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Inflationstreiber Löhne, Zinsen werden weiter steigen

Einmal im Monat blickt die Börse gespannt auf die wenigen wirklich wichtigen Konjunkturdaten aus den UDA. Und so war es am vergangenen Freitag wieder soweit. Denn da wurde der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Hier gab es eine reihe von Enttäuschungen zu verdauen.

US-Arbeitsmarkt: Dynamik lässt deutlich nach

So lag die Zahl der neu geschaffenen Stellen im März unter den Erwartungen. Außerhalb der Landwirtschaft wurden netto 431.000 neue Stellen geschaffen, während Experten im Vorfeld auf 485.000 Stellen gesetzt hatten. Das könnte für eine nachlassende Dynamik der US-Konjunktur sprechen.

Dieser Umstand wurde allerdings dadurch gemildert, dass die Zahl der zusätzlichen Stellen in den beiden sehr starken Vormonaten noch nach oben revidiert werden konnte. Inzwischen schlägt man dem Januar 504.000 (zuvor gemeldet: 481.000) und dem Februar 750.000 (zuvor: 678.000) zusätzliche Stellen zu. Das heißt, der US-Arbeitsmarkt brummte vorher noch mehr als gedacht.

Inflationstreiber Löhne, Zinsen werden weiter steigen

Eine weitere Nuss gab es bei den Stundenlöhnen zu knacken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die durchschnittlichen Stundenlöhne um 5,6 Prozent, während Analysten „nur“ mit 5,5 Prozent gerechnet hatten, nach einem Plus von revidiert 5,2 Prozent im Vormonat. Steigende Löhne sind ja eigentlich positiv, zumal sie den US-Konsum ankurbeln und damit die Wirtschaft am Laufen haten.

ABER: Die stark steigenden Löhne sind eine der wichtigsten Triebfedern der Inflation. Höhere Löhne führen zu mehr Konsum (der die Preise treibt) und höheren Kosten bei den Unternehmen (die die Preise treiben). Hieraus kann eine gefürchtete Lohn-Preis-Spirale entstehen.

Am Ende dürften stark steigende Löhne den Druck auf die US-Notenbank erhöhen, die Zinsen schneller anzuheben. Denn im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank hat diese den Kampf um einigermaßen Preisstabilität noch nicht aufgegeben.

Märkte reagieren nur mit Achselzucken – noch…

Für den Markt waren die Zahlen kein Schocker. Allerdings auch nicht positiv. Am Ende knickten US-Aktien am Freitag zwischenzeitlich etwas ein. Bis zum Handelsschluss erholten sich die Kurse jedoch wieder. Beim Gold lief es genau umgekehrt.

S&P 500 Tageschart: Kurserholung nach kleinem Verschnaufer fortgesetzt

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Quelle: stockcharts.com

Der Markt wusste nicht so recht, was er mit den Zahlen anfangen sollte. Einerseits läuft der US-Arbeitsmarkt immer noch sehr rund, wenn auch etwas unrunder las zuvor. Andererseits dürften die Zinsen weiter zulegen, was die künftige Dynamik bremsen könnte.

Das vorläufige Fazit des Marktes: es wird nicht besser, aber es ist auch noch nicht schlecht. Vielleicht reicht das erstmal für eine Fortsetzung der Kurserholung bei US-Aktien.

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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