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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 08.04.-15.04.2019: Ölmarkt deutlich unterversorgt

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Grund dafür ist die bestehende Unterversorgung des Marktes.

Zu Beginn der Woche wirkten überdies die Kämpfe in Libyen preisunterstützend. Nahe Tripolis befindet sich ein wichtiger Ölhafen, über den das Öl aus dem größten Ölfeld des Landes exportiert wird. Sollte dieser Hafen infolge von Kampfhandlungen geschlossen werden, drohen Exporteinbußen von bis zu 300.000 Barrel pro Tag.

Und dabei ist der Ölmarkt aktuell bereits unterversorgt. So berichtete die OPEC von einem erneuten Rückgang der OPEC-Ölproduktion im März um 534.000 auf 30,02 Millionen Barrel pro Tag. Damit produziert die OPEC derzeit bereits 300.000 Barrel pro Tag weniger Rohöl als benötigt. Grund dafür ist zum einen der massive Rückgang der Ölproduktion in Venezuela aufgrund der US-Sanktionen und der Stromausfälle. Zum anderen kürzt Saudi-Arabien aber auch seine Produktion über die Vereinbarungen hinausgehend und verknappt damit das globale Ölangebot zusätzlich künstlich.

Brent zur Lieferung im Juni handelt aktuell bei 71,55 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Juni notiert aktuell bei 63,85 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Ölpreise nach unten abgestützt

Zwar wird von Seiten der OPEC bereits darüber gesprochen, das Ölangebot wieder etwas einzuengen und auch in den USA steigt die Produktion nicht mehr so schnell wie zuvor. Doch ob und wie schnell die OPEC wirklich handelt, bleibt abzuwarten. Bis dahin dürften die Ölpreise zumindest nach unten gut unterstützt bleiben.

Edelmetalle: Goldpreis volatil

Der Goldpreis handelte in der vergangenen Woche äußerst volatil und im Wochenvergleich leicht schwächer. Grund dafür ist die Negativ-Korrelation zum US-Dollar.

So erhielt der Goldpreis zwar Unterstützung durch die EZB-Pressekonferenz und das Fed-Sitzungsprotokoll, wo in beiden Fällen deutlich wurde, dass beide Notenbanken bis Ende des Jahres ein unverändertes Zinsniveau anstreben.

Druck auf den Goldpreis übte dann aber die Brexit-Verlängerung aus. Ebenso wie positive Konjunkturdaten aus den USA zum Ende der letzten Woche, die dem US-Dollar Auftrieb verschafften.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Niedrigzinspolitik unterstützt Goldpreis

Allein aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik bleibt Gold als Absicherungselement zum Vermögenserhalt bestehen. Kurzfristig reagiert der Goldpreis vor allem auf Währungsschwankungen.

Industriemetalle: Kupfer profitiert von China-Daten

Auch der Kupferpreis bewegte sich in der vergangenen Woche volatil.

Positive Konjunkturdaten aus China wirkten preisunterstützend, aber ein stärkerer US-Dollar und die Korrelation zu den übrigen Metallmärkten setzten den Preis wieder unter Druck.

Belastend wirkten dann generelle Sorgen in Bezug auf die Weltwirtschaftsentwicklung, nachdem die EZB auf Bedrohungen für die Konjunkturentwicklung hingewiesen hatte und US-Präsident Trump erneut mit Zöllen auf EU-Produkte gedroht hatte.

Kupfer handelt aktuell bei 2,94 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Kupfermarkt bleibt angespannt

Angesichts der fundamentalen Ausgangslage mit einer angespannten globalen Versorgungslage dürfte Kupfer langfristig weiterhin gut unterstützt bleiben.

Agrarrohstoffe: Zuckerpreis steigt

Der Zuckerpreis an der ICE ist auch in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Grund dafür ist der steigende EU-Zuckerpreis aufgrund der fundamentalen Ausgangslage.

Die letzte Ernte 2018/19 lag bei 18 Millionen Tonnen um 3 Millionen Tonnen unter jener des Vorjahres. Und auch die kommende Ernte 2019/2020 wird aufgrund geringerer Zuckerrübenaussaat auf unverändert 18 Millionen Tonnen geschätzt.

Hinzu kommen sinkende Zucker-Lagerbestände in der EU. Diese sind bis Ende Januar auf 12,7 Millionen Tonnen gesunken, gegenüber 15,2 Millionen Tonnen im Vorjahr.

Aktuell handelt Zucker zur Lieferung im Mai bei 12,74 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Zucker bleibt unterstützt

Zucker dürfte weiterhin gut unterstützt bleiben.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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