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Inflation im deutschen Großhandel jetzt bei +13,2%!

Gestern hatte ich Ihnen geschrieben: die Konjunktur in Deutschland kollabiert wegen einem Doppel-Tiefschlag aus Engpässen bei Rohstoffen, Energie und Vorprodukten und extremer Inflation.

Das Inflationsproblem wollen wir mit seinen Auswirkungen heute einmal genauer betrachten.

Inflation im deutschen Großhandel bereits bei +13,2%!

Gerade kamen die neusten Daten. Demnach sind die Verkaufspreise im deutschen Großhandel September um 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahres-September 2020 gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nur im Juni 1974 (ich hatte damals noch Windeln um und Europa litt unter dem Ölpreisschock) hat es zuletzt einen minimal höheren Anstieg gegeben.

Im August lagen wir noch bei auch bereits unerträglichen 12,3 Prozent, im Juli bei 11,3 Prozent. Seit Jahresbeginn geht es hier nur in eine Richtung: nach oben. Sie sehen die Entwicklung? Die Entwicklung, die die Zentralbanken und die Mainstream-Medien noch immer als „vorübergehend“ beschwichtigen? Wie definiert man eigentlich „vorübergehend“? Es scheint da einen großen Spielraum für Interpretationen zu geben.

Das Phänomen steigender Großhandelspreise ist übrigens ein zuverlässiger Vorläufer für die Verbraucherpreisinflation. Also das, was Sie in wenigen Wochen dann an der Zapfsäule oder Supermarktkasse zusätzlich draufzahlen müssen, weil die Hersteller ihre höheren Einkaufspreise so gut wie möglich auf die Endpreise umlegen, die Sie am Ende bezahlen müssen. In der aktuellen Situation mit knappen Waren ist das überhaupt kein Problem für die Hersteller. Zumindest noch nicht.

Erst das Märchen von der „vorübergehenden Inflation“, jetzt die „grüne Inflation“

Wenn Sie jetzt glauben, dass in Kürze wahrscheinlich auch zweistellige Inflationsraten bei den Verbraucherpreisen zu einem Umdenken in der Politik führen müssen, dann irren Sie leider. Die Herrschaften reden sich die Entwicklung gerade erst schön. Jetzt macht das Unwort von der „grünen Inflation“ die Rede, die ja so toll ist, weil sich endlich unser Verbrauchsverhalten ändert.

Ich habe selten so einen vollendeten Blödsinn gehört! Nach dieser Logik wäre es ja auch gut, wenn es bald die ersten Kältetoten gibt, die ihre Heizkosten nicht mehr bezahlen konnten. Fakt ist: Die verheerenden Folgen einer Misswirtschaft derart schönzureden, ist einfach nur widerwärtig und menschenverachtend!

Wie können Sie sich vor der Inflation schützen?

Aber was können Sie gegen die starke Inflation tun? Jeder Analageberater würde Ihnen sagen, doch in Sachwerte zu investieren. Ich sage Ihnen: so einfach ist es leider nicht! Denn längst nicht alle Sachwerte taugen in einem Umfeld starker Inflation (wie jetzt) als Schutz vor dieser!

Bei Aktien zum Beispiel wird es bereits bei einer Inflationsrate um die 4 Prozent kritisch. Und da sind wir bereits! Der DAX tritt sicher nicht zufällig seit April auf der Stelle.

Für die Aktienkursentwicklung zählt nur reales Wachstum. Das ist derzeit in Deutschland negativ. Wir haben ein Wachstum vom +1,6 % bei einer Inflationsrate von 4,1%. Die müssen wir vom Wachstum abziehen, um das reale Wachstum (also das „echte“ Wachstum nach Inflation) zu errechnen. Und da komme ich auf minus 2,5%. Die deutsche Wirtschaft steckt also – real betrachtet – bereits in einer Rezession! Dass da die Aktienkurse munter weiter steigen, glauben wahrscheinlich nur ganz hartgesottene Dauer-Optimisten.

Ich denke, in Kürze wird es für viele Aktien sehr schwierig. Für einige wenige aber brechen goldene Zeiten an. Seien Sie vorbereitet!

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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