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Warum eine zu hohe Inflation schlecht für Aktien ist

Inhaltsverzeichnis

Gerade liefen die neuesten Inflationsdaten aus den USA über die Ticker. Sie zeigen, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise weiter beschleunigt – entgegen den Hoffnungen vieler Analysten, Politiker und Zentralbanker.

US-Inflationsrate steigt auf dramatische +7,0 Prozent!

So kletterte die Inflationsrate in den USA im Dezember mit +7,0 % im Vergleich zum Vorjahresmonat auf den höchsten Stand seit Juni 1982! Im Vormonat lag diese noch bei +6,8 %, wie die US-Arbeitsstatistikbehörde BLS zuletzt mitteilte. Bankanalysten hatten im Vorfeld nur mit einer Stagnation auf einem Niveau von 6,8 % gerechnet. Diese dürften sich jetzt am Kopf kratzen.

Die Inflationsrate gibt an, wie stark sich die Verbraucherpreise im jeweiligen Monat gegenüber dem Vorjahresmonat verändert haben. Eine Inflationsrate von 7,0 Prozent im Dezember 2021 bedeutet demnach, dass die Verbraucherpreise um 7,0 Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat Dezember 2020.

Auch die so genannte „Kerninflation“ explodiert

Und dann gibt es noch die sogenannte Kerninflationsrate, bei der essentielle Ausgaben wie Energie und Nahrungsmittelpreise ausgeklammert werden. Diese erhöhte sich von 4,9 auf 5,5 %. Hier wurde der höchste Stand seit 1991 erreicht.

Böse Zungen behaupten, die Kerninflationsrate diene nur dazu, schönere Zahlen ausweisen zu können. Denn diese Inflationsrate ist häufig niedriger als die „richtige“ Inflationsrate. Im Augenblick sieht sie tatsächlich 1,5 % „freundlicher“ aus. Sie steigt aber ebenso dramatisch wie die komplette Inflationsrate. Von einer Glättung ist also im Moment nichts zu sehen.

Ende der Inflationsbeschleunigung nicht in Sicht

Wo die Inflation schon so lange so hoch ist, gibt es da wenigstens Aussichten auf eine baldige Besserung? Solche Szenarien werden zwar immer wieder von Zentralbankern und Politikern verbreitet, jedoch gibt es nicht die geringsten Anzeichen dafür. Im Gegenteil dürfte die Inflation zunächst noch weiter anziehen. Woher ich das weiß?

Ganz einfach: Die Inflation der Produzentenpreise ist ein guter Vorläufer-Indikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Erstere liegt in den USA und vielen europäischen Ländern derzeit bei über 20 %! Katastrophal! In diese Richtung werden sich die Verbraucherpreise bald bewegen. Die Inflation ist völlig außer Kontrolle.

US-Notenbank zu lange zu zögerlich – das rächt sich jetzt

Wegen der hohen Inflation war die US-Notenbank zuletzt alarmiert. Sie kündigte deshalb eine Beschleunigung ihrer geldpolitischen Wende an. Zu diesem Zweck sollen die Anleihenkäufe der Fed im März enden und danach mehrere Zinserhöhungen durchgeführt werden. Außerdem soll die Bilanzsumme der US-Notenbank verkleinert und den Märkten dadurch Liquidität entzogen werden. Die Amerikaner tun also endlich etwas gegen die hohe Inflation.

Allerdings hat die US-Notenbank ihre geldpolitische Wende leider sehr spät eingeleitet. Es dauert immer mehrere Monate, bis derartige Maßnahmen wirken können. Es könnte also eine ganze Weile noch deutlich schlimmer werden, bevor es besser werden kann.

In Europa kann es leider auch später nicht besser werden, da die Europäische Zentralbank immer noch pennt. Hier ist immer noch keine geldpolitische Straffung konkret in Aussicht gestellt worden.

Warum eine zu hohe Inflation schlecht für Aktien ist

Für gewöhnlich werden liquide Sachwerte wie Gold und Aktien als Inflationsschutz angesehen, weil diese bei einer starken Inflation überdurchschnittlich im Preis zulegen können. Der Pferdefuß für Aktien besteht jedoch darin, dass eine zu hohe Inflation jenseits von 5 Prozent (wie jetzt!) auch für Aktien gefährlich werden kann, weil Unternehmen dann keine echten Gewinnsteigerungen mehr erzielen können – und damit auch keine dauerhaften Kurszuwächse mehr möglich sind.