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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 04.02.-10.02.19: Goldpreis profitiert von vielen Risiken

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche zurückgekommen. Grund dafür sind zum einen Nachfragesorgen und eine weiterhin massiv steigende US-Ölproduktion.

Generell steht der Markt unter der Erwartung eines sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums, insbesondere da nun auch aus den der EU nach unten revidierte Wachstumsaussichten kommen. Hinzu kommen sinkende Erwartungen hinsichtlich einer baldigen Lösung im US-chinesischen Handelsstreit.

Doch auch auf der Angebotsseite stehen preisbelastende Nachrichten. So hat die beständig wachsende US-Ölproduktion in der vorvergangenen Woche ein Rekordlevel von fast 12 Millionen Barrel pro Tag erreicht.

Und auch aus Libyen könnte demnächst wieder mehr Öl an den Markt gelangen. Truppen des Militärkommandeurs Haftar haben das größte libysche Ölfeld El-Sharara übernommen. Dieses war seit Anfang Dezember von bewaffneten Einheiten besetzt worden und hatte seine Produktion eingestellt. Die staatliche Ölgesellschaft NOC hatte vor kurzem verlauten lassen, die Produktion erst wieder anzufahren, wenn die Besetzung des Ölfeldes beendet ist.

Brent zur Lieferung im April handelt aktuell bei 61,97 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im April notiert derzeit bei 53,03 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Venezuela bleibt kurzfristig ein Knackpunkt

Es bleibt nun abzuwarten wie sich die Lage um Venezuela weiter entwickelt. Sollte die  Ölproduktion noch weiter zurückgehen, dürfte der Ölpreis wieder anziehen.

Edelmetalle: Gold profitiert von vielen Risiken

Der Goldpreis stand zu Beginn der vergangenen Woche zunächst leicht unter Druck, konnte sich zum Ende der vergangenen Woche aber wieder deutlich erholen und schloss die Woche im Plus.

Druck auf den Goldpreis übte vor allem der zwischenzeitlich stärkere US-Dollar aus. Unterstützung erhielt der Goldpreis dann aber durch die bestehenden geopolitischen Unsicherheiten. Zum einen ist da der Handelskonflikt zwischen den USA und China zu nennen, der wohl doch nicht so schnell gelöst werden wird, wie zuvor erwartet.

Zum anderen nehmen auch die politischen Risiken in Europa weiter zu. Italienischen Medienberichten zufolge hat die EU-Kommission ihre BIP-Schätzung für Italien drastisch reduziert, womit das Defizitziel der italienischen Regierung wohl nicht mehr haltbar ist. Dieses bot schon im vergangenen Herbst hohes Streitpotenzial. Nicht zu vergessen ist auch die nach wie vor ungelöste Brexit-Problematik.

Gold handelt aktuell bei 1.314 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick: Goldpreis steigt weiter

Auch von fundamentaler Seite gibt es unterstützende Nachrichten. So ist die chinesische Goldproduktion im letzten Jahr gemäß Daten des Verbands der chinesischen Goldproduzenten um 5,9% auf 401 Tonnen gesunken. Dies entspricht dem zweiten Jahresrückgang in Folge. Bis dahin hatte China seit dem Jahr 2000 die Goldproduktion Jahr für Jahr gesteigert. Mittlerweile sind aber vor allem viele kleinere Goldproduzenten von den verstärkten Umweltschutzmaßnahmen im Land mit Schließungen und sinkender Produktion betroffen.

Industriemetalle: Zink unter Gewinnmitnahmen

Der Zinkpreis ist nach dem deutlichen Anstieg seit Mitte Januar in der letzten Woche aufgrund von Gewinnmitnahmen unter Druck geraten.

Übergeordnet bleibt das fundamentale Szenario wie folgt: derzeit befindet sich der globale Zinkmarkt im Defizit, welches für 2018 bei etwas über 300.000 Tonnen liegt. Die Analysten von Wood Mackenzie gehen davon aus, dass der Zinkmarkt auch in 2019 in einem Defizit bleiben wird.

Hinzu kommen extrem niedrige Lagerbestände sowohl an der LME, als auch in China.

Zink handelt aktuell bei 1,22 US-Dollar pro Pfund.

Zinkpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: infomine.com

Ausblick

Zink sollte übergeordnet weiterhin unterstützt bleiben.

Agrarrohstoffe: US-Sojabohnen

Der Preis für US-Sojabohnen hat in der vergangenen Woche leicht abgegeben, nachdem Sorgen aufkamen, dass der Handelsdisput zwischen den USA und China doch nicht so schnell beendet werden könnte wie erhofft.

Der Grund dafür war die Aussage des US-Präsidenten, er werde den chinesischen Präsidenten Xi Jinping doch nicht noch im Februar treffen, also bevor am 1.März die USA erneut die Zölle auf chinesische Produkte anheben wollen.

Sojabohnen zur Lieferung im März notieren aktuell bei 9,16 US-Dollar pro Scheffel an der CME.

US-Sojabohnen in USD/Scheffel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Da China sich längst bereit erklärt hat wieder US-Sojabohnen kaufen zu wollen und zum Zeichen der Entspannung auch daran festhalten wird, sollten die US-Sojabohnen weiterhin übergeordnet unterstützt bleiben.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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