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Das Kupferangebot bricht ein – wann bricht der Preis aus?

Das globale Kupferangebot sinkt. Neue Minen kommen nur langsam in Betrieb. In 10 Jahren wird das Defizit 20 mal so hoch sein wie jetzt. Der Kupferpreis muss steigen.

Das Defizit im Kupfermarkt wächst

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Quelle der Daten: International Copper Study Group

Kurzfristig ist der Kupferpreis abhängig von der Konjunkturentwicklung, aber mittelfristig spricht der Markt eine ganz eindeutige Sprache: für steigende Preise.

Der Grund dafür: das wachsende Defizit im Kupfermarkt.

Defizit im Kupfermarkt wird auf 10 Mio. Tonnen anschwellen

In der obigen Grafik sehen Sie die Entwicklung des Defizits im Kupfermarkt in den letzten Jahren. Das ist aber noch gar nichts gegen das was noch kommen wird.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass das Kupfermarktdefizit bis 2030 auf 10 Millionen Tonnen anschwellen wird.

Sehen Sie sich in diesem Zusammenhang die folgende Grafik an:

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Quelle: Lobo Tiggre; LouisJames LLC ; independentspeculator.com

Grund : der Kupferabbau wird schwieriger

Während es 1985 noch durchschnittlich 4 Jahre dauerte bis eine neue Kupfermine in Betrieb gehen konnte, sind es heute schon 20 Jahre. Das ist ein Durchschnittswert. Einzelne Minen benötigen noch weitaus mehr Zeit. First Quantums Cobre Panama Kupfer-Mine beispielsweise benötigte rund 50 Jahre von der Exploration bis hin zur Inbetriebnahme.

Das Problem im Kupfermarkt ist nicht, dass es zu wenig Kupfer auf der Erde gäbe. Das Problem ist, dass nicht genug neues und abbaubares Kupfer gefunden wird. Und das Problem ist, dass das gefundene Kupfer immer schwerer abzubauen ist und der Abbau immer teurer wird. Ein ganz großes Problem, welches den gesamten Minensektor mehr oder weniger stark betrifft, sind sinkende Erzgehalte. Noch in den 1990er Jahren lag der durchschnittliche Kupfergehalt in den Minen bei 1,4% pro Tonne Erzgestein. Heute ist dieser Wert auf 0,9% gesunken. Und die Tendenz zeigt weiter nach unten.

Fazit zum Kupferpreis

Kurzfristig ist der Kupferpreis – wie gestern erläutert – von der Entwicklung der globalen Konjunktur abhängig. Mittelfristig deuten die Probleme der globalen Kupferindustrie auf ein sich ausdehnendes und massiv wachsendes Defizit im Kupfermarkt hin. Dies muss mittelfristig zu deutlich höheren Kupferpreisen führen.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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