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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 06.11.-13.11.2017: Erdöl – Aufwärtstrend ausgebremst

Die Ölpreise haben auf ihrem Höhenflug vorerst eine Pause eingelegt. Zumindest in der vergangenen Woche gaben die Preise ein wenig nach.

Grund dafür ist das nach wie vor hohe Angebot – eine Situation die zuletzt vom Markt weitgehend ignoriert worden ist.

Doch der Aufwärtstrend wurde nun zurecht erst einmal ausgebremst. Die Gründe dafür sind vielfältig. So erwartet die OPEC in ihrem letzte Woche veröffentlichten World Oil Outlook zwar einen Anstieg der globalen Ölnachfrage auf 102,3 Millionen Barrel pro Tag bis 2022. Das sind 2,24 Millionen. Barrel pro Tag mehr als bislang erwartet. Doch die OPEC kann aufgrund eines steigenden Nicht-OPEC-Angebots kaum Vorteile daraus ziehen. So soll das globale Ölangebot aus Gesteinsschichten (tight oil) bis 2020 auf 7 Millionen und bis 2030 auf 9,22 Millionen Barrel pro Tag steigen. Vor einem Jahr lagen die Schätzungen jeweils 2,5 Millionen Barrel pro Tag darunter.

Dementsprechend reduzierte die OPEC den erwarteten Bedarf an OPEC-Öl für 2019 um 600.000 Barrel auf gut 33 Millionen Barrel pro Tag. Bis 2025 soll er in etwa auf diesem Niveau verharren.

Aktuell produziert die OPEC kaum weniger Öl. Somit hat die OPEC in den nächsten acht Jahren so gut wie keinen Spielraum mehr um ihre Produktion auszuweiten.

Überdies erwartet die US-Energiebehörde für das nächste Jahr einen weiteren Anstieg der US-Rohölproduktion. Die Schätzung wurde erneut leicht auf ein neues Rekordniveau von 9,945 Millionen Barrel pro Tag angehoben.

Hinzu kamen preisbelastende Meldungen aus China, wo die Rohölimporte im Oktober laut Zollbehörde auf ein 12-Monatstief von 7,3 Millionen Barrel pro Tag gesunken sind. Das ist ein deutlicher Rückgang von 1,7 Millionen Barrel pro Tag gegenüber September 2017.

Schließlich belasteten auch noch die aktuellen US-Lagerbestandsdaten die Rohölpreise. Wie das US-Energieministerium mitteilte sind die US-Rohöllagerbestände in der vorvergangenen Woche um 2,2 Millionen Barrel gestiegen. Zugleich stieg auch die US-Rohölproduktion auf ein neues Rekordniveau bei 9,62 Millionen Barrel pro Tag. Ganz klar macht das hohe Preisniveau wie erwartet erneut die Schieferölproduktion in den USA immer lukrativer.

Brent zur Lieferung im Januar handelt aktuell bei 63,60 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Januar notiert aktuell bei 57,10 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die massive Preisrallye scheint erst einmal einen kleinen Dämpfer erhalten zu haben. Angesichts der Angebotslage erscheint dies nur richtig. Allerding ist kaum mit einer deutlichen Preiskorrektur zu rechnen, da allein die jüngste Zuspitzung der Konflikte zwischen Saudi-Arabien und dem Iran eine Risikoprämie rechtfertigt.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis zeigte sich in der vergangenen Woche volatil, zog zunächst bis auf 1.289 US-Dollar pro Unze in der Spitze an, bevor es am Freitag zu einem Abverkauf eines kurzfristig orientierten Futures-Traders kam, der den Markt kalt erwischte und den Preis in kürzester Zeit auf unter 1.274 US-Dollar drückte.

Für den Abverkauf am Freitag gab es keine offensichtliche Begründung, so dass es sich am wahrscheinlichsten um eine große Verkaufsorder eines kurzfristigen orientierten Marktteilnehmers handeln dürfte. Dies ist zum aktuellem Zeitpunkt nicht unüblich, da derzeit in den USA die so genannte Tax-Loss-Season in vollem Gange ist.

Hierbei trennen sich Investoren noch vor Jahresende von Investments um diese in der Steuererklärung geltend zu machen. Entsprechend ist die Zeit bis Ende November (für Institutionelle) bzw. bis Ende Dezember oft von seltsamen Preisbewegungen gekennzeichnet, wenn Verkaufsorders in einen dünnen Markt gegeben werden.

Aktuell handelt Gold bei 1.274,90 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Derzeit befinden sich die Spekulanten bei Gold eher auf dem Rückzug, deren Netto-Long-Positionen sind zuletzt 7 Wochen in Folge gefallen. Grund dafür ist vor allem die Erwartung einer Zinserhöhung der Fed im Dezember. Allerdings sollte dies alsbald völlig eingepreist sein. Und sobald die Tax-Loss-Season beendet ist, dürften andere Faktoren wieder deutlich mehr Ausschlag geben, wie zum Beispiel das Erfordernis einer Risikoprämie aufgrund der überaus prekären geopolitischen Lage.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetallpreise standen in der vergangenen Woche übergeordnet eher unter Druck, obwohl es zwischenzeitlich unterstützende Tendenzen seitens eines schwächeren US-Dollars und in einigen Märkten aufgrund der globalen fundamentalen Ausgangslage gab.

Druck auf die Industriemetallpreise übten vor allem die jüngsten Einfuhr- und Lagerbestandsdaten aus China aus.

So hat China im Oktober den Daten der Zollbehörde zufolge deutlich weniger Kupfer importiert. Die Einfuhren von Kupfer und Kupferprodukten sanken im Vergleich zum Vormonat um 23% auf 330.000 Tonnen. Das entspricht der geringsten Menge seit 6 Monaten. Die Importe lagen aber leicht über dem Vorjahresniveau. Chinesischen Handelskreisen zufolge ist dies auf eine verhaltene Nachfrage zurückzuführen. Die Importe von Kupferkonzentrat sanken auf ein 5-Monats-Tief.

Kupfer handelt aktuell bei 3,06 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Nach der Preisrallye der letzten Monate braucht der Kupferpreis nun eine Pause. Übergeordnet aber dürfte der Preis gut nach unten abgestützt bleiben, angesichts der globalen Angebotsentwicklung.

Agrarrohstoffe: Kakao

Der Kakaopreis ist in der vergangenen Woche weiter deutlich gestiegen. Grund dafür sind Schätzungen für ein globales Angebotsdefizit im laufenden Erntejahr 2017/18.

Ausschlaggebend dafür sind die jüngsten Nachrichten aus dem weltgrößten Produzentenland Elfenbeinküste. Dort läuft die Ernte sehr schleppend und die Anlieferungen an die Häfen sind überaus gering.

Für das gesamte Quartal bis Ende Dezember rechnen die Exporteure inzwischen mit einer Erntemenge von 830.000 Tonnen, was einem Rückgang um 108.000 Tonnen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht.

Grund dafür sind starke Regenfälle, die zur Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten geführt haben. Und eine Verbesserung im nächsten Quartal ist nicht in Sicht.

Kakao zur Lieferung im März handelt aktuell bei 2.213 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Kakaopreis dürfte angesichts der Entwicklung in der Elfenbeinküste vorerst weitere Unterstützung finden.

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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