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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 27.05.-03.06.2019: Gold bleibt der sichere Hafen

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche massiv eingebrochen. Grund dafür sind in erster Linie Nachfragesorgen in Kombination mit einem starken Pessimismus an den Märkten.

Der US-chinesische Handelskonflikt und generell die von den USA ausgehende Bedrohung für den freien Handel forcieren die Sorgen um die globale Konjunkturentwicklung und damit auch um die Ölnachfrage.

Inzwischen zeigen sich auch bereits Bremsspuren in der Konjunkturentwicklung, durch eine Reihe schwacher Konjunkturdaten aus den großen Wirtschaftsräumen USA, China und Europa.

Brent zur Lieferung im August handelt aktuell bei 61,76 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im August notiert derzeit bei 53,55 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Nachfrage vs. Angebot

Während derzeit die Nachfragesorgen die Preise belasten, ignoriert der Markt dagegen die Angebotssorgen beständig. Weiterhin ist der Markt unterversorgt und die OPEC-Ölproduktion ist zuletzt weiter gesunken, obwohl Saudi-Arabien sogar seine Produktion erhöht hat. Doch die Ausfälle des Iran übersteigen die Produktionserhöhung noch immer bei weitem. Angesichts dieser Tatsache, dürften die Ölpreise wieder Erholungspotenzial haben, sobald der Pessimismus etwas nachlässt.

Edelmetalle: Gold steigt

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche deutlich angestiegen und wird damit seiner Funktion als Sicherer Hafen gerecht.

Der Pessimismus an den Märkten gespeist durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China, schwache Konjunkturdaten aus den USA, China und Europa, sowie neu der Drohung Präsident Trumps nun auch auf mexikanische Produkte Einfuhrzölle erheben zu wollen, unterstützt die Nachfrage nach Gold und damit auch den Goldpreis.

Gold handelt aktuell bei 1.304,90 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Gold bleibt der Sichere Hafen

Angesichts der pessimistischen Ausgangslage an den Märkten, dürfte der Goldpreis gut unterstützt bleiben.

Industriemetalle: Kupfermarkt ignoriert fundamentale Entwicklung

Die Industriemetallpreise sanken auch in der vergangenen Woche weiter. Besonders auf den Metallpreisen lasten die Konjunktursorgen, ausgehend insbesondere von den Belastungen für das weltweite Handelsklima durch die USA. Der Handelsstreit zwischen den USA und China findet nicht nur kein Ende, sondern nimmt an Schärfe zu. Und die jüngsten Daten zeigen bereits Bremsspuren in allen großen Volkswirtschaften.

Dabei macht der Pessimismus an den Märkten noch nicht einmal vor preisunterstützenden fundamentalen Entwicklungen halt. So berichtet der weltweit größte Kupferkonzern Chiles Codelco von einem Rückgang der Produktion um 18% im 1. Quartal. Die Chuquicamata-Mine, welche demnächst zur Verlängerung der Lebensdauer auf Untertagebau umstellt, was die Produktion verringert, läuft derzeit Gefahr wieder bestreikt zu werden. Doch auf die Preise hat dies derzeit keinen Einfluss.

Kupfer handelt aktuell bei 2,62 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Indus-Holding-Aktie verliert seit gestern 2,88 %Zuletzt notierte die Aktie des Industriezulieferers bei einem Kurs von 38,85 € (Stand: 14.06.19, 17:35), ein Minus von 2,88 % verglichen mit gestern. Das aktuelle 7-Tagehoch liegt bei 40 € und stammt… › mehr lesen

Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Pessimismus setzt Kupfer unter Druck

Der Pessimismus an den Märkten dürfte wohl so lange anhalten, so lange keine ernsthafte Lösung im US-chinesischen Handelskonflikt gefunden wird. Und dies gestaltet sich aufgrund der Unberechenbarkeit des US-Präsidenten als sehr schwierig. So lange dürften die fundamentalen Entwicklungen nur wenig Spielraum nach oben haben.

Agrarrohstoffe: Kakaopreis unter Gewinnmitnahmen

Der US-Kakaopreis hat in der vergangenen Woche unter Gewinnmitnahmen abgegeben.

Unterstützung erhält der Kakaopreis seit einigen Monaten durch rückläufige Ernteprognosen in Ghana. Ebenso wirkt die generell steigende Nachfrage unterstützend. Nun hat auch die Internationale Kakaoorganisation ICCO in der letzten Woche rückläufige Ernteprognosen für Ghana bestätigt. Insgesamt erwartet die ICCO zwar für die kommende Saison 2018/19 nach wie vor einen Überschuss von 36.000 Tonnen. Das entspricht aber einem Rückgang von 3.000 Tonnen gegenüber der zuvor getroffenen Prognose.

Kakao zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 2.406 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Kakaopreis bekommt Unterstützung

Der Kakaopreis setzte sich zuletzt erfolgreich gegen die Belastung durch den Handelsstreit zur Wehr. Übergeordnet sollte der Preis weitere Unterstützung erhalten.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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