USA gegen Iran: Jetzt wird’s ernst

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Sie spüren es vielleicht schon: Die Lage zwischen den USA und dem Iran wird heißer. Und wenn es im Nahen Osten knallt, reagiert zuerst der Ölpreis – und dann die Börse.

Im Raum steht ein möglicher Militärschlag der USA. Hintergrund ist der Streit um das iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass ein Staat, den sie als größten Terrorfinanzierer der Welt einstufen, in den Besitz einer Atombombe gelangt. Kommt es wirklich zum Militärschlag, wäre das für den Ölmarkt ein echter Schock.

Warum Öl so sensibel reagiert

Der Iran fördert rund fünf Prozent der weltweiten Ölmenge. Fällt ein Teil davon weg, spricht man von einer Angebotsverknappung – also weniger Angebot bei gleichbleibender Nachfrage. Das treibt die Preise.

Zwar könnten andere Förderländer wie Saudi-Arabien mehr produzieren. Doch das größere Risiko liegt woanders: in der Straße von Hormus. Diese schmale Meerenge ist eine der wichtigsten Öl-Autobahnen der Welt. Rund ein Viertel des weltweit per Schiff transportierten Öls fährt dort täglich durch.

Wird diese Route blockiert oder gilt sie als unsicher, fehlen plötzlich riesige Mengen. Das kann niemand kurzfristig ersetzen. Die Folge: Der Ölpreis würde kräftig steigen.

Die Börse denkt voraus

Genau das beginnt der Markt bereits einzupreisen. „Einpreisen“ heißt: Händler berücksichtigen ein mögliches Ereignis schon heute im Preis. Seit Anfang Februar ist der Ölpreis deutlich gestiegen – nicht wegen akuter Knappheit, sondern wegen der Angst davor.

Ein Teil des Preises ist aktuell eine sogenannte Risikoprämie. Das ist ein Aufschlag, den Käufer zahlen, weil Unsicherheit herrscht. Je größer die Gefahr einer Eskalation, desto höher diese Prämie.

Auch am Gasmarkt droht Bewegung. Durch die Straße von Hormus läuft ein erheblicher Teil des weltweit verschifften Flüssiggases. Wird es dort eng, steigen auch hier die Preise – und das trifft Europa besonders in Zeiten niedriger Gasspeicher.

Was heißt das für Sie?

Steigende Energiepreise wirken wie eine versteckte Steuer. Unternehmen zahlen mehr für Energie, Verbraucher ebenfalls. Das kann Gewinne drücken und die Inflation wieder anheizen.

Kurzfristig sorgt so eine geopolitische Krise oft für Nervosität an den Börsen. Langfristig zählt jedoch, wie stark und wie lange das Angebot tatsächlich gestört ist.

Für Sie als Aktionär heißt das: ruhig bleiben, Risiken kennen – und verstehen, warum der Ölpreis manchmal schneller reagiert als jede Schlagzeile.