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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 06.05.-13.05.2019: Gold – Indien und China kaufen

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche gesunken. Grund dafür ist der weiter eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China und die überraschende Anhebung der US-Importzölle auf chinesische Güter. Hier spielt die Sorge vor einer sinkenden Nachfrage in den beiden größten Ölverbrauchsländern aufgrund der Fortsetzung des Handelsstreits mit.

Auf der anderen Seite ist der globale Ölmarkt derzeit aber unterversorgt. Die US-Sanktionen gegenüber Venezuela und dem Iran und der zunehmende Streit zwischen den USA und dem Iran schränkt das Ölangebot ein.

Zudem scheint Saudi-Arabien derzeit noch nicht bereit zu sein, das Ölangebot weiter einzuschränken, wie der US-Präsident es verlangt.

Hinzu kommen derzeit auch noch die Probleme der russischen Pipeline, die dazu führen, dass immer noch verunreinigtes Öl nach Europa gelangt.

Brent zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 70,86 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Juli notiert derzeit bei 61,90 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Rücksetzer möglich im Ölmarkt

Die aktuelle fundamentale Ausgangslage mit dem bestehenden Defizit spricht eigentlich für weiterhin hohe Ölpreise. Jedoch ist aufgrund des hohen Optimismus der Spekulanten im Markt durchaus immer wieder mit Rücksetzern zu rechnen.

Edelmetalle: Gold – Indien und China kaufen

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche gestiegen. Grund dafür ist zum einen der verschärfte Ton des US-Präsidenten gegenüber China mit der Implementierung neuer Importzölle.

Unterstützung erhält der Goldpreis aber auch von fundamentaler Seite. So steigt das physische Kaufinteresse weiter an. Indien hat gemäß vorläufigen Daten des Finanzministeriums im April 121 Tonnen Gold gekauft. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 100% gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch die indische Zentralbank hat in den letzten Monaten ihre Goldbestände weiter aufgestockt. Daten des IWF zufolge kaufte die Zentralbank im März rund 3,7 Tonnen Gold und hat damit ihre Käufe der Monate zuvor fortgesetzt.

Auch die chinesische Zentralbank hat eigenen Angaben zufolge im April den fünften Monat in Folge Gold gekauft (ca. 15 Tonnen). Seit Dezember hat sie ihre Goldbestände damit um fast 60 Tonnen vergrößert.

Gold handelt aktuell bei 1.205,80 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Gold bleibt unterstützt

Der Goldpreis dürfte weiterhin gut unterstützt bleiben.

Industriemetalle: Nickeldefizit höher als gedacht

Die Industriemetallpreise standen in der vergangenen Woche übergeordnet unter Druck. Grund dafür ist der weiter eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China, mit der Implementierung weiterer US-Importzölle auf chinesische Güter. Diese wurden im Umfang von 200 Milliarden US-Dollar von 10% auf 25% angehoben.

Auf der anderen Seite gab es auch fundamental unterstützende Nachrichten. So hat die International Nickel Study Group (INSG) aktualisierte Schätzungen zum Nickelmarkt veröffentlicht. Das Angebotsdefizit für 2019 soll mit 84.000 Tonnen deutlich höher ausfallen, als die INSG noch auf der Herbsttagung erwartet hatte. Auch das Defizit für das vergangene Jahr wurde auf 146.000 Tonnen nach oben revidiert.

Nickel handelt aktuell bei 5,39 US-Dollar pro Pfund.

Nickelpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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ADLER-Real-Estate-Aktie verliert leichtDie Aktie von ADLER Real Estate setzte ihre Abwärtsbewegung fort und musste heute erneut Verluste verzeichnen. Verglichen mit dem Vortageskurs von 13,02 € erlebte der Wert keine nennenswerte Änderung und notierte… › mehr lesen

Quelle: infomine.com

Ausblick: Erholung nach Handelsstreit

Die Metallpreise dürften trotz preisunterstützender Fundamentaldaten erst einmal vom Handelsstreit überschattet werden. Hernach dürfte allerdings eine Erholung fällig sein.

Agrarrohstoffe: Kakao – rückläufige Ernte in Ghana

Der US-Kakaopreis hat in der vergangenen Woche im Wochenvergleich leicht abgegeben. Allerdings wurden temporäre Rücksetzer auf 2.300 US-Dollar pro Tonne sofort gekauft.

Unterstützung erhält der Kakaopreis seit einigen Monaten durch rückläufige Ernteprognosen in Ghana. Ebenso wirkt die generell steigende Nachfrage unterstützend.

Doch der Handelsstreit zwischen den USA und China wirkt auch auf die Kakaopreise belastend, denn er schürt Sorgen in Bezug auf eine nachlassende Nachfrage insbesondere in China.

Kakao zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 2.306 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in USD/Tonne in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Handelsstreit belastet Kakao

Der Handelsstreit könnte auch die Kakaopreis weiter belasten. Sollte sich die fundamentale Ausgangslage allerdings nicht verbessern, dürfte hernach eine Erholung anstehen.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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