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Ist dies das Ende des US- „Jobwunders“?

Der vergangene Freitag hielt eine auf den ersten Blick schockierende Nachricht für die Aktienbörsen bereit. Gemäß dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht wurden im September nicht die erhofften 75.000 neuen Stellen in den USA geschaffen, sondern stattdessen 33.000 Stellen abgebaut.

Ist dies das Ende des „Jobwunders“ in den USA? Steht die nächste Rezession bevor?

Ist dies das Ende des US- „Jobwunders“?

Nein. Hier zeigen sich lediglich Einmaleffekte von mehreren Wirbelstürmen, die die USA zuletzt hart getroffen hatten. Denn die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bleiben niedrig. Diese liegen nun bereits 135 Wochen in Folge unter der Marke von 300.000. Das heißt, die nächsten US-Arbeitsmarktdaten für Oktober müssten wieder stark ausfallen!

Diese Erkenntnis war wohl auch der Grund, warum sich die Auswirkungen der schwachen September-Daten auf die Märkte in überschaubaren Grenzen hielten (Dollar leicht runter, Gold rauf, Aktien fast unverändert).

Die Sache hat jedoch auch eine Kehrseite. Die US-Notenbank lässt sich durch einen einmaligen Ausrutscher nach unten nämlich nicht so leicht von ihrem Zinserhöhungskurs abbringen. Zumal die Daten für September auch zeigen, dass die Stundenlöhne weiter steigen, was wiederum die (erhoffte) Inflation zurückbringen dürfte.

Aktien werden nicht wegen der Arbeitsmarktdaten korrigieren, sondern…

Für Aktien dürfte im Oktober daher erst einmal eine Verschnaufpause wahrscheinlich sein. Eine solche wäre nach der steilen September-Rally auch alles andere als ungewöhnlich. Neben Zinssorgen könnte auch Nordkorea bald wieder für Korrektur-Anlässe sorgen.

Laut einem russischen Diplomat bereitet Nordkorea derzeit den Start einer Rakete vor, welche auch das amerikanische Festland erreichen könnte. Am 10. Oktober wird in Pjöngjang die Gründung der Arbeiterpartei begangen.

Solche Jubiläen sind beim nordkoreanischen Regime stets beliebt gewesen, um weitere Raketentestes vorzunehmen. Gold und Öl hatten zuletzt von solchen Provokationen profitiert, während alles andere fiel. Die Effekte waren jedoch insgesamt recht kurzlebig.

Wochen-Ausblick

In der neuen Woche wird am Mittwoch das Fed-Protokoll der letzten Notenbanksitzung veröffentlicht, am Donnerstag stehen die Erzeugerpreise und eine Rede von Mario Draghi in Washington auf der Agenda. Planen Sie jedoch zusätzlich Überraschungen von der politischen Bühne (wie eben Nordkorea) ein!

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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