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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 26.11.-03.12.2018: Ölmarkt weiter unter Druck

Die Ölpreise sind auch in der vergangenen Woche weiter gesunken. Grund dafür ist weiterhin die deutliche Überversorgung des Marktes.

Mit ein ausschlaggebender Faktor für diese Überversorgung ist die steigende Produktion Saudi-Arabiens. So hatten im Vorfeld der US-Sanktionen gegen den Iran viele Kunden verstärkt saudisches Öl nachgefragt. Deshalb, so heißt es von offizieller Seite, sei die Produktion Anfang November auf 11 Millionen Barrel pro Tag gesteigert worden. Nachdem die USA den Abnehmerländern des Iran nun im Endeffekt doch Ausnahmen gewährt haben, hätte die Ölproduktion Saudi-Arabiens eigentlich wieder zurückgehen müssen. Dies ist aber nicht geschehen. Tatsächlich soll laut Industriekreisen die saudische Ölförderung im November auf rekordhohe 11,1-11,3 Millionen Barrel pro Tag gestiegen sein. Dies wären 500.000 Barrel pro Tag mehr als im Durchschnitt des Oktobers.

Auch von Seiten Russlands ist nicht klar, ob es eine Produktionskürzung geben wird oder nicht. Auch hier werden von verschiedenen offiziellen Stellen widersprüchliche Signale gesendet.

Die Tatsache, dass in den USA in der letzten Woche die 10. Woche in Folge die Rohöllagerbestände gestiegen sind, unterstreicht ebenfalls die Überversorgung des Marktes.

Zwar gab es mit der vorübergehenden Unterbrechung der Ölproduktion im Buzzard-Ölfeld in der Nordsee aufgrund eines technischen Problems auch preisunterstützende Nachrichten. Diese fielen aber kaum ins Gewicht, da die betroffene Produktionsmenge bei lediglich 150.000 Barrel pro Tag liegt. Die Überversorgung im kommenden Jahr dürfte bei unveränderter Produktion aber bei 1,5 Millionen Barrel pro Tag liegen.

Brent zur Lieferung im Februar notiert aktuell bei 59,07 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Februar handelt aktuell bei 50,82 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Ölmarkt bleibt vorerst überversorgt

Angesichts der Überversorgung des Marktes und vor allem der Aussichten für das kommende Jahr dürften die Ölpreise vorerst weiterhin übergeordnet unter Druck bleiben. Wichtig für die Preisentwicklung bleibt aber insbesondere das kommende OPEC-Treffen am 6. und 7. Dezember, ebenso wie das G20-Treffen. Sollten sich Saudi-Arabien und Russland möglicherweise doch auf Produktionskürzungen verständigen, dürfte dies den Preisverfall aufhalten. Allerdings müsste diese auch nachhaltig ausfallen. Bei einer Kürzung um 500.000 Barrel pro Tag hätte Saudi-Arabien beispielsweise lediglich die Produktionsanhebung vom November wieder zurückgenommen.

Edelmetalle: Gold profitiert vom schwachen Dollar

Der Goldpreis bewegte sich in der vergangenen Woche volatil, im Wochenvergleich aber tendenziell stärker. Dabei profitierte Gold insbesondere von einem schwächeren Dollar, der zur Wochenmitte hin deutlicher abgab, nachdem der Chef der US-Notenbank Jerome Powell sich für ein verlangsamtes Zinserhöhungstempo ausgesprochen hatte.

Auch die vielfältigen geopolitischen Risiken, die im Vorfeld des G20-Gipfels weiterhin anklangen sind ein Unterstützungsfaktor für Gold.

Gold handelt aktuell bei 1.222,10 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Chinas Goldnachfrage ist stark

Gold sollte angesichts vielfältiger Risiken und der Verlangsamung der Zinsschritte in den USA Unterstützung finden. Auch von fundamentaler Seite wird diese Erwartung gedeckt. So zeigt sich die Nachfrage aus China weiterhin stark. So sind beispielsweise die Goldimporte aus der Schweiz in den ersten 10 Monaten dieses Jahres um 60% gestiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Industriemetalle: Aluminium erhält russische Unterstützung

Im Vorfeld des G20-Gipfels entwickelten sich die Industriemetalle in der letzten Woche zunächst verhalten. Zu abhängig ist die Weltkonjunktur und die Nachfrage nach Metallen von der Konjunkturentwicklung Chinas und auch der USA. Diese wird aber durch den anhaltenden Handelsstreit bedroht.

Eine Ausnahme gab es bei Aluminium, das in der letzten Woche eine Wende nach oben vollzog. Grund dafür ist, dass der russische Ministerpräsident Medwedew ein Dekret unterschrieben hat, wonach ein russischer Staatsfonds bis zu 50.000 Tonnen Aluminium zum Aufbau der Staatsreserven kaufen darf. Damit soll dem größten russischen Aluminiumproduzenten Rusal geholfen werden, der noch immer US-Sanktionen unterliegt. Die Menge von 50.000 Tonnen entspricht zwar lediglich in etwa einer russischen Wochenproduktion. Dennoch könnte das Dekret erst der Anfang weiterer Staatskäufe sein.

Aluminium handelt aktuell bei 0,87 USD pro Pfund.

Aluminiumpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Deutliche Verluste bei König-&-Bauer-AktieNachdem es in den vergangenen Tagen wieder besser für König & Bauer aussah, musste der Druckmaschinenspezialist im Verlauf des gestrigen Handelstages Verluste von 3,59 % verzeichnen. Die König-&-Bauer-Aktie verzeichnete am Donnerstag… › mehr lesen

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Quelle: infomine.com

Ausblick: Aluminium mit leichtem Aufwärtspotenzial

Aluminium könnte nun Unterstützung erfahren. Insgesamt könnten die Metallpreise nächste Woche zulegen, angesichts dessen, dass sich China und die USA am Rande des G20-Gipfels zumindest auf eine 90-tägige Pause im Handelskonflikt verständigt hatten, in der es keine weiteren Zollerhöhungen geben wird. Ansonsten ist zwar noch sehr viel zu tun, aber die Gesprächsbereitschaft ist schon mal ein Anfang.

Agrarrohstoffe: Sojabohnenmarkt erwartet Ende des Handelskonflikts

Die Preise für US-Sojabohnen haben die vergangene Handelswoche erneut tiefer gestartet, konnten aber zum Ende der letzten Woche deutlich steigen. Nach wie vor zeigt sich der Sojabohnenmarkt damit deutlich optimistisch was die künftigen Verhandlungen zwischen den USA und China im Handelskonflikt angeht. Insbesondere das Signal zur künftigen Gesprächsbereitschaft gab den Sojabohnenpreisen Auftrieb.

China ist normalerweise der größte Abnehmer US-amerikanischer Sojabohnen. Aufgrund der Einfuhrzölle, welche China als Reaktion auf US-amerikanische Importzölle auf US-Sojabohnen verhängte, sind die US-Sojabohnenexporte nach China in 2018 aber um 98% gesunken. Dies machte sich auch schmerzlich für die US-Farmer in der Entwicklung der US-Sojabohnenpreise deutlich.

US-Sojabohnen zur Lieferung im Januar handelt aktuell bei 8,93 US-Dollar pro Scheffel.

Sojabohnen in USD/Scheffel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Sojabohnen warten auf das Ende des Handelskonflikts

Der Sojabohnenmarkt zeigt sich deutlich optimistischer für ein Ende des Handelskonflikts als andere Märkte. So lange es keine negativen News in dieser Richtung gibt, könnte der Sojabohnenpreis stärker tendieren.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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