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Platin: Erholung aber noch keine Rallye

Der Platinpreis bildet einen Boden aus. Aber das ist noch kein Grund für größte Feierlaune.

Platinpreis: der Boden ist da

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Quelle: stockcharts.com

Seit dem Tief Mitte August hat sich der Platinpreis um 5,5% erholt. Das macht aber noch keine Rallye.

Platinpreis: Investmentnachfrage ist das Zünglein an der Waage

Gestern hatte ich Ihnen geschrieben, dass es einige Faktoren gibt, die dafür sprechen, dass der Platinpreis einen Boden ausgebildet hat und derzeit eine langsame Erholung vonstatten geht. Darunter das stagnierende Minenangebot und die zu erwartende steigende Nachfrage aus der Automobilindustrie, sowie der Industrie.

Diese Faktoren sprechen zusammengenommen für steigende Platinpreise.

Dennoch bin ich vorsichtig, was die Erwartung einer Rallye im Platinpreis angeht. Der Grund dafür ist die Investmentnachfrage.

Die Nachfrage seitens der Investoren hat massiv nachgelassen

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Quelle: JM PGM Market Report Februar 2019

Hier sehen Sie die Entwicklung der Nachfrage seitens der ETF-Investoren. Wie Sie erkennen können ist die Nachfrage nach Platin-ETF-Anteilen stark eingebrochen im letzten Jahr.

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Was dabei aber bemerkenswert ist: die Platin-ETF-Bestände haben sich trotz der sinkenden Nachfrage insgesamt kaum verändert und stehen nach wie vor bei um die 2,5 Millionen Unzen. Das lässt nur einen Schluss zu: Die Mehrheit der Platin-ETF-Investoren sitzt derzeit auf Buchverlusten, die man nicht realisieren will.

Wenn der Platinpreis steigt könnten die ETF-Verkäufe die Entwicklung bremsen

Was passiert also wohl, wenn der Platinpreis weiter steigt? Die ETF-Investoren werden anfangen ihre Positionen zu liquidieren, sobald der Preis ein Niveau erreicht, bei dem wieder mit Gewinn oder moderatem Verlust verkauft werden kann.

Dies dürfte die Platinpreisentwicklung vorerst noch bremsen.

Ein Trigger ändert das Szenario

Anders sähe es nur aus, wenn es tatsächlich einen Trigger für eine massiv dynamische sehr schnelle Rallye gebe. Dafür sehe ich derzeit zwar keinen Anlass, aber denkbar wäre natürlich ein deutlicher Einbruch auf der Angebotsseite, wenn es in Südafrika (dem Hauptförderland) erneut zu massiven Streiks käme. Denkbar ist auch, dass Platin aufgrund seines günstigen Preises zunehmend Palladium (das eine massive Rallye aufs Parkett gelegt hat und inzwischen teurer als Platin und Gold ist) als Katalysatormetall ersetzen könnte. Dies erfordert allerdings massive technische Entwicklungen und ist somit ein denkbares Szenario auf Sicht von mehreren Jahren.

Platinpreis: Mein Tipp

Wenn Sie mich also fragen, was ich Ihnen rate: Ich würde derzeit noch nicht massiv mittels Derivaten long gehen. Aber Platin ist günstig. Das ist und bleibt ein Fakt. Deshalb lege ich mir derzeit gerne etwas physisches Platin in den Tresor. Dabei ist es egal, ob der Preis jetzt noch einige Monate schwankt. Denn was man hat, das hat man.

 

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Über den Autor
miriam-kraus3
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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