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Weltweite Chipkrise: Intel baut Produktionskapazitäten aus

Inhaltsverzeichnis

Die wirtschaftliche Erholung im zurückliegenden Jahr fiel deutlich schwächer aus als von Ökonomen zunächst erhofft. Ein Grund dafür waren Materialmangel und Lieferengpässe. Besonders die Chipknappheit sorgte für Produktionsausfälle in etlichen Branchen, in Deutschland besonders betroffen war die Automobilindustrie: Fahrzeuge konnten nicht fertiggestellt und an Händler oder Kunden ausgeliefert werden, weil wichtige Bauteile fehlten – zumeist waren das Computerchips, denn von denen brauchen moderne Pkw inzwischen ziemlich viele.

Chipkrise in der Pandemie trifft zahlreiche Branchen

Ein Hauptgrund für den Chipmangel: Mit Beginn der Pandemie hatten zahlreiche Autobauer ihre Chipbestellungen storniert, als sie ihre Werke im Lockdown zeitweise stilllegen mussten. Da die meisten Autohersteller mit just-in-time-Lieferungen arbeiten, wurde eben jenes Liefersystem heruntergefahren – und hatte dann reichlich Probleme, wieder anzulaufen.

Zudem wurden die Chips während der Pandemie zunehmend auch anderweitig benötigt: So mussten Länder rund um den Globus die notwendige Infrastruktur schaffen, um Home Schooling und Home Office ermöglichen zu können. Das hieß in vielen Fällen vor allem: Anschaffung von Laptops und Tablets.

Chiphersteller ziehen neue Fabriken hoch

Doch auch die Unterhaltungselektronik vom Flachbildfernseher bis hin zur Spielekonsole erlebte angesichts geschlossener Freizeitangebote einen Corona-Boom. Über mangelnde Nachfrage konnten sich die Chiphersteller also keinesfalls beklagen. Ganz im Gegenteil: Intel, AMD, Qualcomm, Infineon und Co. kommen mit der Produktion kaum noch hinterher.

Weil aber auch nach der Pandemie die stetig fortschreitende Digitalisierung wohl keinesfalls zum Erliegen kommen wird und der Bedarf an Halbleitern auch künftig steigen dürfte, haben die Hersteller nun reagiert – und investieren in neue Produktionsstätten.

Intel investiert 20 Milliarden Dollar

Allein Intel baut 2 neue Fabriken in den USA, auch für Europa ist ein neuer Standort geplant. 20 Milliarden Dollar investiert das US-Unternehmen in den Ausbau seiner Kapazitäten, weitere Milliarden dürften in den kommenden Jahren noch folgen. Die aktuelle Chipkrise wird dadurch aber nicht gelöst: Voraussichtlich werden die Werke erst ab 2025 in Betrieb genommen.

Dennoch wirkt der Schritt wie eine direkte Lehre aus den Folgen der Pandemie: Nicht nur in der Halbleiterbranche blickt man zunehmend besorgt auf die starke Abhängigkeit von asiatischen und insbesondere chinesischen Standorten. Im Zuge der Globalisierung wurden Fertigungskapazitäten in den vergangenen Jahrzehnten gerne nach Fernost ausgelagert, weil hier unter anderem die Personalkosten erheblich geringer sind als etwa in Europa.

Pandemie offenbart Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern

Doch die Abhängigkeit von der „verlängerten Werkbank“ hat sich in Zeiten der Pandemie als erhebliches wirtschaftliches Risiko für den Westen und seine Industriekonzerne erwiesen. Da unter anderem China eine strikte No-Covid-Strategie verfolgt und schon bei einzelnen Infektionsfällen ganze Metropolen oder auch Großhäfen lahmlegt, verschärft sich die Lieferkettenproblematik zusätzlich.

Um dem entgegenzuwirken, setzt nun in immer mehr Chefetagen das Umdenken ein: Produktionskapazitäten sollen wieder stärker am Heimatmarkt angesiedelt werden, zudem gehen einige Unternehmen dazu über, die knapp gewordenen Komponenten selbst zu entwickeln.

Eigenentwicklung und Auftragsfertigung

Im Falle der Computerchips setzen beispielsweise der iPhone-Hersteller Apple oder auch Elektroautobauer Tesla mittlerweile auf Entwicklungen aus dem eigenen Hause. Auch in Deutschland wird bei Autobauern laut darüber nachgedacht, Chips und digitale Module in Eigenregie zu entwickeln.

Den umgekehrten Weg schlägt US-Chiphersteller Intel ein: Das Unternehmen will künftig nicht nur eigene Chips vermarkten, sondern auch Auftragsfertigungen entsprechend spezifischer Kundenwünsche anbieten.

Intel vor der Bilanzpräsentation

Die Intel Aktie hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Rückschläge in der eigenen Chipentwicklung sowie die zunehmend erfolgreiche Aufholjagd von Konkurrenten machen dem einstigen Platzhirsch bereits seit einigen Jahren zu schaffen.

Analysten könnten in ihren Einschätzungen kaum weiter auseinanderliegen: So rät Bernstein Research zum Verkauf und beziffert das Kursziel der Intel Aktie auf 40 Dollar, während die Credit Suisse ihre Kaufempfehlung mit Kursziel 80 Dollar bekräftigt hat – beide Kommentare sind von Januar 2022. Zuletzt notierte die Intel Aktie bei rund 50 Dollar.

Am morgigen Mittwoch wird das Unternehmen seine Geschäftszahlen für das zurückliegende Quartal sowie das Gesamtjahr 2021 vorlegen. Analysten schätzen den Gewinn je Aktie für das Schlussquartal von Oktober bis Ende Dezember auf rund 0,90 US-Dollar.