Wie China sich vom Westen technologisch lossagt
Sie haben es vielleicht schon geahnt: Hinter den täglichen Nachrichten läuft ein Prozess, der die Weltwirtschaft nachhaltig verändern kann. China arbeitet gezielt daran, sich technologisch vollständig von den USA und dem Westen zu lösen.
Im Zentrum steht dabei ein unscheinbares, aber entscheidendes Produkt: der Computerchip, also das Rechenhirn von Smartphones, Autos und Künstlicher Intelligenz.
Warum Chips so entscheidend sind
Moderne Chips sind winzige Hochleistungsrechner. Ohne sie funktioniert weder Ihr Handy noch ein modernes Auto. Wer diese Chips herstellen kann, kontrolliert einen großen Teil der technologischen Wertschöpfung. Genau deshalb gelten Chips heute als strategisch wichtiger als viele klassische Rohstoffe.
Bisher war die Produktion der modernsten Chips ohne die Maschinen von ASML praktisch unmöglich. ASML ist ein niederländischer Spezialkonzern, der extrem komplexe Anlagen baut, mit denen feinste Strukturen auf Chips „belichtet“ werden. Vereinfacht gesagt: Ohne diese Maschinen lassen sich die leistungsfähigsten Chips gar nicht herstellen. Weltweit gibt es dafür keinen echten Ersatz – und genau diese Abhängigkeit ist China ein Dorn im Auge.
Chinas verdecktes Großprojekt
Hinter streng gesicherten Forschungslaboren koordiniert der Technologieriese Huawei ein riesiges Netzwerk aus Zulieferern und staatlichen Forschungsinstituten. Berichten zufolge arbeiten viele Ingenieure abgeschottet von der Außenwelt, teilweise sogar unter falschen Identitäten.
Das Ziel ist klar formuliert: China will Maschinen und Prozesse entwickeln, mit denen moderne Chips vollständig im eigenen Land produziert werden können – ohne westliche Technik und ohne US-Einfluss.
Was das für Sie als Aktionär bedeutet
Für Sie als Anleger ist das kein Randthema. Lieferketten, also der Weg von der Idee bis zum fertigen Produkt, bestimmen Kosten, Gewinne und Machtverhältnisse. Wenn China diese Ketten neu aufbaut, entstehen Verschiebungen, die Märkte über Jahre prägen können. Solche Umbrüche sorgen an der Börse oft für stärkere Schwankungen, eröffnen langfristig aber auch neue Entwicklungen.
Fazit: Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon. China denkt in Jahrzehnten. Wer als Anleger den großen Zusammenhang versteht, kann ruhiger bleiben und besser einordnen, warum sich Märkte verändern.