Netflix-Aktie: Die Zukunft gehört dem Streaming

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Anleger profitierten zuletzt von den wirklich sehr starken Zahlen von Netflix. Neben Netflix gehören bekanntlich Facebook, Amazon und Google (Alphabet) zu den sogenannten „FANG“-Aktien.

Der Video-Streaming-Spezialist aus dem kalifornischen Los Gatos überzeugte die Anleger bei der jüngsten Bilanzpräsentation vor allem mit deutlich mehr Neukunden als dies Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Die Netflix-Aktie konnte ihren zuletzt rasanten Auftrieb fortsetzen und markierte zu Wochenbeginn ein neues Allzeithoch bei 145,95 Dollar.

Doch was macht das Geschäftsmodell der Amerikaner eigentlich so einzigartig? Natürlich zunächst einmal passt es perfekt zum sich verändernden Fernsehverhalten vieler, insbesondere jüngerer Menschen.

Längst haben Firmen wie Netflix begriffen, dass die Zukunft des Entertainments nicht aus dem Antennenkabel, sondern aus dem Netz kommt.

Unterhaltung auf Abruf

Das klassische Fernsehen und damit das „Diktat“ des linearen Fernsehprogramms sind heute für viele junge Menschen einfach nicht mehr zeitgemäß. Sich rechtzeitig zur Sendezeit der Lieblingsserie zu Hause vor dem Fernseher einzufinden – das war einmal.

Ein aktives Freizeitprogramm, Unternehmungen mit Freuden oder einfach lange und variierende Arbeitszeiten tragen heute dazu bei, dass rund die Hälfte der 15- bis 34-Jährigen täglich Video-on-Demand-Dienste nutzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungsinstituts Nielsen.

Und auch der Kostenfaktor spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. Denn in den USA kann man für einen Kabelanschluss monatlich schnell mal 100 Dollar hinblättern.

Einer der Profiteure dieser veränderten TV-Zukunft ist Netflix. Der Konzern von Reed Hastings bietet Unterhaltung auf Abruf. Man kann beispielsweise die Angebote der Kalifornier nicht nur nutzen wo man will und wann man will, auch können etwa ganze Serienstaffeln am Stück angeschaut werden.

Starkes Weihnachtsquartal

Der Konzern feiert im August dieses Jahres seinen 20. Geburtstag. Angefangen hat Netflix als Online-Videothek, bei welcher Kunden DVDs per Post ausleihen konnten. Als vor etwa 10 Jahren dann das Unternehmen die Filme zusätzlich auch als Online-Stream auf Abruf im Internet zugänglich machte, kam der große Durchbruch für die Amerikaner.

Seither erfreut sich Netflix einer rasant wachsenden Nutzergemeinde. Die Zahl der Netflix-Abonnenten hat sich explosionsartig von 6,3 Mio. verfünfzehnfacht auf nunmehr 93,8 Mio. Auch der Umsatz hat sich im gleichen Zeitraum nahezu verzehnfacht auf zuletzt 8,8 Mrd. Dollar.

Der Umsatz stieg im zurückliegenden vierten Quartal um 36% auf 2,48 Mrd. Dollar, der operative Gewinn betrug dabei 154 Mio. Dollar. Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn um 54% auf 67 Mio. Dollar oder 15 Cent je Aktie.

Optimistischer Blick nach vorn

Kaum jemand hatte mit einem so starken Weihnachtsquartal gerechnet. Doch die vielen Medien mit viel Aufmerksamkeit und Lob versehenen Eigenproduktionen wie „Luke Cage“ und „The Crown“ lockten eine ganze Reihe neuer Kunden an.

So gewann der Video-Streaming-Spezialist im Schlussquartal weltweit 7,1 Mio. neue Kunden dazu. Analysten hatten hier „lediglich“ mit etwas mehr als 5 Mio. gerechnet. Doch allein außerhalb der USA gewann Netflix 5,1 Mio. Neukunden.

Im gesamten Jahr 2016 konnte das Unternehmen 19 Mio. neue Streaming-Kunden begrüßen.

In diesem Jahr will Netflix noch mehr in sein eigenes Programm investieren und nach 600 Stunden nun rund 1.000 Stunden produzieren. Exklusive Inhalte, die in aller Munde sind, bleiben Netflixs Erfolgsrezept.

Mittelfristig will der Konzern den Anteil der Eigenproduktionen im Streaming-Katalog auf 50% hochschrauben.