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Droht der deutschen Wirtschaft eine verheerende Stagflation?

Inflation bleibt in Deutschland eines der am meisten bestimmenden Themen in der deutschen Wirtschaft.

Gemäß einer aktuellen IW-Studie (IW = Institut der deutschen Wirtschaft), für die 2.000 Unternehmen befragt wurden, erwarten derzeit 80 Prozent der deutschen Unternehmen mittelstark oder stark steigende Preise, weil Rohstoffe sich verteuert haben und Vorleistungen knapp sind. Zusätzlich berichten 70 Prozent der Unternehmen von mittelstark oder stark steigenden Energiepreisen.

Immer weniger Firmen können Kostenanstieg weitereichen

Gleichzeitig gaben in dieser Studie aber nur rund 50 Prozent der Unternehmen an, die höheren Kosten in hohem oder mittlerem Ausmaß weitergeben zu können. Dieses „Weitergeben“ ist übrigens die Ursache für die zuletzt sehr deutliche Inflation der Verbraucherpreise.

Aber wir sehen jetzt auch vermehrt das Phänomen, dass immer mehr Unternehmen NICHT mehr in der Lage sind, ihre Kostensteigerungen an die Kunden weiterzureichen. Was dazu führt, dass es zu Gewinnrückgängen bei immer mehr Unternehmen kommt. Damit wird die Inflation allmählich für die Wirtschaft zu einem großen Problem.

Droht der deutschen Wirtschaft eine verheerende Stagflation?

Im schlimmsten Fall bekommen wir mittelfristig ein Szenario, welches die Börsen am meisten fürchten: Stagflation. Also die Kombination aus konjunktureller Stagnation und hoher Inflation. Zuletzt trat dieses Phänomen über viele Jahre lang in den 1970er Jahren auf. Aktien traten damals 20 Jahre (!) lang auf der Stelle.

Derzeit sehen wir einen Rückgang bei vielen Konjunkturdaten, der sich zunehmend verfestigt. Geht es in diese Richtung weiter (ich rechne damit), dann wird daraus bald ein Abschwung. Eine Ursache für den Abschwung ist das Zurückfahren staatlicher Pandemie-Hilfen, die ja nicht ewig gezahlt werden können. Gleichzeitig bekommt die Wirtschaft nicht wirklich die Chance, auf eigenen beinen zu stehen. Lieferengpässe und völlig unnötige Covid-Panikmache der Politik hinterlassen deutliche Bremsspuren.

Warum die EZB machtlos ist

Wenn jetzt gleichzeitig die Inflation hoch bleiben sollte, wird es gefährlich für die deutschen Unternehmen. Dabei kann die Europäische Zentralbank (EZB) nicht viel tun. Strafft sie im Abschwung die Geldpolitik, verschärft sich der Abschwung. Straft sie nicht, zieht die Inflation noch weiter an. Sie hat den besten Zeitpunkt für eine Rückführung ihrer Anleihenkäufe bereist verpennt.

Diese gefährliche Ausgangslage drückt auch auf die Börsen. Der DAX tritt nun schon seit Monaten auf der Stelle. Hier legt etwas in der Luft. Aus diesem Grund sehe ich derzeit mehr Risiken als Chancen beim DAX und rate Ihnen, sich nach besseren Alternativen umzuschauen.

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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