US-Konsumlaune steigt – Wirtschaft zieht an
Sie sehen es gerade live: Die US-Wirtschaft bleibt zäh. Wenn Sie aktuell auf die USA und die Börsen schauen, bekommen Sie ein ziemlich interessantes Bild geliefert – und eines, das viele Schlagzeilen gerne durcheinanderwerfen.
Die gute Nachricht zuerst: Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Januar spürbar verbessert. Laut der University of Michigan ist das sogenannte Konsumklima – also ein Stimmungsindex, der misst, wie optimistisch die Menschen in den USA in die Zukunft blicken – auf den höchsten Stand seit September gestiegen.
Das ist wichtig für Sie als Anleger, weil Konsum in den USA der zentrale Wachstumstreiber ist. Wenn Verbraucher zuversichtlicher sind, geben sie eher Geld aus. Und das stützt Unternehmen, Umsätze und am Ende auch Aktienkurse.
Inflation bleibt ruhig – zumindest gefühlt
Ein weiterer Punkt: Die kurzfristigen Inflationserwartungen sind unverändert geblieben. Das heißt übersetzt: Die Menschen rechnen kurzfristig nicht mit deutlich steigenden Preisen. Langfristig ziehen die Erwartungen zwar leicht an, aber ohne Alarmzeichen.
Für die Börse ist das ein angenehmes Umfeld, denn hohe Inflation würde höhere Zinsen bedeuten – und genau die mag der Markt nicht besonders.
US-Wirtschaft boomt stärker als gedacht
Besonders spannend ist der Blick auf das Wirtschaftswachstum. Die Federal Reserve Bank of Atlanta hat ihre Prognose für das US-Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal kräftig angehoben – von 2,7 % auf satte 5,4 %. Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, misst vereinfacht gesagt die gesamte Wirtschaftsleistung eines Landes.
Ein so starker Sprung zeigt: Die US-Wirtschaft läuft deutlich besser, als viele noch vor wenigen Wochen gedacht haben. Für Aktien ist das grundsätzlich Rückenwind.
Arbeitsmarkt schwächer – aber nicht dramatisch
Gleichzeitig kamen zuletzt überraschend schwache Arbeitsmarktdaten. Im Dezember wurden nur 50.000 neue Stellen geschaffen, erwartet waren 73.000. Auch die Vormonate wurden nach unten korrigiert. Klingt erst einmal negativ, wird aber durch einen wichtigen Punkt abgefedert: Die Arbeitslosenquote sank auf 4,4 % und lag damit sogar unter den Erwartungen.
Für Sie als Anleger heißt das: Der Arbeitsmarkt kühlt leicht ab, bricht aber nicht ein. Genau diese Mischung kann für die Börse sogar angenehm sein.
Mein Fazit für Sie
Die Mischung aus besserer Konsumstimmung, starker Wirtschaft und leicht abkühlendem Arbeitsmarkt ist für die Börse deutlich weniger widersprüchlich, als sie klingt. Sie sorgt eher für Stabilität als für Stress. Genau deshalb schloss die Wall Street zum Wochenausklang im Plus – ruhig, kontrolliert und ohne Hektik.