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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 07.01.-14.01.19: Ölpreis steigt weiter

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche, wie auch in der Vorwoche, weiter gestiegen. Grund dafür sind zum einen die Produktionskürzungen seitens der OPEC und ihrer Verbündeten, sowie in Kanada. Anfang Januar sind dort jeweils die beschlossenen Kürzungen in Kraft getreten. Überdies hatte Saudi-Arabien zudem eine Kürzung seiner Ölexporte um 800.000 Barrel pro Tag auf 7,1 Millionen Barrel pro Tag verkündet.

Ebenfalls erhalten die Ölmärkte Unterstützung aufgrund eines schwächeren US-Dollars und steigender Aktienmärkte. Der Grund hierfür sind die taubenhaften Kommentare der US-Notenbank FED, sowie die Fortschritte in der Annäherung im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Brent zur Lieferung im März handelt aktuell bei 60,59 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im März notiert aktuell bei 52,01 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Öl bleibt vorerst gut unterstützt

Die Ölpreise dürften vorerst noch weiter zulegen, sofern es zumindest weitere Fortschritte in der Annäherung im Handelskonflikt gibt. Sollte es hier allerdings wieder zu Problemen kommen, dann dürfte die Nachfrage verhalten bleiben und damit die Produktionskürzungen aufheben.

Edelmetalle: Zentralbanken kaufen Gold

Der Goldpreis bewegte sich in der vergangenen Woche volatil, aber übergeordnet stärker. Unterstützung erhielt der Goldpreis durch einen schwächeren US-Dollar, der aufgrund der taubenhaften Kommentare seitens der FED unter Druck stand.

Aber auch von fundamentaler Seite gab es unterstützende News. Seit Jahresbeginn sind den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs bereits 23,7 Tonnen zugeflossen. In 2018 verzeichneten die Gold-ETFs insgesamt Zuflüsse von fast 80 Tonnen. Damit stiegen die Bestände der Gold-ETFs zum Ende des vergangenen Jahres auf 2.210 Tonnen. Verglichen mit den Goldbeständen der Zentralbanken weltweit halten die Gold-ETFs damit die fünftgrößten Goldreserven.

Auch das Kaufinteresse der Zentralbanken ist in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Vor allem Russland und die Türkei hatten zuletzt zugelegt. Nun verkündetet auch die chinesische Zentralbank (PBoC) den Kauf von 320.000 Unzen bzw. rund 10 Tonnen Gold im Dezember. Dies waren die ersten offiziellen Goldkäufe der PBoC seit über zwei Jahren. Dies könnte der Beginn einer neuen Serie von Goldkäufen der chinesischen Zentralbank sein. In der Vergangenheit kaufte sie für gewöhnlich mehrere Monate hintereinander Gold.

Gold handelt aktuell bei 1.286,80 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Goldpreis steigt

Der Goldpreis dürfte vorerst weiterhin gut unterstützt bleiben.

Industriemetalle: Zinn ist knapp

Der Zinnpreis ist in der vergangenen Woche weiter deutlich gestiegen. Von seinem Tief im November ist der Preis mittlerweile um über 10% nach oben geklettert und hat inzwischen auch die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie überwunden, was technische Anschlusskäufe nach sich zog und zusätzlichen Auftrieb gab.

Der Grund für den Preisanstieg ist die aktuelle Einengung des Angebots. Indonesien, der weltweit größte Zinnexporteur, führt seit Oktober deutlich weniger Zinn aus. Im November waren die Exporte auf den niedrigsten Stand seit 2,5 Jahren geusnken.

Grund für den Exportrückgang sind Unregelmäßigkeiten bei der Überprüfung des Zinns in der Indonesia Commodity & Derivatives Exchange (ICDX), über die das Zinn gehandelt werden muss, bevor es exportiert wird. Seit Mitte Oktober ist der Handel dort weitgehend ausgesetzt.

Als Folge davon sind auch an der LME die Zinnvorräte mittlerweile auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen.

Zinn handelt aktuell bei 9,20 USD pro Pfund.

Zinnpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: infomine.com

Ausblick: Preissturz möglich

Vorerst dürfte Zinn gut unterstützt bleiben. Da sich aber in Indonesien das Zinn staut, dürften die Exporte deutlich anziehen, sobald der Handel wieder uneingeschränkt möglich ist. Dies dürfte die Preise dann wieder nach unten drücken.

Agrarrohstoffe: Shutdown setzt Sojabohnenpreise unter Druck

Die Sojabohnenpreise, die in den letzten Wochen einer der größten Profiteure von Annäherungsschritten im Handelskonflikt zwischen den USA und China waren, konnten in der vergangenen Woche überraschend nicht profitieren.

Grund dafür dürfte aber in erster Linie der Shutdown der US-Regierung sein. Dieser führt dazu, dass das US-Landwirtschaftsministerium USDA zuletzt keine Berichte über Produktion oder Exporte der US-Agrargüter herausgegeben hatte. Dies lässt die Marktteilnehmer nun völlig im Dunkeln darüber, ob China weitere US-Sojabohnenimporte getätigt hat.

US-Sojabohnen zur Lieferung im März notieren aktuell bei 9,10 US-Dollar pro Scheffel an der CME.

US-Sojabohnen in USD/Scheffel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Sojabohnen-Preissprung möglich

Der nächste Bericht des USDA könnte zu massiven Preissprüngen führen, wenn sich zeigen sollte, dass sich ein Ende des Handelskonflikts weiter positiv auf Chinas Nachfrage nach US-Sojabohnen auswirken sollte.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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