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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 11.02.-18.02.2019: Ölpreis im Kampf um Marktanteile

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche deutlich gestiegen. Brent erreichte dabei den höchsten Stand seit 3 Monaten.

Unterstützung erhielten die Ölpreise von der Nachricht, dass Saudi-Arabien seine Ölproduktion im März auf 9,8 Millionen Barrel pro Tag reduzieren will. Dies entspricht einer Kürzung um 500.000 Barrel pro Tag mehr als im Kürzungsabkommen vorgesehen, wäre also eine deutliche Übererfüllung der Vorgaben.

Dabei sank die OPEC-Produktion bereits im Januar deutlich um 930.000 Barrel pro Tag. Allerdings steigt die US-Rohölproduktion weiterhin ungeniert. Die US-Energiebehörde hat ihre Prognose für 2019 erneut nach oben revidiert und erwartet nun einen Anstieg um 1,45 Millionen auf 12,4 Millionen Barrel pro Tag. 2020 soll die Produktion weiter auf 13,2 Millionen Barrel pro Tag steigen.

Brent zur Lieferung im April handelt aktuell bei 66,39 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im April notiert aktuell bei 56,29 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Der Kampf um Marktanteile wird den Ölpreis nicht ewig stützen

Der Ölmarkt war zuletzt noch immer leicht überversorgt. Wenn Saudi-Arabien seine Förderung wie angekündigt weiter kürzt, dürfte der Marktausgleich zwar gelingen. Dafür muss Saudi-Arabien aber bereit sein wird, dauerhaft Marktanteile zugunsten der USA aufzugeben. Und auch andere OPEC-Staaten setzen die Vorgaben des Kürzungsabkommens nur mangelhaft um. So hat beispielsweise der Irak seine Ölproduktion im Januar sogar erhöht.

Die an den Produktionskürzungen beteiligten Nicht-OPEC-Länder setzten diese im letzten  Monat sogar nur zu 25% um. Es wird immer deutlicher, dass es hier letzten Endes immer stärker um einen Kamp um Marktanteile geht. Russland hatte sich erst vor Kurzem kritisch darüber geäußert, dass die USA auf Kosten der OPEC und ihrer Verbündeten Marktanteile gewinnen. Es bleibt daher fraglich, wie lange die OPEC und ihre Verbündeten den Preis zugunsten der USA noch nach unten abstützen werden, bzw. wie stark Saudi-Arabien eigentlich unter dem Druck der USA steht.

Edelmetalle: Palladium – Angebotsdefizit wächst

Der Palladiumpreis ist auch in der vergangenen Woche weiter gestiegen und setzt seinen Aufwärtstrend weiter fort.

Vergangene Woche berichtete Johnson Matthey (JM), der weltweit größte Verarbeiter von Platin und Palladium, dass sich der globale Palladiummarkt in 2018 nur mit 29.000 Unzen im  Angebotsdefizit befand. Und das obwohl die Nachfrage aus der Automobilindustrie ein weiteres Rekordjahr verzeichnete.

Insgesamt legte die Palladiumnachfrage aber nur moderat zu aufgrund einer schwachen Investmentnachfrage und darauf zurückzuführender umfangreicher Abflüsse aus den ETFs. Aber auch aus Russland gab es ein höheres Angebot. Denn Norilsk Nickel, der größte russische Palladiumproduzent, hatte 2017 viel Material auf Halde produziert und erst im letzten Jahr verkauft.

Johnson Matthey geht davon aus, dass sich das Angebotsdefizit in 2019 „dramatisch“ ausweiten wird, da die Nachfrage aus der Autoindustrie noch weiter deutlich anziehen soll. Die hohen ETF-Abflüsse und die Lagerverkäufe sollen sich dagegen nicht wiederholen.

Palladium handelt aktuell bei 1.415 US-Dollar pro Unze.

Palladiumpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Palladium setzt seinen Aufwärtstrend fort

Palladium dürfte seinen Aufwärtstrend weiter fortsetzen.

Industriemetalle: Chinas Kupferimporte steigen weiter

Auch der Kupferpreis ist in der vergangenen Woche wieder gestiegen. Kupfer profitierte dabei zunächst von einer besseren Stimmung an den Märkten, aufgrund von Gerüchten wonach US-Präsident Trump angeblich eine Verlängerung der Deadline für die Anhebung der US-Importzölle auf chinesische Güter um 60 Tage erwägen soll.

Aber auch fundamentale News gab es zu vermelden. So sind gemäß Daten der chinesischen Zollbehörde die Kupferimporte im Januar im Vergleich zum Vorjahr um über 8% auf 479.000 Tonnen gestiegen. Die Importe von Kupfererz und -konzentrat stiegen sogar um fast 18% auf 1,9 Millionen Tonnen. Dies war der zweithöchste Monatswert aller Zeiten.

Kupfer handelt aktuell bei 2,80 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Kupferpreis bleibt gut unterstützt

China baut derzeit zahlreiche Kupferschmelzen. Angaben des staatlichen Research-Instituts Antaike zufolge sollen in diesem Jahr weitere Produktionskapazitäten im Umfang von fast 1 Million Tonnen p.a. hinzukommen. Chinas Kupfernachfrage wird also auch in Zukunft weiter wachsen. Dementsprechend dürfte der Kupferpreis weiterhin gut unterstützt bleiben.

Agrarrohstoffe: Sojabohnen unter Gewinnmitnahmen

Die Preise für US-Sojabohnen haben in der vergangenen Woche volatil gehandelt, verbuchen aber im Wochenvergleich einen leichten Rückgang. Damit stehen Sojabohnen übergeordnet unter Gewinnmitnahmen, nachdem es in der vergangenen Woche Gerüchte gab, wonach US-Präsident Trump eine Verlängerung der Deadline für die Anhebung von US-Importzöllen auf chinesische Güter erwägt. Dies wurde als Zeichen der Verständigung in der Hoffnung gewertet, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China bald ein Ende finden mag.

Besonders der Sojabohnenmarkt ist auf Optimismus hinsichtlich der Lösung des Handelskonflikts angewiesen. Denn China ist normalerweise der größte Abnehmer US-amerikanischer Sojabohnen. Aufgrund der Einfuhrzölle, welche China als Reaktion auf US-amerikanische Importzölle auf US-Sojabohnen verhängte, sind die US-Sojabohnenexporte nach China in 2018 aber um 98% gesunken. Dies machte sich auch schmerzlich für die US-Farmer in der Entwicklung der US-Sojabohnenpreise deutlich.

US-Sojabohnen zur Lieferung im Januar handelt aktuell bei 9,07 US-Dollar pro Scheffel.

Sojabohnen in USD/Scheffel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Sojabohnen bleiben optimistisch

Der Sojabohnenmarkt zeigt sich deutlich optimistischer für ein Ende des Handelskonflikts als andere Märkte. So lange es keine negativen News in dieser Richtung gibt, könnte der Sojabohnenpreis weiter steigen.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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