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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 01.10.-08.10.2018: Erdöl bleibt teuer

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche zunächst deutlich gestiegen und erreichten mehrjährige Höchststände bevor es dann zum Ende der Woche wieder zu Gewinnmitnahmen kam. Im Wochenvergleich notieren die Ölpreise nun schwächer.

Unterstützung erhielten die Ölpreise durch massive Angebotssorgen vor allem aufgrund der US-Sanktionen gegenüber dem Iran. Zu Beginn der vergangenen Woche hatte den Preisen die Nachricht Auftrieb gegeben, dass nun auch China seine Ölkäufe aus dem Iran reduziert. Somit dürften die iranischen Ölexporte um 1,5 bis 2 Millionen Barrel pro Tag sinken, was deutlich mehr ist als bislang erwartet worden ist.

Entsprechend dürfte auch die Produktion im Iran deutlich sinken, Schon im September verzeichnete der Iran einen Produktionsrückgang von 100.000 Barrel pro Tag.

Auch für Venezuela ist damit zu rechnen, dass die Ölproduktion aufgrund der anhaltenden Staatskrise weiter sinken wird. Ebenfalls bleibt es fraglich, ob Libyen sein aktuelles Produktionsniveau wird weiter halten können.

Zu Gewinnmitnahmen kam es schließlich in der vergangenen Woche nachdem der Chef der Internationalen Energieagentur die Ölproduzenten dazu aufgefordert hatte, Maßnahmen zur Beruhigung des Marktes zu ergreifen. Überdies warnte er vor den Folgen der hohen Preise auf die Weltwirtschaft.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 84,11 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 74,21 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Zwar produziert die OPEC aktuell mit 32,85 Millionen Barrel pro Tag in etwa die Menge die von der IEA für das 4. Quartal als täglicher Bedarf geschätzt wird. Es gibt allerdings berechtigte Zweifel, ob die OPEC dieses Produktionsniveau wird halten können. Vor allem im Iran dürfte die Produktion noch weiter sinken, hinzu kommen die Unsicherheiten hinsichtlich Venezuelas und Libyens. Somit ist das hohe Preisniveau derzeit durchaus gerechtfertigt.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche erneut über die Marke bei 1.200 US-Dollar pro Unze gestiegen. Übergeordnet handelt der Preis aber derzeit in einer volatilen Seitwärtsbewegung innerhalb einer Handelsspanne zwischen 1.190 USD und 1.210 USD.

Mit Ausnahme der Entwicklung des US-Dollar gibt es derzeit kaum noch nachvollziehbare Faktoren, welche den Goldpreis bestimmen.

Gold handelt aktuell bei 1.202,70 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Markt scheint derzeit noch richtungslos und es bleibt spannend zu sehen, welche Tendenz der Goldpreis kurzfristig anstreben wird.

Industriemetalle: Aluminium

Der Aluminiumpreis ist in der vergangenen Woche zunächst sehr deutlich gestiegen. Grund dafür war die Schließung der „Alunorte“-Raffinerie in Brasilien, die aus Bauxit Alumina herstellt. Die Schließung soll vollständig und für unbestimmte Zeit erfolgen.

Bei Alumina handelt es sich um das Vorprodukt von Aluminium. Die „Alunorte“-Raffinerie, ist die weltweit größte Verarbeitungsanlage für Alumina.

Bereits seit März lief die Anlage nur mit halber Auslastung, aufgrund von Überschwemmungen in der Region.

Aluminium handelt aktuell bei 0,96 US-Dollar pro Pfund.

Aluminiumpreis USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: infomine.com

Ausblick

Die komplette Stilllegung der Alunorte-Raffinerie schürt große globale Angebotssorgen. Vor allem da auch noch die Unsicherheit bezüglich des größten russischen Aluminiumproduzenten Rusal aufgrund der US-Sanktionen anhält. Entsprechend dürfte der Aluminiumpreis weiterhin unterstützt bleiben.

Agrarrohstoffe: Mais

Der Maispreis ist in der vergangenen Woche gestiegen. Grund dafür waren gute Exportdaten aus den USA. Dort liegen die Maisexporte für diesen Monat rund 92% über der Exportmenge der Vorjahresperiode. Die Verabschiedung des Handelsabkommens NAFTA 2 dürfte dafür mit ausschlaggebend sein und weckt zudem Hoffnungen auf weiterhin gute Absätze.

Hinzu kommen derzeit Verzögerungen bei der Ernte aufgrund von Regenfällen in den USA.

Mais zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 3,68 US-Dollar pro Scheffel an der CME.

Maispreis in USD/Scheffel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Trotz der aktuell guten US-Mais-Exporte, bleibt neben dem kommenden WASDE-Bericht nächste Woche auch abzuwarten wie sich der Handelskonflikt mit China weiterentwickelt. Denn eigentlich ist China einer der wichtigsten Abnehmer US-amerikanischer Agrargüter. Sollte der Konflikt noch lange schwelen, dürften die Maispreise wieder unter Druck geraten angesichts schon jetzt steigender Lagerbestände.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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