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Das bedeutet der Kurswechsel in der US-Geldpolitik für Ihre Aktien

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In den vergangenen Tagen erfasste die Börse eine neue Corona-Panik. Die nicht unberechtigte Angst vor neuen Einschränkungen durch die Politik, die die Wirtschaft abermals schwer in Mitleidenschaft ziehen könnten, drückte auf die Kurse.

Gestern kam noch eine neue Sorge hinzu: die Straffung der Geldpolitik zur absoluten Unzeit. Seit gut einem Jahr steigt die Inflation munter immer weiter. Inzwischen hat diese Ausmaße erreicht, die wir seit 50 Jahren nicht mehr gesehen haben.

Eine Zentralbank wacht auf: Inflation doch nicht nur „vorübergehend“

Dennoch hörten wir von den eigentlich mit der Geldstabilität beauftragten Notenbanken und den angeschlossenen Massenmedien immer die gleiche Leier: das sei nur vorübergehend, das ist ja gar nicht so schlimm, das werde sich bald wieder normalisieren.

Einen Scheiß hat es. Es ist immer schlimmer geworden. Und ein Ende ist überhaupt nicht abzusehen. Und das scheint jetzt auch bei der US-Notenbank Fed angekommen zu sein. Deren Chef Powell machte gestern vor dem US Bankenausschuss eine bemerkenswerte Kehrtwende.

Powell rückte da erstmals eindeutig von der Beschreibung der hohen Inflation als “vorübergehend” ab. Es sei an der Zeit, das Wort “vorübergehend” nicht mehr zur Beschreibung der aktuellen Inflation zu nutzen, sagte Fed-Chef Powell.

Und nun möchte es Powell auch nicht nur bei Worten belassen. Er deutete an, dass die US-Notenbank ihre Anleihenkäufe schneller reduzieren könnte als bisher geplant. Es sei angemessen, bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 14. und 15. Dezember darüber zu reden, das sogenannte “Tapering” zu beschleunigen und vielleicht “einige Monate” früher abzuschließen als bisher geplant.

Damit würden die Anleihenkäufe der US-Zentralbank bereits vor Mitte 2022 auf null fallen. Wenn dies geschieht, steigen die Anleihenzinsen und damit auch die Zinsen, die Unternehmen für ihre Schulden (über Unternehmensanleihen) bezahlen müssen. Das soll die Schuldenaufnahme und damit die Inflation drosseln.

Powell warnte davor, dass die neue Coronavariante Omikron (mittlerweile sind wir beim 15. Buchstaben des griechischen Alphabets angelangt) wegen möglicher Einschränkungen der Angebotsseite die Inflation weiter anheizen könnte. Ich übersetze das mal für Sie. Er meint: politisch verordnete Einschränkungen könnten die Produktion stören und somit die Preise (weiter) nach oben treiben. Es sind ja keine Viren, die die Inflation anheizen.

US-Notenbank will jetzt endlich die Inflation bekämpfen

Dennoch werde die Fed ihre Instrumente zur Abkühlung der Preise einsetzen. Was auf höhere Zinsen für Schulden hinausläuft. Was wir hier sehe ist ein Kurswechsel der US-Notenbank um 180 Grad! Die Zentralbank sieht zwar die Gefahr von neuen Belastungen für die Wirtschaft. Sie will diese aber nicht mehr wie bisher mit einer weiteren Liquiditätsflut bekämpfen. Sie sieht die größere Gefahr in einer ausufernden Inflation.

Prima! Endlich eine führende westliche Notenbank, die es kapiert hat! Bei der Europäischen Zentralbank ist ja sowieso Hopfen und Malz verloren. Die werden auch in 20 Jahren noch an die vorübergehende Inflation glauben, wenn die Rate bei 30 % liegt und wir alle dann gleich arm sind.

Die Erkenntnis der US-Zentralbank kommt allerdings auch etwas spät. Die Welt dürfte spätestens im kommenden Jahr in einen ernsten Abschwung laufen. Ob nun mit oder ohne neuen Lockdown. In dieser Situation die Geldpolitik zu straffen, wirkt natürlich beschleunigend auf die Talfahrt. Nichts zu tun, würde die Inflation beschleunigen. Insofern ist es nun nur noch eine Wahl zwischen Pest und Cholera, die die Zentralbank getroffen hat. Cholera? Gut. Dann viel Erfolg!

Das bedeutet der Kurswechsel in der US-Geldpolitik für Ihre Aktien

Natürlich hat dieser Kurswechsel in der US-Geldpolitik auch Auswirkungen auf die Märkte. Der US-Dollar zieht an (umgekehrt fällt der Euro), weil die (Anleihen-)Zinsen in den USA steigen. Ein starker Dollar wirkt oft (wenn auch nicht immer) dämpfend auf den Goldpreis.

Steigende Zinsen wiederum sind, ganz anders als die landläufige Meinung, gut für die Aktienkurse. Das gilt aber nur dann, wenn die Zinsen steigen, weil die Wirtschaft brummt. Steigen sie hingegen nur, weilt de Inflation aus dem Ruder läuft und sehen wir dann auch noch einen Abschwung (zusammengenommen heißt das dann „Stagflation“), wird es für Aktien problematisch. Das ist das Szenario, was wir im nächsten Jahr sehen werden.

Europäische Anleger in US-Aktien müsse sich allerdings wenig Sorgen machen. Denn ein Großteil der zu erwartenden Kursverluste bei US-Aktien dürfte durch Währungsgewinne des Dollars kompensiert werden. Bei europäischen Akten, die durch den US-Abschwung mit nach unten gezogen werden, besteht dieser Vorteil allerdings nicht.

Deshalb müssen Sie Ihre deutschen Aktien jetzt sofort überprüfen

Als Anleger in deutschen Aktien müssen Sie jetzt sehr aufpassen, damit Sie nicht direkt in den nächsten großen Crash geraten. Denn diese Krisen sind nicht nur eine kurze Episode, sondern eine ernste Bedrohung vor allem für das kommende Börsenjahr. Deutsche und europäische Aktien gehören jetzt auf jeden Fall auf den Prüfstand!