MenüMenü

Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 23.04.-30.04.2018: Erdöl: OPEC kreiert Angebotsdefizit

Die Ölpreise sind im Verlauf der vergangenen Woche gesunken, trotz zwischenzeitlicher Schwankungen. Dabei waren die Preise vor allem politisch getrieben worden, wobei die aktuelle fundamentale Ausgangslage die Preise generell nach unten abstützt.

Vor allem das Ringen der europäischen Regierungsoberhäupter Merkel und Macron in den USA mit US-Präsident Trump um das Iran-Abkommen führte zu erhöhter Volatilität in den Ölpreisen. Grund dafür sind die zu- und abnehmenden Sorgen in Bezug auf Sanktionen gegenüber dem Iran und diesbezüglich einer weiteren Einengung des Angebots.

Mittlerweile besteht nämlich ein Angebotsdefizit von rund 500.000 Barrel pro Tag im Ölmarkt. Dieses ist allerdings künstlich erzeugt. Zum einen aufgrund der massiven Produktionseinbußen im gebeutelten Venezuela, zum anderen aber auch weil die OPEC gezielt ihre Produktionskürzungen stärker umsetzt als vereinbart.

Diese fundamentale Ausgangslage unterstützt zusammen mit einer steigenden Nachfrage (alleine China verbuchte im März einen Anstieg der Ölnachfrage um 4,5% gegenüber dem Vorjahr) das Ölpreisniveau.

Brent zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 73,70 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Juni notiert derzeit bei 68,00 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Ölpreise dürften angesichts der künstlichen Angebotsverknappung vorerst unterstützt bleiben. Doch mit der durch das hohe Preisniveau noch dynamischer steigenden US-Produktion bleiben mittelfristig deutliche Rückschlagrisiken.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche weiter zurückgekommen. Ein festerer US-Dollar, sowie steigende Anleiherenditen setzten den Goldpreis unter Druck.

Ebenfalls zum Druck auf den Goldpreis beigetragen haben sicher auch die weiteren Entspannungszeichen im Nordkorea-Konflikt, nachdem der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un am Wochenende verlauten ließ, vorerst keine Atomwaffentests mehr durchführen zu wollen.

Gold handelt aktuell bei 1.322,60 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Angesichts der zu erwartenden sich mittelfristig verstärkenden US-Dollar-Schwäche, sowie der Politik der Zentralbanken und der geopolitischen Risiken, sollte Gold wieder Unterstützung erhalten.

Industriemetalle: Aluminium

Der Aluminiumpreis ist in der vergangenen Woche gesunken, hat sich dabei aber sehr volatil bewegt. Grund für die Bewegungen im Aluminiumpreis sind nach wie vor die Sanktionen der USA gegenüber Rusal und seinem Vorsitzenden Oleg Deripaska.

Die Sanktionen schürten Sorgen in Bezug auf eine Angebotseinengung am globalen Aluminiummarkt. Rusal ist der weltweit größte Aluminiumproduzent.

Zum Ende der vergangenen Woche wurde aber bekannt gegeben, dass sich Deripaska von Rusal zurückziehen will. Er gab an, seinen Mehrheitsanteil an EN+ verringern zu wollen. EN+ ist das Unternehmen welches 48% der Anteile an Rusal hält. Deripaska hofft dass damit der Sanktionsdruck der USA aufgehoben wird.  Dies setzte den Aluminiumpreis zum Ende der Woche wieder unter Druck.

Aluminium handelt aktuell bei 0,99 US-Dollar pro Pfund.

Aluminiumpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Sartorius-Aktie verliert seit gestern 0,68 %Der Wert des Pharmaunternehmens notierte zuletzt bei einem Kurs von 146,20 € (Stand: 19.09.18, 17:35), ein Minus von 0,68 % verglichen mit gestern. Das momentane 7-Tagehoch erreicht 151 € und stammt vom… › mehr lesen

Quelle: infomine.com

Ausblick

Sollten die USA die Sanktionen gegen Rusal wirklich lockern, dürfte dies den Aluminiumpreis noch weiter unter Druck setzen. Aber noch ist nicht gesagt, dass Deripaskas Rückzug den USA genügen wird.

Agrarrohstoffe: Kakao

Der Kakaopreis ist auch in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Noch immer bestehen die Sorgen über ein geringeres Angebot in dieser Saison. Hinzu kommen Aussichten auf eine weiter steigende Nachfrage, vor allem aus Asien, aber auch aus Europa.

Hinzu kommen nun Meldungen aus der Elfenbeinküste wonach die Regierung des Landes vorerst keine Maßnahmen mehr unterstützen will, die zur Steigerung der Produktivität beitragen. Dies als Antwort auf die Rekordproduktion des vergangenen Erntejahres.

Kakao zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 2.827 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in der vergangenen Woche in USD/Tonne

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Vorerst dürfte der Kakaopreis weiterhin gut unterstützt bleiben.

 

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
miriam-kraus3
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Miriam Kraus. Herausgeber: FID Verlag GmbH. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz