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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 25.03.-01.04.2019: Palladium korrigiert

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche wieder gestiegen. Grund dafür ist die angespannte Angebotslage.

Auf der einen Seite verknappen die OPEC und ihre Verbündeten mit ihren Produktionskürzungen das Angebot. Hier ist vor allem Saudi-Arabien zu nennen, das dringend höhere Ölpreise braucht, um seinen Staatshaushalt aufrecht zu erhalten.

Zusätzlich ist die Produktion im Iran und in Venezuela unter Druck aufgrund der US-Sanktionen und der maroden Wirtschaftslage. Das gilt vor allem für Venezuela. Dort sorgen massive Stromausfälle für Einbrüche bei der Ölproduktion und den Ölexporten. So sind seit letzter Woche vier Rohölaufbereitungsanlagen mit einer Kapazität von 700.000 Barrel pro Tag außer Betrieb.  Diese verarbeiten normalerweise das zähflüssige venezolanische Rohöl zu exportfähigem Rohöl nach Marktstandard. Überdies wurde der Betrieb im größten Ölhafen des Landes wegen der Stromausfälle unterbrochen. Es sind also nicht nur die US-Sanktionen, die das Rohölangebot aus Venezuela derzeit einschränken.

Überdies zeigt sich die US-Bohraktivität weiterhin rückläufig. Laut Baker Hughes ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen in der letzten Woche um weitere 8 auf 816 zurückgegangen. Das war bereits der sechste Wochenrückgang in Folge und stellt das niedrigste Niveau seit April 2018 dar. Insgesamt sinkt die Zahl der aktiven Ölbohrungen in den USA bereits seit 3 Monaten.

Brent-Öl zur Lieferung im Juni handelt aktuell bei 67,55 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Juni notiert aktuell bei 60,31 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Nachfragesorgen noch unberücksichtigt

Angesichts der künstlichen Angebotsverknappung dürften die Ölpreise weiterhin gut nach unten abgestützt bleiben. Allerdings werden Nachfragesorgen aufgrund von Konjunkturbedenken sträflich ignoriert. Sollte es hier zu stärkeren Beeinträchtigungen kommen, bildet sich massives Korrekturpotenzial.

Edelmetalle: Palladium in Korrektur

Der Palladiumpreis ist wie erwartet in den Korrekturmodus übergegangen. Nachdem der Palladiumpreis in der vorvergangenen Woche ein Rekordhoch bei über 1.600 US-Dollar pro Unze verzeichnet hatte, kam es in der vergangenen Woche zu einem Preisrückgang.

Eine Korrektur war aufgrund des starken Preisanstiegs im Vorfeld überfällig gewesen und wie erwartet waren es dann schwächere Konjunkturaussichten und Sorgen in Bezug auf die Automobilabsätze, welche die Korrektur auslösten.

Palladium handelt aktuell bei 1.364 US-Dollar pro Unze.

Palladiumpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Palladium bleibt knapp

Technisch gesehen dürfte die Korrektur noch nicht beendet sein, aber fundamental betrachtet bestehen starke Unterstützungszonen, denn das Angebot bleibt knapp und die Lagerbestände leer.

Industriemetalle: Zink – Lagerbestände sinken

Der Zinkpreis ist in der vergangenen Woche gestiegen. Grund dafür sind sinkende Lagerbestände und daraus resultierend Angebotssorgen. In ihrer aktuellen Prognose geht die International Lead and Zinc Study Group entsprechend davon aus, dass der globale Zinkmarkt auch in diesem Jahr im Angebotsdefizit bleibt.

Zink handelt aktuell bei 1,34 US-Dollar pro Pfund.

Zinkpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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United-Internet-Aktie sinkt nach wie vorDie United-Internet-Aktie befand sich weiterhin im Abwärtsgang und musste am Montag wieder Verluste hinnehmen. Zum Handelsschluss am Montag notierte die Aktie des Telekommunikationskonzerns bei einem Kurs von 28,62 €, ein Verlust… › mehr lesen

Quelle: infomine.com

Ausblick: Zink bleibt unterstützt

Der Zinkpreis dürfte vorerst weiter unterstützt bleiben.

Agrarrohstoffe: Zucker auf Erholungsfahrt

Der Zuckerpreis ist in der vergangenen Woche gestiegen. Seit dem Tief vom September letzten Jahres bei knapp über 11 Cent pro Pfund hat der Zuckerpreis eine sanfte Erholung begonnen.

Grund dafür ist die Erwartung eines Angebotsdefizits im Zuckermarkt für das Erntejahr 2019/20, nach einem Überschuss von 2,55 Millionen Tonnen in 2018/19.

Der Konsens geht derzeit von einem Defizit in Höhe von 1,9 Millionen Tonnen aus, aufgrund einer rückläufigen Produktion in Indien. Überdies gibt es Prognosen hinsichtlich einer geringeren Zuckerproduktion in Brasilien zugunsten der Ethanolproduktion, sowie einer Abnahme der Zuckerrübenproduktion in der EU aufgrund des gedämpften Preisniveaus.

Zucker zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 12,51 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Erholung im Zuckerpreis noch nicht beendet

Übergeordnet deuten die fundamentalen Faktoren auf eine Fortsetzung der Erholung im Zuckerpreis hin. Wie dynamisch diese Erholung abläuft, dürfte allerdings davon abhängen wie viel Angebot aus den indischen Lagerbeständen auf den Markt gelangt.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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