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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 15.07.-22.07.2019: Erdölpreis korrigiert

Die Ölpreise haben in der vergangenen Woche deutlich korrigiert. Grund dafür sind Nachfragesorgen. So steigen erneut die Sorgen vor einem Überangebot. Und tatsächlich entwickelt sich die Nachfrage der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge weniger robust als erwartet. So revidierte die IEA ihre Prognose für die globale Ölnachfrage in 2019 um 100.000 Barrel auf 1,1 Millionen Barrel pro Tag nach unten. Zudem geht die IEA von einer weiteren Abwärtsrevision aus, wenn sich die Weltwirtschaft und insbesondere China weiter abschwächen. In diesem Zusammenhang wirkte sich auch die Nachricht, dass US-Präsident Trump China mit weiteren Zollerhöhungen gedroht hatte, preisbelastend auf die Ölpreise aus.

Ebenfalls belastete der deutliche Anstieg der Lagerbestände von Ölprodukten in den USA. So stiegen die US-Benzinvorräte um 3,6 Millionen Barrel und die US-Destillatsvorräte um 5,7 Millionen Barrel. Dazu passend erweist sich auch die US-Benzinnachfrage derzeit mit 9,2 Millionen Barrel pro Tag äusserst schwach. Diese liegt damit rund 500.000 Barrel niedriger als in der Vorwoche und im Vorjahr.

Die US-Energiebehörde erwartet überdies einen weiteren Anstieg der US-Schieferölproduktion. Im August soll diese um weitere 49.000 auf 8,55 Millionen Barrel pro Tag und damit ein neues Rekordniveau steigen. Ebenfalls preisbelastend ist, dass sich die US-Ölproduktion im Golf von Mexiko nach dem Abzug von Hurrikan Barry allmählich wieder erholt.

Auf der Angebotsseite entspannt sich die Lage ebenfalls, was die Preise zusätzlich belastet. So scheint man das Problem mit verunreinigtem Öl gelöst zu haben. Dazu passend gab Energieminister Nowak an, die russische Ölproduktion werde in der zweiten Julihälfte auf das im “OPEC+”-Abkommen vorgesehene Niveau steigen. Damit würde die Produktion um weitere 400.000 Barrel pro Tag steigen, gegenüber dem Niveau von Anfang Juli.

Brent zur Lieferung im September notiert aktuell bei 62,65 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im September handelt aktuell bei 55,62 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Angebot ist knapp – Ölpreiserholung voraus

Der Fokus auf die Nachfrageentwicklung beim Erdöl ist richtig. Allerdings ist der Preisrückgang angesichts des knappen Angebots als übertrieben zu achten. Auch im Hinblick auf die schwelende Iran-Krise dürften sich die Ölpreise wieder etwas erholen.

Edelmetalle: Gold auf 6-Jahres-Hoch

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche gestiegen und hat das das höchste Niveau seit 6 Jahren erreicht.

Besondere Unterstützung erhielt der Goldpreis durch einen schwächeren US-Dollar und fallende Anleiherenditen. Dies wurde durch taubenhafte Äußerungen seitens zweier Vertreter der US-Notenbank Fed forciert. Der stellvertretende Fed-Vorsitzende, Clarida, und der Präsident der New Yorker Fed, Williams, haben sich für eine schnelle Reaktion der US-Notenbank ausgesprochen, sollte die US-Wirtschaft ins Stolpern geraten. Überdies sprach Williams sich dafür aus, dass die Fed vorbeugende Maßnahmen ergreifen solle. Daraufhin platzierten sich einige Marktteilnehmer offenbar bereits für eine Zinssenkung der Fed um 50 Basispunkte übernächste Woche. Bis Ende des Jahres sind mittlerweile drei Fed-Zinssenkungen eingepreist.

Gold handelt aktuell bei 1.425 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Gold bleibt unterstützt

Angesichts der vielen Risiken für die globale Wirtschaftsentwicklung dürfte die Fed auch weiterhin eher einen taubenhafte Weg gehen. Dies wird den Goldpreis auch weiterhin nachhaltig unterstützen.

Industriemetalle: Kupfer steigt weiter

Der Kupferpreis legte in der vergangenen Woche weiter zu. Letzte Woche gab der Betreiber der Oyu Tolgoi-Kupfermine bekannt, dass man vor deutlich höheren Kosten und langen Verzögerungen bei der Erschließung des geplanten Untertagebaus in der Mine stünde.

Aufgrund technischer Probleme könnten die Kosten um bis zu 1,9 Milliarden USD steigen. Die volle Produktionsleistung wird vermutlich erst Mitte 2023 und damit 2,5 Jahre später als geplant erreicht.

Kupfer handelt aktuell bei 2,74 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Kursrutsch bei Indus-Holding-AktieDie Indus-Holding-Aktie konnte den Handel mit Gewinnen abschließen. Die Aktie des Industriezulieferers notierte schließlich bei einem Kurs von 35,20 € (Stand: 15.10.19, 17:35), ein Plus von 1,88 % relativ zum gestrigen Schlusskurs.… › mehr lesen

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Kupferversorgungslage bleibt angespannt

Es ist und bleibt schwer, neue große Minen zu erschließen. Die Oyu Tolgoi-Mine soll dem Plan zufolge mehr als 500.000 Tonnen Kupfer pro Jahr produzieren. Eine Menge die dringend benötigt wird, und nun erst sehr viel später auf den Markt finden wird. Deswegen und aufgrund anderer Verzögerungen dürfte der globale Kupfermarkt auch mittel- bis langfristig angespannt bleiben.

Agrarrohstoffe: Kakaopreis steigt

Der US-Kakaopreis ist in der vergangenen Woche gestiegen.

Unterstützung erhält der Kakaopreis seit einigen Monaten durch rückläufige Ernteprognosen in Ghana. Ebenso wirkt die generell steigende Nachfrage unterstützend. Nun hat auch die Internationale Kakaoorganisation ICCO in der letzten Woche rückläufige Ernteprognosen für Ghana bestätigt. Insgesamt erwartet die ICCO zwar für die kommende Saison 2018/19 nach wie vor einen Überschuss von 36.000 Tonnen. Das entspricht aber einem Rückgang von 3.000 Tonnen gegenüber der zuvor getroffenen Prognose.

Kakao zur Lieferung im September handelt aktuell bei 2.473 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Kakaopreis bekommt Unterstützung

Der Kakaopreis setzte sich zuletzt erfolgreich gegen die Belastung durch den Handelsstreit zur Wehr. Übergeordnet sollte der Preis weitere Unterstützung erhalten.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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