sich nun für das 4. Quartal ein Überangebot von ca. 900.000 Barrel pro Tag.

Brent zur Lieferung im Januar handelt aktuell bei 72,62 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Januar notiert aktuell bei 63,02 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Bereiten Sie sich auf niedrigere Ölpreise vor

Mit der Produktionserhöhung scheint Saudi-Arabien die Verteidigung der 80 US-Dollar-Marke pro Fass Öl aufgegeben zu haben. Damit ist der Weg frei für niedrigere Ölpreise. Der Druck auf die Ölpreise sollte somit angesichts der schwachen Stimmung und der fundamentalen Entwicklung bestehen bleiben.

Edelmetalle: Goldpreis schließt über 100-Tage-Linie

Der Goldpreis ist erwartungsgemäß in der vergangenen Woche weiter gestiegen und hat die 100-Tage-Linie nach oben gebrochen. Damit hat der Goldpreis auch charttechnisch ein überaus positives Zeichen gesetzt, nachdem bereits im Vorfeld verschiedene wichtige Widerstände genommen wurden.

Unterstützend wirken die Unsicherheit an den Märkten und die Sorgen

Aber auch von fundamentaler Seite gibt es unterstützende Faktoren. Wie das World Gold Council (WGC) berichtet, ist die globale Goldnachfrage im 3. Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 0,65% (6,2 Tonnen) auf 964,3 Tonnen gestiegen. Besonders deutlich stieg die Nachfrage nach Barren und Münzen (+28%), aber auch die Schmucknachfrage legte um +6% zu und die Zentralbankkäufe um +22%.

Gold handelt aktuell bei 1.232,20 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Der Goldpreis wird weiter steigen. Kaufen Sie Gold.

Angesichts der vielfältigen Unterstützungsfaktoren gehe ich von einem weiter steigenden Goldpreis aus.

Industriemetalle: Kupfernachfrage bleibt stark

Insgesamt stand die vergangene Woche unter keinem guten Stern für die Industriemetalle, die übergeordnet schwächelten. Zum einen setzten schwache Daten aus China den Preisen zu. So sank der offizielle Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Oktober überraschend stark um 0,6 Punkte auf 50,2 und rutschte damit auf den niedrigsten Stand seit Juli 2016.

Vor allem der Sub-Index für die Exportaufträge brach deutlich ein und sackte noch weiter unter 50, was eine stärkere Kontraktion anzeigt.

Der von Caixin erhobene PMI legte zwar dagegen leicht zu, liegt aber mit 50,1 Punkten auch nur noch knapp über der Schwelle der Expansion. Die Stimmung in der chinesischen Industrie ist damit sowohl in den großen Staatsbetrieben (diese umfasst der offizielle PMI), als auch in den kleineren und privaten Unternehmen (dies umfasst der Caixin-PMI) verhalten.

Der Hauptbelastungsfaktor sowohl für den Sub-Index der Exportaufträge, als auch was die Stimmung in der Industrie angeht ist mit Sicherheit der Handelsstreit mit den USA.

Und auch in Japan enttäuschte die Industrieproduktion im September mit einem Minus von 1% im Monatsvergleich.

Konjunkturmetall Kupfer gab zunächst entlang der enttäuschenden Daten und des Drucks von den Aktienmärkten nach, stieg aber am Freitag deutlich an und erreichte ein Tagesplus von 1,5%.

Heidelberger-Druckmaschinen-Aktie verliert gestern im Tagesverlauf 3,88 %Nachdem es in den vergangenen Tagen wieder besser für Heidelberger Druckmaschinen aussah, musste der Druckmaschinenkonzern im Laufe des gestrigen Handelstages Verluste von 3,88 % verbuchen. Zum SDAX-Ende am Donnerstag notierte die… › mehr lesen

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Kupferpreis hat Ausbruchspotenzial. Spekulativ.

Zuletzt handelte der Kupferpreis seit September in einer engen Handelsspanne übergeordnet seitwärts. Doch der Ausbruch vom Freitag deutet daraufhin, dass weiteres Aufwärtspotenzial besteht. Zumal die tatsächliche Nachfragesituation derzeit trotz der vielen Sorgen bezüglich des Handelskonflikts gut ist. So wurden am Freitag 47.700 Tonnen des Metalls über die LME-Warenhäuser in Asien angefordert. Das zeigt einen weiterhin robusten Verbrauch in Asien.

Agrarrohstoffe: Sojabohnen brechen aus

Die Sojabohnenpreise unterbrachen vergangene Woche ihre Abwärtsbewegung für einen deutlichen Ausbruch nach oben. Grund dafür war US-Präsident Donald Trump, der einen Tweet absetzte wonach der Handelskonflikt mit China bald beendet würde.

Die US-amerikanischen Farmer leiden besonders unter dem Handelskonflikt mit China, nachdem das Land als Antwort auf die massiven Einfuhrzölle der USA auf chinesische Produkte, ebenfalls Zölle auf US-Sojabohnen eingeführt hatte. In der Regel ist China der größte Abnehmer von US-amerikanischen Sojabohnen.

Sojabohnen zur Lieferung im Januar handeln aktuell bei 8,87 US-Dollar pro Scheffel an der CME.

Sojabohnenpreis in USD/Scheffel in der letzten Woche

Chart
 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Aufpassen- Sojabohnen abhängig vom Handelsstreit

Sollte sich der Handelskonflikt tatsächlich endlich beilegen lassen und China hebt die Importzölle auf, dann haben Sojabohnen deutliches Erholungspotenzial. Ein Ende des Handelskonflikts sehe ich aber aktuell noch nicht.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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